Jon Eikemo
norwegischer Schauspieler
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Jon Eikemo (* 30. November 1939 in Åsane, Stadtteil der Gemeinde Bergen/Provinz Hordaland, jetzt Provinz Vestland; † 11. Juni 2025) war ein norwegischer Schauspieler.
Leben
Eikemo trat nach dem Abitur 1957 in Oslo eine Stelle bei der Post an. Bereits wenige Monate später bewarb er sich erfolgreich an der Statens Teaterskole (heute Teaterhøgskolen). Neben dem Studium an der Hochschule absolvierte er zwei Semester an der Royal Academy of Dramatic Art in London. Er gab sein Schauspieldebüt am Nationaltheatret in der Rolle des Paul in Olav Duuns Stück Medmenneske und blieb dort bis 1963 fest engagiert. In den darauffolgenden Jahren war er an verschiedenen Bühnen tätig, darunter am Fjernsynsteatret, am Det Norske Teatret, Den Nationale Scene und am Oslo Nye Teater. Ab 1978 hatte er ein festes Engagement am Det Norske Teatret.
Als Charakterdarsteller profilierte sich Eikemo u. a. in den Titelrollen von Ibsens Peer Gynt und Büchners Woyzeck am Theater Den Nationale Scene. Eine zentrale Rolle in seiner Laufbahn spielten die Dramen von Bertolt Brecht. 1972 spielte er die Titelrolle in Schweyk im Zweiten Weltkrieg am Den Nationale Scene unter der Regie von Wolfgang Pintzka vom Berliner Ensemble, 1978 den Mauler in Die heilige Johanna der Schlachthöfe mit Ralf Långbacka als Regisseur, 1984 den Papst Urban VIII. in Leben des Galilei unter der Regie von Stein Winge, 1986 den Feldkoch in Mutter Courage und ihre Kinder in einer Inszenierung von Peter Palitzsch und 1987 den Puntila in Herr Puntila und sein Knecht Matti.
Am Det Norske Teatret spielte Eikemo eine Reihe bedeutender klassischer Rollen: Hjalmar Ekdal in Henrik Ibsens Die Wildente (1981), den Narren in William Shakespeares König Lear (1983), die Titelrolle in Goethes Faust (1985), den Oronte in Der Menschenfeind (1997) und den Arnolphe in Die Schule der Frauen (1998) von Molière, Ludvig Holbergs Jeppe (1999), den Gerhardsen in der Dramatisierung von Frode Gryttens Bikubesong (2003 und 2013) und den Onkel in Molières Die gelehrten Frauen (2007).
Daneben profilierte sich Eikemo auch als Darsteller komischer Rollen u. a. in Alf Prøysens Når groværet kjæm (1980) und Nå seile vi på Mjøsa, als Nils in Brørne Østermanns Huskors (1992) in Holmarøy og kvinnene hans von Ingvar Moe (1994), als Filmschauspieler u. a. in Øyeblikket (1977), Mormor og de åtte ungen i byen (1977), Mormor og de åtte ungen i skogen (1979), Folk og røvere i Kardemomme by (1988), Orions Belte (1985), Karachi (1989) und Forfall (2002) und als Fernsehschauspieler (Titelrolle in Kong Sverre, 1978; Adolf Lindström in Kappløpet mot Sydpolen, 1985; Albert Hagelin in Vidkun Quisling. Et liv – en rettssak, 1988; Wilhelm Frimann Koren Christie in 1814, 1989).
Besondere Verdienste erwarb sich Eikemo als Vermittler der Werke des Dichters Jakob Sande. 1979 erhielt er den Spellemannprisen für das Album Jon Eikemo leser Jakob Sande. Beim Festspillene i Bergen fand 1991 die Uraufführung von Jakob Sande & Jon Eikemo ... trur eg ... statt. Das Stück ging mit dem Riksteatret auf Tournee und war schließlich am Det Norske Teatret eines der erfolgreichsten Stücke in der Geschichte das Hauses. Die Aufführung wurde zudem gefilmt und im Rahmen des Fjernsynsteatret ausgestrahlt, und Eikemo wurde mit dem Kritikerprisen ausgezeichnet.
Quellen
Weblinks
- Jon Eikemo bei IMDb
- Jon Eikemo bei AllMusic (englisch)
- Jon Eikemo bei Discogs
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Eikemo, Jon |
| KURZBESCHREIBUNG | norwegischer Schauspieler |
| GEBURTSDATUM | 30. November 1939 |
| GEBURTSORT | Åsane |
| STERBEDATUM | 11. Juni 2025 |