Karl Lind

österreichischer Kunsthistoriker und Denkmalpfleger From Wikipedia, the free encyclopedia

Karl Lind (* 28. Mai 1831 in Wien; † 30. August 1901 ebenda) war ein österreichischer Kunsthistoriker und Denkmalpfleger.

Leben

Lind studierte Jura an der Universität Wien, ab 1855 arbeitete er in der Rechtsanwaltskanzlei von Cajetan von Felder, dem späteren Wiener Bürgermeister. 1857 wurde er promoviert, 1861 ging er als Beamter an das österreichische Handelsministerium. Dort war er für das Ausstellungswesen, darunter auch die Weltausstellung von 1873, und für die kunstgewerblichen Fachschulen zuständig. 1882 wurde er Referent für die kunstgewerblichen Fachschulen im Unterrichtsministerium.

Neben seiner eigentlichen beruflichen Tätigkeit war Lind im Wiener Altertumsverein als Geschäftsleiter und Redakteur der vereinseigenen Zeitschrift „Berichte und Mitteilungen des Altertums-Vereines zu Wien“ tätig und organisierte dessen Vortragsveranstaltungen und Exkursionen. Er arbeitete daneben auch für die „K.k. Zentralkommission für die Erforschung und Erhaltung der Kunst- und historischen Denkmale“, für die er ebenfalls deren Zeitschrift herausgab. Autodidaktisch bildete Lind sich auf den Gebieten der christlichen Archäologie, der österreichischen Epitaphik, Sphragistik und Heraldik fort und veröffentlichte zahlreiche eigene wissenschaftliche Beiträge.

Veröffentlichungen (Auswahl)

  • Archeologische Notizen über Nieder-Oesterreich. A. Pichler's Witwe & Sohn, Wien 1860.
  • Über die drei mittelalterlichen Kirchen der Minoriten, Augustiner und Carmeliten in der Stadt Wien. In: Berichte und Mitteilungen des Altertums-Vereines zu Wien. Bd. 5 (1861), S. 127–176 (Digitalisat).
  • Ueber den Krummstab: eine archäologische Skizze. Prandel und Ewald, Wien 1863.
  • Das Wappen der Stadt Wien: ein Versuch zur Feststellung der Geschichte dieses Wappens. Hof- und Staatsdruckerei, Wien 1866.
  • (Redaktion): Atlas kirchlicher Denkmäler des Mittelalters im österreichischen Kaiserstaate und im ehemaligen lombardisch-venetianischen Königreiche. 18 Bde., Gerold, Wien 1867–1872.
  • Die Mitra. In: Mittheilungen der K.K. Central-Commission zur Erforschung und Erhaltung der Baudenkmale. Bd. 12 (1867), S. 69–80 (Digitalisat).
  • Über Rundbauten mit besonderer Berücksichtung der Drei-Königs-Capelle zu Tulln in Nieder-Österreich. In: Mittheilungen der K.K. Central-Commission zur Erforschung und Erhaltung der Baudenkmale. Bd. 12 (1867), S. 146–168 (Digitalisat).
  • Die St. Laurenzkirche zu Lorch. In: Mittheilungen der K.K. Central-Commission zur Erforschung und Erhaltung der Baudenkmale. Bd. 13 (1868), S. 175–183 (Digitalisat).
  • Ein Antiphonarium mit Bilderschmuck aus der Zeit des XI. und XII. Jahrhunderts im Stifte St. Peter zu Salzburg befindlich: mit 5 Holzschnitten und 45 Tafeln. Prandel, Wien 1870.
  • Grabdenkmale während des Mittelalters: eine Studie mit besonderer Rücksicht auf die im Erzherzogthume Österreich u. d. E. befindlichen mittelalterlichen Grabdenkmale. In: Berichte und Mittheilungen des Altertums-Vereines zu Wien. Bd. 11 (1870), S. 161–213 (Digitalisat).
  • Die österreichische kunsthistorische Abtheilung der Wiener-Weltausstellung (pavillon des amateurs). In: Mittheilungen der K.K. Central-Commission zur Erforschung und Erhaltung der Baudenkmale. Bd. 18 (1873), S. 149–220 (Digitalisat).
  • Beiträge zur Kunde der älteren Gemeinde-Siegel und Wappen in Niederösterreich: mit einem Anhange über Siegel kirchlicher und weltlicher Corporationen. Selbstverlag, Wien 1875.
  • Zur Kunde mittelalterlicher Grabdenkmale in Österreich: eine Studie. Theil 1: XII. bis XIV. Jahrhundert. Selbstverlag, Wien 1880.
  • Städte-Wappen von Osterreich-Ungarn nebst den Landeswappen und Landesfarben. A. Schroll & Cie, Wien 1885.
  • Beitraege zur Denkmalkunde Kaerntens. Selbstverlag, K. K. Hof- u. Staatsdruckerei, Wien 1886.
  • Sammlung von Abbildungen mittelalterlicher Grabdenkmale aus den Ländern der österreichisch-ungarischen Monarchie. K. K. Hof- und Staatsdruckerei, Wien 1894 (Kunsthistorischer Atlas; 10).
  • Meisterwerke der kirchlichen Glasmalerei. Czeiger, Wien 1897 (Digitalisat).

Literatur

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