Karl Dalmer
deutscher evangelischer Theologe und Schriftsteller
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Karl Eduard Friedrich Dalmer (auch Carl) (* 18. März 1811 in Poseritz; † 16. Mai 1876 in Karlsbad) war ein deutscher evangelischer Theologe und Schriftsteller.
Leben
Karl Dalmer wurde als Sohn eines Küsters, Kantors und Schullehrers geboren und besuchte die Schule in Poseritz und das Stralsunder Gymnasium.
Er studierte evangelische Theologie von 1830 bis 1832 an der Universität Greifswald und dann bis 1833 in Berlin. Während seines Studiums wurde er 1830 Mitglied der Alten Greifswalder Burschenschaft Arminia, deren engerem Verein er angehörte. Wegen dieser Mitgliedschaft wurde im Zuge der Demagogenverfolgung 1833 eine Untersuchung gegen ihn eingeleitet und er wurde verhört, bis er im April 1834 schließlich ein Geständnis ablegte. Ende August 1834 bestand er seine Erste theologische Prüfung und war ab Frühjahr 1835 als Hauslehrer beim Gutsbesitzer Ludwig Holtz in Saatel (Kreis Franzburg) tätig. Am 12. Mai 1835 fand das abschließende Verhör in Stettin statt, am 5. Dezember wurde er vom Kammergericht wegen Hochverrats zu sechs Jahren Festungsarrest und Amtsunfähigkeit verurteilt. Durch eine Begnadigungsorder vom 4. Juli 1836 wurde seine Strafe auf ein Jahr reduziert, welche er ab Anfang Mai 1837 in der Berliner Hausvogtei verbüßte. Nach zwischenzeitlicher krankheitsbedingter dreimonatiger Haftverschonung saß er vom 1. Oktober 1837 bis zum 5. Juli 1838 im Magistratsgefängnis von Barth ein. Er wurde im Schwarzen Buch der Frankfurter Bundeszentralbehörde (Eintrag Nr. 272) festgehalten.
Nach seinem zweiten theologischen Examen 1839 wurde er Predigtamtskandidat in Müggenwalde bei Stralsund, bevor er dann als Lehrer an einer Privatschule in Samtens und 1843 bis 1844 als Lehrer am Predigerseminar in Wittenberg sowie als Hauslehrer arbeitete. Im Juli 1845 wurde er Diakonus in Lassan, im Januar 1850 Pfarrer in Rakow und im April 1866 Pfarrer in Rambin, wo er bis zu seinem Tod wirkte.
Die Universität Greifswald promovierte ihn 1856 zum Licentiaten (Lic.). Dalmer war wissenschaftlich und schriftstellerisch tätig. Er war Mitarbeiter von Wilhelm Quistorps Pommerania.
Karl Dalmer war der Schwager von Karl Tiburtius.
Veröffentlichungen
- Der Candidat des evangelischen Predigeramtes in seinem Verhältniß zur Familie, zum Staate, zur Kirche. Stralsund 1844.
- Auslegung des Briefes St. Pauli an die Colosser. Gotha 1858. Google-Books
- Lexicon breve. Graeco-Latinum ad voces et vocabula librorum novi testamenti explicanda. Gotha 1859. Google-Books
- Die Pfarrablieferungen mit den dabei vorkommenden Modalitäten. Stralsund 1861.
- Sammlung etlicher Nachrichten aus der Zeit und dem Leben des D. Albr. Joach. v. Krakevitz. Stralsund 1862. Google-Books
- Höllengrund, Sinabarg, Düwelsbodderfatt, een Rügensches Lööschen ut dat leewe Pommerland (Jahrgang 4, Nr. 1 u 2), Stralsund 1867. Google-Books
- Wur M. Geist ut Poseritz den Düwel utdreben häd ut de hollen Wege, 1868.
- Kirchenrechtliches. Stralsund 1869. Google-Books
- Ernst Muritz Årndt, wur he na hunnert Jåhren syne Wannerung dörch Düdschland wedder antreten will im plattdüdschen Rock mit synen Rügenschen Stock. Stralsund 1870. Digitalisat
- Dree Rügensche Lööschens: Vertellt in Rügensch Plattdütsch. 2. Auflage, Stralsund 1872.
- Sundia liberata. Stralsund 1875. Google-Books
Literatur
- Helge Dvorak: Biographisches Lexikon der Deutschen Burschenschaft. Band I: Politiker. Teilband 7: Supplement A–K. Winter, Heidelberg 2013, ISBN 978-3-8253-6050-4, S. 220–221.
Weblinks
- Eintrag zu Karl Dalmer in Kalliope
- Karl Dalmer auf: Peter Hansen: Die niederdeutsche Literatur. Autoren und mehr.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Dalmer, Karl |
| ALTERNATIVNAMEN | Dalmer, Karl Eduard Friedrich (vollständiger Name); Carl (alternative Schreibweise) |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher evangelischer Theologe |
| GEBURTSDATUM | 18. März 1811 |
| GEBURTSORT | Poseritz |
| STERBEDATUM | 16. Mai 1876 |
| STERBEORT | Karlsbad |