John Ogden (Meeresbiologe)

US-amerikanischer Meeresbiologe und Verhaltensökologe From Wikipedia, the free encyclopedia

John Conrad Ogden (* 27. November 1940 in Morristown, New Jersey; † 25. Juni 2023 in Saint Petersburg, Florida) war ein US-amerikanischer Meeresbiologe und Verhaltensökologe.

Leben

Ogden war der Sohn von Lydia Cecilia Julstedt und John Wilson Ogden. Seine Kindheit galt als schwierig. Seine Eltern waren alkoholkrank, sein Vater meist abwesend. Trost fand Ogden im Great Swamp National Wildlife Refuge, was ihm zu einem Biologiestudium inspirierte. 1962 erwarb er seinen Bachelor of Arts an der Princeton University. 1968 wurde er mit der Dissertation An experimental and genetic analysis of dispersal behavior in Tribolium unter der Leitung von Paul R. Ehrlich zum Ph.D. an der Stanford University promoviert. Anschließend forschte er für ein Jahr als Postdoc im Fach Genetik an der University of California, Berkeley. 1969 heiratete er Nancy S. Buckman, die er 1967 kennengelernt hatte. Aus dieser Ehe gingen ein Sohn und eine Tochter hervor, die beide auf Saint Croix in den Amerikanischen Jungferninseln zur Welt kamen, wo die Ogdens insgesamt 17 Jahre verbracht haben. Von 1969 bis 1970 war er Postdoc am Smithsonian Tropical Research Institute in Panama. Die Ogdens arbeiteten auf den San-Blas-Inseln und widmeten sich der Erforschung der Papageifische.

1971 wurde er Assistant Professor und ab 1974 außerordentlicher Professor am West Indies Laboratory (WIL) der Fairleigh Dickinson University auf Saint Croix. Er war dort ansässiger Meeresbiologe und von 1982 bis 1988 Direktor des WIL. 1989 musste das Labor aufgrund der Auswirkungen von Hurrikan Hugo geschlossen werden.

1978 war Ogden Gastprofessor am Department of Zoology der University of Washington. Von 1981 bis 1986 war er Programmdirektor der NOAA Saturation Diving Facility HYDROLAB. Während der Zeit wurde er Aquanaut und verbrachte eine Woche unter Wasser mit seiner Frau und zwei weiteren Personen bei einem Papageifischprojekt.

Ogden war ein früher Vertreter des sich entwickelnden Fachgebiets der Verhaltensökologie. Er initiierte eine karibikweite Seegrasstudie (SES) sowie das Programm CARICOMP (Caribbean Coastal Marine Productivity), das vergleichende Untersuchungen in der gesamten Großkaribik durchführte. Ogden veröffentlichte mehr als 70 wissenschaftliche Arbeiten, wirkte an zahlreichen Büchern mit und produzierte mehrere Fernsehprogramme über tropische Ökosysteme. Ein Sabbatical 1978 führte zu Forschungsarbeiten in Palau, Eniwetok und Hawaii. 1986 war er für sechs Monate als Projektkoordinator bei der National Science Foundation (NSF) tätig. Nachdem die Fairleigh Dickinson University die Mittel für das Labor auf Saint Croix gekürzt hatte, zog Ogden 1988 mit seiner Familie nach Saint Petersburg, wo er Direktor des Florida Institute of Oceanography wurde. Dort ergänzte er in Zusammenarbeit mit dem Florida Fish and Wildlife Institute die Einrichtungen des Instituts um das Keys Marine Laboratory, das von Forschenden und Lehrenden für Arbeiten zu den Ökosystemen der Florida Keys genutzt wird. Er setzte sich zudem für die Einrichtung des Florida Keys National Marine Sanctuary ein, das 1990 gegründet wurde. Von 1994 bis 1996 war er auf Einladung von Kollegen in Newcastle upon Tyne externer Prüfer. Darüber hinaus wirkte er an der Gründung der International Society for Reef Studies (heute International Coral Reef Society) mit und war deren Präsident.

Neben seiner wissenschaftlichen Tätigkeit arbeitete er an politischen und forschungsbezogenen Fragen des Schutzes tropischer Ökosysteme mit Organisationen wie der NSF, der NOAA, dem US-Außenministerium, der Weltbank, der UNESCO, dem WWF sowie privaten Stiftungen zusammen.

In den 1960er Jahren erstbeschrieb Ogden zwei Fadenwurmarten (Nematoda), 1965 Capillaria (Neocapillaria) wickinsi und 1969 Heliconema baylisi.

Ogden starb am 25. Juni 2023 im Alter von 82 Jahren nach einer Vielzahl von medizinischen Komplikationen infolge einer geplanten Hüftprothesenoperation.

Dedikationsnamen

1966 beschrieb William Grant Inglis die Fadenwurmart Pheronous ogdeni. 1982 führte der bulgarische Biologe Vassil Golemansky die Eukaryoten-Gattung Obdeniella ein.

Literatur

  • John C. Ogden: Curriculum Vitae, September 2012 (Online)
  • John Conrad Ogden 1940–2023 (ICRS past-president) In: Reef Encounter – The news magazine of the International Coral Reef Society, S. 67–71 (PDF, online)

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