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Jordan von Kröcher

deutscher Politiker, MdR und Jurist From Wikipedia, the free encyclopedia

Jordan von Kröcher (* 23. Mai 1846 auf Schloss Isenschnibbe bei Gardelegen; † 10. Januar 1918 auf Gut Vinzelberg, Landkreis Stendal) war ein deutscher Großgrundbesitzer in der Altmark (preußische Provinz Sachsen) und der Prignitz (Brandenburg). Als Politiker der Deutschkonservativen Partei war er 1879–1883 und 1888–1918 Abgeordneter im Preußischen Landtag, von 1898 bis 1911 Präsident des Abgeordnetenhauses sowie von 1898 bis 1913 Mitglied des Reichstages.

J. v. Kröcher, MdR (1912)

Leben

Jordan von Kröcher entstammte dem Vasallengeschlecht Kröcher, das von Markgraf Ludwig I., dem Brandenburger, 1337 mit dem Ort Dreetz (Brandenburg) belehnt worden war.

Er besuchte das Evangelisch Stiftische Gymnasium Gütersloh, wo er 1865 auch die Reifeprüfung ablegte.[1] Anschließend studierte er an der Friedrich-Wilhelms-Universität zu Berlin und der Georg-August-Universität Göttingen Rechtswissenschaft. Von Ostern bis Juni 1866 war er Renonce des Corps Saxonia Göttingen. Nach Ausbruch des Deutschen Krieges 1866 trat er in das 6. Ulanen-Regiment ein. Kröcher nahm am Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 teil, blieb bis 1875 Offizier und beendete seine Militärkarriere als Rittmeister, um sich aufs Land zurückzuziehen. Am 26. April 1890 wurde er Corpsschleifenträger von Saxonia Göttingen.[2][3]

Besitz

Vinzelberg

Kröcher war Besitzer der Herrschaft Vinzelberg mit einer Größe von 2.500 Hektar und des Fideikommisses Voigtsbrügge bei Havelberg mit einer Größe von 1.250 Hektar. 1895 wurde er Ritterschaftsdirektor der Prignitz und 1889 Hauptritterschaftsdirektor der Kurmark und der Neumark,[2] am Kur- und Neumärkisches Ritterschaftliches Kreditinstitut in Berlin.

Politik

Von 1879 bis 1882 und erneut von 1889 bis zu seinem Tod 1918 gehörte er dem Preußischen Abgeordnetenhaus (2. Kammer des Preußischen Landtags) in der Fraktion der Konservativen Partei an. In den ersten vier Legislaturperioden seiner Parlamentszugehörigkeit vertrat er den Wahlkreis Potsdam 1 (West- und Ostprignitz) und ab 1904 in den letzten drei der insgesamt sieben Legislaturperioden den Wahlkreis Magdeburg 1 (Salzwedel, Gardelegen). Von 1898 bis 1911 war er Präsident des Abgeordnetenhauses. 1912 trat er unter Protest gegen die seines Erachtens zu zaghafte Außenpolitik der Reichsregierung vom Präsidentenamt zurück. Er sprach von „unglaublicher Blindheit“ und – ohne im Alter von 66 Jahren selbst noch dienstpflichtig zu sein – davon, „dass wir uns dem großen Kladderadatsch mit Riesenschritten nähern und keinen anderen Wunsch mehr haben können, als zu sterben wie anständige Männer.“

Von 1898 bis 1913 saß v. Kröcher zudem als Abgeordneter des Wahlkreises Salzwedel–Gardelegen im Reichstag. Karl Radek bezeichnete ihn 1911 als „freche[n] Junker“ der sich „die deutsche Arbeiterklasse“ als „Objekt der Politik“ wünschte.[4]

Kröcher war Mitglied des Komitees der Kreuzzeitung. Er trat gegen deren Chefredakteur Wilhelm Joachim von Hammerstein auf, dessen Verhaftung 1896 er im Landtag und gegenüber seiner Partei rechtfertigte.[5]

Im 72. Lebensjahr starb er 1918 auf seinem Landsitz.[6]

Familie

Kröchers Schwestern waren Sophie Katharina von Kröcher (1849–1902) und Bertha von Kröcher (1857–1922), Mitglied des Deutsch-Evangelischen Frauenbundes und Gründerin der Vereinigung Konservativer Frauen (VKF).[7]

Er heiratete am 21. Februar 1874 die aus Liegnitz in Schlesien stammende Luise von Krosigk, mit der er fünf Kinder bekam, von denen zwei kurz nach der Geburt starben.

Ehrungen

Kröchers Grab

Siehe auch

Literatur

Einzelnachweise

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