Jorge Ben Jor
brasilianischer Popmusiker
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Jorge Ben Jor (* 22. März 1939 in Rio de Janeiro; eigentlich Jorge Duilio Lima Meneses)[1] ist einer der bekanntesten Vertreter der Música Popular Brasileira. Bis 1988 trat er unter dem Künstlernamen Jorge Ben auf, seitdem nennt er sich Jorge Ben Jor.

Werdegang

Sein erstes Album „Samba de esquema novo“ von 1963 enthielt zahlreiche spätere Welthits wie Mas que nada und Chove chuva (beide u. a. von Sérgio Mendes gecovert).
Um das Lied Taj Mahal führte Jorge Ben Jor einen Plagiatsprozess gegen Rod Stewart und dessen Da Ya Think I’m Sexy?. Der Plagiatsprozess wurde zu Gunsten von Jorge Ben entschieden.
Neben seiner Tätigkeit als Komponist und Interpret seiner eigenen Werke hat er auch für viele andere brasilianische Künstler Lieder geschrieben.
Jorge Ben war in der Blütezeit der Música Popular Brasileira in den 1960er und frühen 1970er Jahren ein Wandler zwischen den musikalischen Hauptströmungen. Zunächst gab es damals das von Elis Regina präsentierte Fernsehprogramm „Fino da Bossa“, in dem nur Vertreter der Bossa Nova auftraten und deren Künstler ihre Basis in den besser situierten Gebieten in der Zona Sul (Copacabana, Ipanema, Leblon) von Rio de Janeiro hatten. Im Gegensatz dazu stand das von Erasmo Carlos und Wandalea präsentierte Fernsehprogramm „Jovem Guarda“, dass seine Basis eher in der weißen unteren Mittelschicht der nördlichen Gebiete Rio de Janeiros hatte. Der musikalische Stil dieser Sendung orientierte sich stärker an den US-amerikanischen Vorbildern des Rock ’n’ Roll, Blues und Soul. Als einer der wenigen Musiker seiner Generation trat er in beiden Shows auf. Dies führte allerdings zu einem Auftrittsverbot bei Fino da Bossa, da dies zu damaligen Zeiten als „Verrat“ an dem als „brasilianischer“ angesehenen Bossa Nova Stil aufgefasst wurde. Als Wanderer zwischen diesen beiden Richtungen wurde er gemeinsam mit Bebeto und Trio Mocotó zum Begründer des Samba Rock (so wird er in São Paulo bezeichnet) bzw. des Samba Suingue (so wird er in Rio bezeichnet) einer weiteren Richtung der MPB.
Schließlich stand Jorge Ben auch mit der musikalischen Strömung der Tropicália/Tropicalismo um Caetano Veloso, Gilberto Gil, Gal Costa und Os Mutantes in Verbindung. So sind A Minha Menina (Os Mutantes) und Tuareg (Gal Costa) Kompositionen von Jorge Ben.
Jorge Ben Jor wohnt seit 2018 in dem Luxushotel Copacabana Palace in Rio de Janeiro, dem ersten Haus am Platz.[2]
Diskografie (Studioalben)
Nach Meinung der meisten Kritiker stellen die Alben, die in der Periode zwischen 1963 (Samba de Esquema Novo) und 1976 (África Brasil) eingespielt wurden, den Höhepunkt seines Schaffens dar. In dieser Zeit brachte seine Alben fast ausschließlich Philips (Brasilien) heraus. Später entstanden seine Produktionen für wechselnde Label wie Som Livre oder Warner.
- Samba Esquema Novo (1963)
- Sacundin Ben Samba (1964)
- Ben é Samba Bom (1964)
- Big Ben (1965)
- O Bidú - Silêncio no Brooklin (1967)
- Jorge Ben (1969; Metronome 15559)
- Fôrça Bruta (1970)
- Negro é Lindo (1971)
- Ben (1972)
- A Tábua de Esmeralda (1972)
- Jorge Ben - 10 Anos Depois (1973)
- Brother (1974; Philips 6349 083)
- Gil e Jorge (1975)
- Solta o Pavão (1975)
- Jorge Ben à l'Olympia (1975)
- África Brasil (1976)
- Tropical (1977)
- A Banda do Zé Pretinho (1978)
- Salve Simpatia (1979)
- Alô, Alô, Como Vai (1980)
- Bem-Vinda Amizade (1981)
- Dádiva (1984)
- Sonsual (1985)
- Ben Brasil (1986)
- Ben Jor (1989)
- Live in Rio (1992)
- 23 (1993, BR:
Gold)[3] - Mestres da MPB (1993, BR:
Platin) - Que Maravilha (Grandes Sucessos De Jorge Ben Jor) (1993, BR:
Gold) - Ben Jor World Dance (1995)
- Homo sapiens (1995)
- Músicas Para Tocar em Elevador (1997)
- Acústico MTV - Banda do Zé Pretinho (2002, BR:
Gold) - Acústico MTV - Admiral Jorge V (2002)
- Reactivus amor est - Turba Philosophorum (2004)
Lieder
- O telefone tocou novamente (1970, BR:
Gold) - Mas, que Nada!
- Charles Anjo 45
- Que Pena
- País Tropical
- Fio Maravilha
- Taj Mahal
- Take It Easy My Brother Charlie
- Bebete Vaobora
- Umbabarauma (Ponta de Lança Africano)
- Oba, La Vem Ela
- Carolina, Carol Bela
- Chove Chuva
Weblinks
- Jorge Ben bei Discogs
- Besprechung einer Auswahl von Studioalben
- Benjor. Aqui voce tem tudo sobre musica. In: com.br. 2014, archiviert vom am 13. Januar 2015 (brasilianisches Portugiesisch).
Musikbeispiele
- Jorge Ben: Mas, que Nada! auf YouTube
- Jorge Ben: Chove Chuva auf YouTube
- Jorge Ben & Toquinho: Carolina Carol Bela auf YouTube
- Jorge Ben: Oba, Lá Vem Ela auf YouTube