June Havoc

US-amerikanische Schauspielerin From Wikipedia, the free encyclopedia

June Havoc (gebürtig: Ellen Evangeline Hovick; * 8. November 1912 in Vancouver, British Columbia; † 28. März 2010 in Wilton, Connecticut) war eine US-amerikanische Schauspielerin.

Leben

Angetrieben von ihrer ehrgeizigen Mutter Rose Thompson Hovick (1890–1954), übernahm June Hovick bereits im Alter von zwei Jahren Auftritte. Ihre ältere Schwester war die Schauspielerin und Entertainerin Gypsy Rose Lee (1911–1970), die in den USA vor allem durch ihre legendären Striptease-Auftritte zu enormer Popularität gelangte. In dem bekannten Musical Gypsy (uraufgeführt 1959) und dessen Verfilmung (1962) wird das Leben der Bühnenfamilie Hovick geschildert. Später erhielt June den leichter auszusprechenden Nachnamen Havoc verpasst.

Als Kinderdarstellerin spielte Havoc von 1918 bis 1924 in mehreren Kurzfilm-Komödien von Hal Roach. In jenen Jahren trat sie außerdem gemeinsam mit der legendären Tänzerin Anna Pawlowa auf der Bühne auf und wurde schließlich Ensemblemitglied der städtischen Oper von St. Louis. Zudem arbeitete sie für ein zusätzliches Einkommen als Model. Nach Bühnenstationen in der Provinz erreichte June Havoc schließlich den Broadway, wo sie 1936 ihren Einstand gab.

1941 zog Havoc nach Hollywood. Hier erhielt sie in der Folge meistens größere Nebenrollen, die oft komödiantisch angehaucht waren, darunter in Filmen wie Keine Zeit für Liebe, Hilfe, ich bin Millionär und in Elia Kazans oscarprämiertem Filmdrama Tabu der Gerechten. Bereits ab 1951 konzentrierte sie sich wieder fast vollständig auf ihre Tätigkeit am Theater. Wenig später kamen auch Angebote vom Fernsehen. Nach einer Gastrolle 1990 in der Serie General Hospital zog June Havoc sich ins Privatleben zurück.

Neben ihrer Leinwandkarriere beeindruckte die Schauspielerin durch ihr mutiges Eintreten für die Bürgerrechte in den USA. In der McCarthy-Ära gehörte Havoc als Teil des Committee for the First Amendment zu den wenigen Filmschaffenden (darunter Danny Kaye, Humphrey Bogart, Lauren Bacall und Gene Kelly), die in Washington gegen die von antikommunistischer Hysterie geprägten Menschenrechtsverletzungen durch einige Politiker aufbegehrten und für die Wahrung der Unverletzbarkeit der politischen Meinungsfreiheit demonstrierten.

June Havoc war dreimal verheiratet, unter anderem mit dem Drehbuchautor William Spier. Ihr einziges Kind, die Tochter April Kent, wurde ebenfalls Schauspielerin und starb bereits vor ihr. June Havoc lebte zuletzt in Connecticut, wo sie im März 2010 im Alter von 97 Jahren starb.

Filmografie (Auswahl)

Commons: June Havoc – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

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