Katharina Oppenheim
österreichisch-deutsche Pianistin und Stifterin
From Wikipedia, the free encyclopedia
Katharina Oppenheim (geboren am 29. Juni 1862 in Ottakring; gestorben am 9. Juni 1933 in Frankfurt am Main) war eine österreichisch-deutsche Pianistin und Mäzenin sowie Freundin Clara Schumanns. Gemeinsam mit ihrem Ehemann Moritz Nathan Oppenheim war sie eine bedeutende Unterstützerin des Frankfurter Wissenschafts- und Kulturlebens.

Leben
Katharina Edle von Kuffner wurde 1862 als Tochter des jüdischen Unternehmers Ignaz von Kuffner und dessen zweiter Frau Rosalie Spitzer geboren. Ihr Bruder Moriz von Kuffner gründete die Kuffner-Sternwarte in Wien.
Im Juli 1884 heiratete Katharina von Kuffner im Wiener Stadttempel den Frankfurter Moritz Nathan Oppenheim. Aus der Ehe ging der Sohn Paul Oppenheim hervor. Katharina Oppenheim war eine Schülerin von Clara Schumann an Dr. Hoch’s Konservatorium und galt als ausgezeichnete Konzertpianistin.
Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten im Jahr 1933 verließ ihr Sohn Paul mit seiner Ehefrau Deutschland. Angesichts der drohenden Entrechtung begingen Moritz Nathan und Katharina Oppenheim am 9. Juni 1933 gemeinsam Suizid durch Vergiftung. Ihr Grab befindet sich auf dem Friedhof Rat-Beil-Straße in Frankfurt.
Mäzenatentum und kulturelles Wirken
Katharina Oppenheim widmete sich gemeinsam mit ihrem Ehemann der Förderung von Wissenschaft und Kunst. Im Jahr 1912 gründete das Ehepaar die mit 250.000 Mark ausgestattete „Katharina und Moritz Oppenheim’sche Universitätsstiftung“ zur Errichtung eines Lehrstuhls für theoretische Physik an der neu gegründeten Universität Frankfurt.
Die Villa der Oppenheims im Reuterweg 18 (ehemals 32) war über Jahrzehnte ein Zentrum des Frankfurter Musiklebens. In ihrem Salon verkehrten bedeutende Künstler wie Johannes Brahms, Wilhelm Backhaus und Paul Hindemith. Aufgrund ihrer engen Freundschaft zu Clara Schumann ließ das Ehepaar eine marmorne Porträtbüste der Künstlerin anfertigen, die sich heute als Bronzenachbildung im Foyer des Dr. Hoch’schen Konservatoriums befindet. Katharina Oppenheim wurde 1884 Mitglied des Cäcilienchors Frankfurt, in einer Mitgliederliste von 1925 wird sie als passives Mitglied aufgeführt.
Ehrungen
In Ottakring war von 1886 bis 1944 und ist seit 2002 wieder die Straße Katharinenruhe nach Katharina Oppenheim benannt.
2024 wurde der im Physikalischen Verein entdeckte Kleinplanet (343981) Oppenheim zu Ehren des Ehepaars Oppenheim benannt.
Im April 2026 wurde vor ihrem ehemaligen Wohnhaus im Reuterweg 18 auf Anregung des Cäcilienchors Frankfurt ein Stolperstein für Katharina Oppenheim und ihren Ehemann verlegt.
Literatur
- Cäcilien-Verein (Hrsg.): Spurensuche 2. Verfolgte Mitglieder des Cäcilienchors Frankfurt am Main und ihre Familien ab 1933. Frankfurt am Main 2026.
Weblinks
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Oppenheim, Katharina |
| ALTERNATIVNAMEN | Kuffner, Katharina Edle von (Geburtsname) |
| KURZBESCHREIBUNG | österreichisch-deutsche Pianistin und Mäzenin |
| GEBURTSDATUM | 29. Juni 1862 |
| GEBURTSORT | Ottakring |
| STERBEDATUM | 9. Juni 1933 |
| STERBEORT | Frankfurt am Main |