Chungmugong-Yi-Sun-sin-Klasse
Schiffsklasse der südkoreanischen Marine
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Die Chungmugong-Yi-Sun-sin-Klasse (Hangeul: 충무공 이순신급 구축함, Hanja: 獨島級強襲上陸艦), auch als KDX-II – Korean Destroyer eXperimental II bezeichnet, ist eine Klasse von sechs Zerstörern der Marine der Republik Korea (ROKN).
Die Munmudaewang | ||||||||||||||
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Allgemein
Diese Klasse von Schiffen ist ein Teil des dreistufigen KDX-Programms, an dessen Ende die südkoreanische Marine über die Fähigkeit verfügen wird, weltweit zu operieren. Außerdem soll die einheimische Werft- und Rüstungsindustrie gefördert werden, weshalb alle Schiffe des KDX-Programms in Südkorea gebaut werden. Auch ein Teil der Waffensysteme stammt aus südkoreanischer Fertigung.
Während es sich beim Projekt KDX-I um relativ kleine einfach gestaltete Schiffe handelt, stellen die KDX-II wesentlich fortschrittlichere Schiffe dar. Die Schiffe der letzten Stufe des KDX-Programms befinden sich erst im Bau, sie werden jedoch mit einer Verdrängung von über 9000 t und mit ihren modernsten Waffen- und Elektroniksystemen die weitaus komplexesten und kampfstärksten Schiffe der südkoreanischen Marine darstellen.
Einheiten
| Kennung | Name | Bauwerft | Stapellauf | Indienststellung | Anmerkung |
|---|---|---|---|---|---|
| 1. Baulos | |||||
| DDH-975 | Chungmugong Yi Sun-sin (충무공 이순신) |
Daewoo Shipbuilding & Marine Engineering, Goeje |
22. Mai 2002 | 2. Dezember 2003 | Aktiv |
| DDH-976 | Munmudaewang (문무대왕) |
Hyundai Heavy Industries, Ulsan |
11. April 2003 | 30. September 2004 | |
| DDH-977 | Dae Jo-yeong (대조영) |
Daewoo Shipbuilding & Marine Engineering, Goeje |
12. November 2003 | 30. Juni 2005 | |
| 2. Baulos | |||||
| DDH-978 | Wang Geon (왕건) |
Hyundai Heavy Industries, Ulsan |
4. Mai 2005 | 10. November 2006 | Aktiv |
| DDH-979 | Kang Gam-chan (강감찬) |
Daewoo Shipbuilding & Marine Engineering, Goeje |
16. März 2006 | 2. April 2007 | |
| DDH-981 | Choe Yeong (최영) |
Hyundai Heavy Industries, Ulsan |
20. Mai 2006 | 24. November 2007 | |
| DDH-980 | Auftrag storniert | ||||
Technische Beschreibung
Mit einer Länge von 150 m, einer Breite von 17 m und einer Verdrängung von ca. 5000 t sind sie wesentlich größer als die Schiffe der KDX-I-Klasse. Im Gegensatz zur Vorgängerklasse wurde auch zum ersten Mal die Stealth-Technik angewendet. Dies soll die Radar- und Infrarotsignatur auf ein Minimum reduzieren, eine komplette Unsichtbarkeit, wie es oft in verschiedenen Medien suggeriert wird, ist jedoch nicht möglich.
Als Antrieb dient ein so genannter CODOG-Antrieb, was für „Combined Diesel or Gas“ steht. Das heißt, dass für Langsamfahrt 2 Dieselmotoren von je ca. 10.000 PS verwendet werden, während für höhere Geschwindigkeiten die beiden Dieselmotoren abgeschaltet werden und zwei Gasturbinen vom Typ LM2500 den Antrieb übernehmen. Diese werden von General Electric hergestellt und leisten je über 30.000 PS.
Daneben ist auch eine umfangreiche elektronische Ausstattung eingerüstet, wobei das zweidimensionale Radarsystem AN/SPS-49(V)5 von Raytheon das Kernstück bildet.
Bewaffnung
Neben denn zwei separat aufgeführten Waffensystem verfügen die Schiffe der Klasse über ein 127-mm-Geschütz in Kaliberlänge 62 (Mark 45 Mod.4) von BAE Systems, zwei Vierfachstarter für SSM-700K-Sea Star (Hae Seong)-Seezielflugkörper, sowie ein Goalkeeper-Nachbereichsabwehrsystem. Eine Mk 41 VLS mit 32 Zellen zum Einsatz von SM-2-Flugabwehrraketen und ein K-VLS mit 24 Zellen zum Einsatz von Anti-U-Boot-Raketen vom Typ K745A1 Red Shark und Hyunmoo-3 Marschflugkörpern. Des Weiteren noch vier Mk 36 SRBOC-Täuschkörperwerfer zum Abfeuern von Düppel- und Infrarotraketen und eine Reihe von Handfeuerwaffen.
Nahbereichsverteidigungssystem
Das Nahbereichsverteidigungssystem (Close-In Weapon System) Mark 31 besteht aus den Flugkörpern RIM-116 Rolling Airframe Missile, welche in Transportkanistern vom Typ EX-8 stecken. Die Kombination wird wiederum als EX-44 bezeichnet. Der drehbare Werfer mit 21 Zellen vom Typ Mark 49 besteht aus der Startbox und einer Lafette, welche vom Phalanx CIWS übernommen wurde und als Mark 144 bekannt ist. Der Einfachheit wegen wird das Gesamtsystem schlicht als RAM bezeichnet, nach dem Flugkörper „Rolling Airframe Missile“. Die Chungmugong-Yi-Sun-sin-Klasse besitzt einen RAM-Starter – auf dem Dach der Brücke. Hauptaufgabe des Nahbereichsverteidigungssystems ist das Abfangen feindlicher Seezielflugkörper.
Torpedorohre
Die Torpedorohr-Drillinge vom Typ Mk 32 SVTT befinden sich mittschiffs zwischen dem Brückenaufbau und Schornsteins, sowohl an Backbord als auch an Steuerbord. Die verwendeten K745 Blue Shark-Torpdos werden mit Druckluft ausgestoßen. Dies geschieht je nach Einstellung mit 10–126 bar. Die Rohre des Werfers bestehen aus GFK, die Masse einer Einheit beträgt etwa eine Tonne.[1]
Bordhubschrauber
Bei den Einheiten Klasse dient ein Bordhubschrauber der Bekämpfung von U-Booten und für Verbindungsaufgaben. Es können bis zu zwei Hubschrauber vom Typ Super Lynx oder Lynx Wildcat mitgeführt werden. Die Bordhubschrauber werden mit Hilfe einer Verfahranlage automatisch vom Helipad in den Hangar und umgekehrt verfahren.
Siehe auch
Weblinks
- Chungmugong Yi Sun-sin-Klasse auf GlobalSecurity.org (englisch)
- Chungmugong Yi Sun-sin class (KDX-II) Guided Missile Destroyer auf seaforces.org (englisch)
