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Kelmendi

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Kelmendi ist ein albanischer Familienname, der sich vom historischen gleichnamigen Stamm (albanisch Fis) aus der Region Kelmend in den Albanischen Alpen ableitet und besonders in Nordalbanien im westlichen Kosovo vorkommt.

Herkunft: der Stamm der Kelmendi

Der Stamm Kelmendi ist ein katholisch geprägter Hochlandstamm Nordalbaniens, bekannt für seine Eigenständigkeit und Wehrhaftigkeit. Die Kelmendi lebten in Autonomie und Widerstand gegen die Fremdherrschaft des Osmanischen Reiches.

Seit dem 17. Jahrhundert stand der Stamm unter dem Schutz des Habsburgerreiches, das seine katholischen Verbündeten gegen die Expansion des Osmanischen Reiches unterstützte.

Namensherkunft

Der Name Kelmendi leitet sich vom Vornamen Kelmend ab, einer albanischen Variante des lateinischen Namens Clemens, was „sanftmütig, mild“ bedeutet.

Verbreitung

Die Kelmendi bewohnen eine abgelegene Bergregion Nordalbaniens in den Albanischen Alpen. Zur nach dem Stamm benannten Region Kelmend gehören die Orte Vermosh, Selca, Lepusha, Nikç, Tamara und Vukël.

Bedeutung für Nationalbewusstsein

In der Rilindja Kombëtare (albanische Nationalbewegung des 19. Jahrhunderts) wurde der Stamm als Symbol für Eigenständigkeit, Widerstand gegen Fremdherrschaft und katholische Wehrhaftigkeit hervorgehoben. Nora von Kelmendi wurde als weiblicher Skanderbeg interpretiert: Eine Heldin, die Mut, Klugheit und strategisches Denken verkörpert und die nationale Erzählung männlicher Helden ergänzt. Die historische Schutzmacht des Habsburgerreiches verstärkte die Wahrnehmung der Kelmendi als katholische, europäisch orientierte Gemeinschaft. Der Name Kelmendi fungiert daher als Träger kultureller und patriotischer Identität, mit starker Symbolkraft in Albanien und der Diaspora.

Bekannte Namensträger

Literatur

  • Robert Elsie: The Tribes of Albania. I.B. Tauris, London / New York 2015, ISBN 978-1-78453-401-1, S. 15 ff. (englisch).
  • Edith Durham: High Albania. Edward Arnold, London 1909 (englisch).
  • Shaban Demiraj: Epika legjendare e shqiptarëve (Die legendäre Epik der Albaner). Tirana 1981 (albanisch).
  • Martin Camaj: Nora e Kelmendit në traditën gojore (Nora von Kelmendi in der Tradition mündlicher Überlieferungen). Prishtina 1972 (albanisch).
  • Peter Bartl: Albanien. Vom Mittelalter bis zur Gegenwart. Pustet, Regensburg 1995, ISBN 978-3-7917-1451-6.
  • Eqrem Çabej: Studime për folklorin (Studien zur Folklore). Rilindja, Tirana 1976 (albanisch).

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