Johannes Dichgans

deutscher Neurowissenschaftler und Neurologe From Wikipedia, the free encyclopedia

Johannes Maria Dichgans (* 27. Juni 1938 in Wuppertal) ist ein deutscher Neurowissenschaftler und Neurologe in Tübingen.

Johannes Dichgans (2007)

Leben und Werk

Nach dem Studium in Freiburg im Breisgau und München mit Promotion 1962 wurde Johannes Dichgans 1969 leitender Oberarzt für Neurologie in Freiburg. Auf seine Habilitation 1970 folgte ein Auslandsaufenthalt am Massachusetts Institute of Technology (MIT), wo er 1971 bis 1972 am Institut für Psychologie forschte. Von 1978 bis 2005 war er Ärztlicher Direktor der Neurologischen Klinik der Universität Tübingen. Umfassende Forschungs- und Publikationstätigkeit mit über 65 Veröffentlichungen alleine in den Jahren 2000 bis 2007 erstreckte sich auf viele Teilgebiete der Neurologie. Schwerpunkte von Dichgans sind Hirntumoren sowie Funktionen der rechten Hirnhälfte. 2000 erhielt Dichgans den Robert Pfleger-Forschungspreis für seine grundlegenden Beiträge zur experimentellen und klinischen Neurologie, speziell für seine Arbeiten zur Kontrolle der Motorik sowie zur Pathophysiologie des Kleinhirns.

Sein wissenschaftlicher Einsatz war entscheidend für die von der Hertie-Stiftung mit fast 22 Millionen Euro finanzierte Gründung des Hertie-Instituts für klinische Hirnforschung (HIH), dessen erster Direktor er wurde. Seine Nachfolge als Leiter der Neurologischen Abteilung der Universitätsklinik Tübingen trat 2005 Michael Weller an, der auch sein Nachfolger beim Hertie-Institut für klinische Hirnforschung wurde, in dessen Kuratorium Dichgans weiter Mitglied ist.

Mitgliedschaften und Ämter

Ehrungen

Veröffentlichungen (Auswahl)

  • (Mithrsg. u. Mitautor): Cerebellar functions. Springer, Berlin/Heidelberg 1985, ISBN 3-540-13728-9.
  • Der Arzt und die Wahrheit am Krankenbett. Zwischen Forderung und Überforderung. In: Arzt und Christ. Vierteljahresschrift für medizinisch-ethnische Grundfragen, Bd. 38 (1992), H. 1, S. 13–23.
  • (Mithrsg.): Therapie und Verlauf neurologischer Erkrankungen. 4. überarb. u. erw. Aufl. Kohlhammer, Stuttgart 2003, ISBN 3-17-017926-8.
  • (Mitautor): Manfred Stöhr u. a. / Evozierte Potentiale. Sep - Vep - Aep - Ekp - Mep. 4. Aufl. Springer, Heidelberg/Berlin 2005, ISBN 978-3-540-01773-8.
  • (Mithrsg.): Wachstum und Alter - von den Chancen und Lasten des Lebenszyklus. Über die Arbeit der Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung in den Jahren 2004 und 2005. Thieme, Stuttgart 2006, ISBN 978-3-13-134441-0.
  • (Mithrsg.): Der Körper - eine lebendige Festung. Attacken, Signalübertragung und Abwehr. Thieme, Stuttgart 2008, ISBN 978-3-13-145991-6.
  • Mimik, Gesten und Sprachmelodien. Medien sozialer Kommunikation und ihre neuronalen Grundlagen. In: Wolfgang Frühwald u. a.: Blaupause des Menschen. Streitgespräche über die beschleunigte Evolution. Berlin University Press, Berlin 2009, S. 211–225, ISBN 978-3-940432-49-0.
  • Alter und Altern aus biologischer Perspektive. In: Karl Gabriel (Hrsg.): Alter und Altern als Herausforderung (= Grenzfragen, Bd. 35). Alber, Freiburg/Br. 2011, S. 21–48, ISBN 978-3-495-48453-1.

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