Künstlicher Hügel

hügelartige, von Menschen errichtete Struktur From Wikipedia, the free encyclopedia

Als Künstlicher Hügel wird in der Geomorphologie – im Unterschied zum natürlich entstandenen Hügel – eine anthropogen geschaffene, wenig gegliederte Landform[2][3] bezeichnet.

Der Silbury Hill – zusammen mit Stonehenge und Avebury im Jahr 1986 ins UNESCO-Welterbe aufgenommen – gilt als der größte prähistorische künstliche Hügel Europas und einer der größten der Welt.
Luftbild des Siedlungshügels Hazor. Die bronzezeitliche kanaanitische Metropole auf einem Tell in Ober-Galiläa nördlich des Sees Genezareth war um 1800 v. Chr. die größte Stadt in Kanaan. - Heute ist die antike Stadt eine Ruine, Tell Hazor, in der Nähe von Zefat.[1]

Es gibt zum Hügel keine allgemeingültige Definition und Beschreibung; die Festlegung ist vom jeweiligen Autor abhängig. Die Geomorphologen setzen im Allgemeinen einen relativen Höhenunterschied von maximal 200 Metern zwischen Gipfel und Umgebung voraus. Die englischsprachige Übersetzung Hill bezieht sich in der Regel auf die Form der Erhebung. Ein Bezug zur absoluten Meereshöhe wird nicht hergestellt.[4]

Entstehung

Künstliche Hügel können direkt durch menschliche Maßnahmen in der Natur entstehen, etwa:

  • künstliche Aufschüttungen und geformte Hügel als Erdbauwerke[5] im Garten- und Landschaftsbau;[6]
  • Grabhügel, als Aufschüttungen aus Erde oder Steingeröll zur Überhügelung prähistorischer Bestattungen (und deren Grabeinbauten). Die Grabhügelsitte wurde vorwiegend in der Jungsteinzeit, Bronzezeit- und Eisenzeit ausgeübt.[7]
  • Halden als Hügel aus Abraum, Müll oder anderem entsorgten Material:[8] etwa Trümmerhügel,[9] hügelförmige Abraumhalden[10] oder hügelförmige Müllhalden[11];
  • Jedutenhügel, auf denen entlang der Unterweser Warnfeuer entzündet werden konnten, um vor herannahenden Feinden (wie z. B. den Wikingern) zu warnen;
  • Køkkenmødding, prähistorische Abfallhaufen aus Nahrungsresten wie Muschelschalen und Schneckengehäusen, die oft als Ergebnis der Gezeitenfischerei an Meeres- oder Flussufern entstanden sind;[12]
  • Tell-Siedlungen, bei denen jahrtausendelang Häuser auf den Ruinen alter Häuser gebaut wurden;[13]
  • Warften, aus Erde aufgeschüttete Siedlungshügel, die bereits seit dem 3. Jahrhundert v. Chr. lange vor dem Deichbau entstanden und dem Schutz von Menschen und Tieren bei Sturmfluten dienen;[14] oder
  • Motten – vorwiegend in Holzbauweise errichtete mittelalterliche Burgen – deren Hauptmerkmal ein künstlich angelegter Erdhügel mit einem meist turmförmigen Gebäude ist.
  • Mounds, die künstlichen Hügel im Südosten der USA, die von verschiedenen Indianerkulturen als Kult- und Bestattungsbauten errichtet wurden.[15]

Benennung

Eine alte Bezeichnung, die vor allem in Eigennamen von künstlichen Hügeln vorkommt, ist Leeberg (mit zahlreichen Namensabwandlungen - wie zum Beispiel Löwenberg), so etwa im Leeberg von Großmugl, einem eisenzeitlichen Grabhügel.

Einzelne Hügel

Einzelnachweise

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