Karl Farber

deutscher Kameramann From Wikipedia, the free encyclopedia

Karl-Joachim Farber (* 26. September 1945 in Heidelberg) ist ein deutscher Kameramann, der vor allem in der Zeit der DDR für das DEFA-Dokumentarfilmstudio wirkte (unter dem Namen Karl Farber).

Leben

Karl-Joachim Farber wuchs in Heidelberg auf, bis seine Mutter mit ihm 1958 in die DDR übersiedelte. Sie war dort in Potsdam als Ärztin tätig. In seiner Kindheit in Westdeutschland war er von den Tierfilmen des Bernhard Grzimek (Oscarpreisträger 1960) inspiriert, und er begann nach dem Abitur 1965 zunächst eine Berufsausbildung als Rinderzüchter. Nach Ableisten des Wehrdienstes in der Nationalen Volksarmee 1966 bis 1967 arbeitete er ab 1967 als Kamerahilfe und Kameraassistent im DEFA-Studio für Dokumentarfilme. Von 1971 bis 1975 folgte das Kamera-Studium an der Hochschule für Film und Fernsehen der DDR in Potsdam-Babelsberg, heute Filmuniversität Babelsberg Konrad Wolf, das er mit dem Diplomfilm Mein lieber Mann abschloss.

Kurz nach dem Studium setzte er seine Tätigkeit als Kameramann beim DEFA-Dokumentarfilmstudio fort und arbeitete unter anderem mit Christian Lehmann und Kurt Tetzlaff zusammen. 1983 war er zusammen mit Eberhard Geick der Kameramann für den Film Erinnerung an eine Landschaft – für Manuela, der die Auslöschung von Ortschaften für den Braunkohleabbau in der DDR dokumentiert (Regie: Kurt Tetzlaff). Dieses Thema berührte später wieder sein Schaffen, als er zusammen mit Regisseur Peter Rocha eine Trilogie über den Braunkohleabbau und die Energiegewinnung in der Lausitz im damaligen DDR-Bezirk Cottbus schuf. Dafür erhielten die Filmemacher 1988 den Heinrich-Greif-Preis der DDR.

1983 drehte Karl-Joachim Farber als Regisseur und Kameramann den Film In der Strömung – über eine Frau, die als Fährfrau einer handbetriebenen Fähre an der Mulde bei Grimma (Region Leipzig) ihre Erfüllung findet. Der Film bekam auf der Leipziger Dokumentarfilmwoche 1983 den Spezialpreis des Verbandes der Film und Fernsehschaffenden der DDR.

1985 betreute er an der Hochschule für Film und Fernsehen den vietnamesischen Studenten Phi Tien Son, heute in Vietnam ein preisgekrönter Kameramann, bei dessen Diplomfilm Wacher sein und tiefer träumen.

Nach der Auflösung der DEFA im Zuge der Deutschen Wiedervereinigung war Karl-Joachim Farber weiterhin als Kameramann und Co-Autor im Dokumentarfilm tätig, auch fürs Fernsehen. Von 1991 bis 1994 hatte er eine Professur im Fach Kamera an der Babelsberger Filmhochschule inne.

Filmografie (Auszug)

  • 1975: Lieber ein Mann (Diplomfilm)
  • 1976: Tiergeschichten
  • 1977: Ich werde Artist
  • 1978: Positionen – Begegnungen in der VIII. Kunstausstellung der DDR
  • 1980: Die drei anderen Jahreszeiten
  • 1981: Der Frieden, den ich wollte
  • 1982: Das Atelier
  • 1982: Geburt einer Familie
  • 1983: In der Strömung
  • 1984: Erinnerung an eine Landschaft – für Manuela
  • 1986: Berlin-Nordost
  • 1986: Die Produktion von SPF Maus und Ratte im VEB Versuchstierproduktion Schönwalde
  • 1988: Das Singen im Dom zu Magdeburg
  • 1988: Hochwaldmärchen
  • 1989: Beobachtungen im Hause Brenner – Feierabendträume
  • 1990: Die Schmerzen der Lausitz
  • 1995: Da unten am Indian River
  • 1995: Am siebten Tag über den Syr-Darja
  • 1996: Die Olsenbande läßt grüßen
  • 1996: Behauptung eines Ortes – Berlin, Spandauer Vorstadt
  • 1998: Abstich
  • 1998: Der Mann ohne Gesicht – Markus Wolf
  • 1999: Das Jahr des Fischers

Literatur


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