Cakchiquel

indigenes Mayavolk in Guatemala From Wikipedia, the free encyclopedia

Die Cakchiquel, auch Kaqchikel sind ein indigenes Maya-Volk in Guatemala.

Geschichte

Die Vorfahren der Cakchiquel lebten ursprünglich wahrscheinlich in der Sierra de los Cuchumatanes im westlichen Hochland von Guatemala, der mutmaßlichen Urheimat der Maya-Sprachen.[1] In Kaminaljuyú und der angrenzenden Region im zentralen Hochland von Guatemala, in der die Cakchiquel heute leben, fand zu Beginn der Frühen Klassik (ca. 200 u. Z.) ein deutlicher Wandel in der materiellen Kultur statt, der sich u. a. durch die Einführung einer neuen Keramiktradition (Solano) auszeichnet. Dies wird von einigen Archäologen (u. a. Geoffrey Braswell) so gedeutet, dass die gemeinsamen Vorfahren der Cakchiquel und der linguistisch eng verwandten Quiché und Tzutuhil um 200 aus dem Nordwesten in das zentrale Hochland von Guatemala einwanderten. In der archäologischen Stätte Chuisac in der Nähe von San Martín Jilotepeque lässt sich ein gradueller Übergang von der materiellen Kultur der Klassik zu der für die Cakchiquel charakteristischen materiellen Kultur der Postklassik beobachten.[2]

In der Postklassik waren die Cakchiquel-Sprecher in zwei größere politische Einheiten gespalten, nämlich in eine westliche Gruppe und in eine Chajomá genannte östliche Gruppe. Die westliche Gruppe war während der Späten Postklassik eng mit den das Hochland von Guatemala dominierenden Quiché verbündet. Zwischen 1430 und 1470 war das Zentrum der westlichen Gruppe Chi Awär in der Nähe von Chichicastenango. In dieser Zeit führten die westlichen Cakchiquel im Auftrag des Quiché-Herrschers K’iq’ab viele erfolgreiche Feldzüge aus und gewannen infolgedessen zunehmend an Einfluss. Nachdem Teile des Quiché-Adels K’iq’ab um 1470 entmachtet hatten, kam es zu einem Bruch zwischen den Quiché und den westlichen Cakchiquel, in dessen Folge Chi Awär verlassen und das weiter südlich im Departamento Chimaltenango gelegene Iximché zur neuen Hauptstadt der westlichen Cakchiquel ausgebaut wurde.[3] Infolge eines internen Konfliktes löste sich 1493 eine Untergruppe (Tuquché) von den westlichen Cakchiquel.[4] 1524 verbündeten sich die westlichen Cakchiquel zuerst mit den von Pedro de Alvarado angeführten Spaniern und halfen ihnen, die Quiché und Tzutuhil sowie mehrere Städte der Xinca und Pipilen zu unterwerfen.[5] Noch im selben Jahr begannen jedoch auch die westlichen Cakchiquel den Spaniern Widerstand zu leisten. Der Widerstand der westlichen Cakchiquel dauerte – mit einer zwischenzeitlichen Friedenszeit zwischen 1530 und 1532 – bis 1535.[6]

Das Zentrum der Chajomá lag im 15. Jahrhundert zuerst in Ochal, das wahrscheinlich der archäologischen Stätte Chuisac entspricht, und ab etwa 1450 in Jilotepeque Viejo. Die Chajomá waren mit der westlichen Cakchiquel-Gruppe und den Quiché verfeindet, weil diese versuchten, in das Gebiet der Chajomá zu expandieren.[7] Im Gegensatz zu den westlichen Cakchiquel verbündeten die Chajomá sich anfangs nicht mit den Spaniern. Einige Chajomá leisteten bis 1526 Widerstand.[8]

Nach der Eroberung konzentrierten die Spanier die Cakchiquel in mehreren kleineren Städten wie z. B. Sololá, Comalapa, Chimaltenango oder San Juan Sacatepéquez und ersetzten vorspanische Ämter durch Stadtgouverneure und Stadtverwaltungen nach spanischem Vorbild. Infolge mehrerer Epidemien ging die Cakchiquel-Bevölkerung im 16. und frühen 17. Jahrhundert stark zurück.[9]

Die Geschichte der Cakchiquel in der Postklassik und in den ersten Jahrzehnten nach der spanischen Eroberung wurde in der frühen Kolonialzeit u. a. in den Annalen der Cakchiquel, in den Títulos Xpantzay und in dem Título Chajoma niedergeschrieben.[10]

Gegenwart

Zu Beginn des 21. Jahrhunderts bezeichnen sich über 800.000 Guatemalteken als Cakchiquel, von denen fast 450.000 angeben, Cakchiquel-Muttersprachler zu sein. Damit zählen die Cakchiquel noch heute zu den zahlreichsten Mayavölkern und pflegen eine der meistgesprochenen Maya-Sprachen. Das Siedlungsgebiet umfasst schwerpunktmäßig die Departements Chimaltenango, Sololá und Sacatepéquez.

Literatur

Einzelnachweise

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