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Knut Støren Castberg

Norwegischer Lehrer für Gartenbau From Wikipedia, the free encyclopedia

Knut Støren Castberg, als Autor Knut S. Castberg (* 25. März 1912 in Strinda (heute Trondheim); † 11. Mai 1980 in Drammen),[1] war ein norwegischer Lehrer für Gartenbau und ab den 1950er Jahren maßgeblich an der Gestaltung der Gärtnerfachausbildung in Norwegen beteiligt. Er förderte den Gartenbau in vielerlei Rollen, als Pädagoge und Schuldirektor, als Mitarbeiter des Planungsausschusses im Landwirtschaftsministerium, als Experte für die Entwicklung neuer Lehrpläne und als Fachbuchautor.

Er organisierte und plante die Staatlichen Gärtnerschulen in Rå bei Kvæfjord und in Jensvoll bei Lier. Als er 1978 mit der Königlichen Verdienstmedaille geehrt wurde, hob die Laudatio hervor, dass in Norwegen bisher niemand außer Knut S. Castberg zwei Schulen von Grund auf errichtet habe.

Leben und Werk

Familie

Die „gute Stube“ im Pfarrhaus Berg, wo Knut und seine acht Geschwister aufwuchsen

Knut Støren Castberg war eines von neun Kindern des Pastors Tycho Castberg (1872–1948) und der Wilhelma Marie Støren (1875–1961).[2] Sein Vater hatte acht Jahre als Priester der Norwegischen Seemannsmission in New York verbracht und kehrte 1910 in seinen Heimatort Strinda zurück, um als Kaplan (später als Pfarrer und Propst) im Pfarrhof Berg zu wirken. Hier wurde Knut geboren und verbrachte seine Jugend.[3][4]

Alle Geschwister von Knut machten Abitur (auch die Mädchen), und alle bis auf eine Schwester schlossen auch ein Studium ab, und zwar in verschiedenen Fächern. Zwei Brüder wurden Architekt, darunter der nach dem Vater benannte Tycho; zwei weitere wurden Priester. In einem Familienfoto von 1935 posieren Vater Tycho und seine neun Kinder als „Studenten“, mit Kappe und Tracht der Russen.

Knut Castberg ist ein Mitglied der gleichnamigen alten norwegischen Familie, die seit dem 17. Jahrhundert nachgewiesen ist und immer wieder prominente Vertreter hervorgebracht hat, vor allem in der Politik und verschiedenen Künsten. Über die Genealogie der Familie veröffentlichte Knuts Onkel Aage Stabell Castberg 1938 die maßgebliche Studie.

Ausbildung

Knuts berufliche Ausbildung zum Gärtner dauerte über zehn Jahre. Nach dem Abschluss der Mittelschule mit 16 Jahren legte er ein sechsmonatiges Praktikum in einer dänischen Gärtnerei ab. 1932 machte er Abitur (Examen artium) und danach weitere Praktika in Norwegen und in Großbritannien. Er legte die Prüfung an der Staatlichen Gartenbauschule (Statens hagebruksskole) in Staup bei Levanger ab, um für das Studium an der Norwegischen Landwirtschaftshochschule (Norges landbrukshøgskole), der heutigen NMBU, zugelassen zu werden.[5]

Ab 1935 studierte er an der dortigen Abteilung für Gartenbau. 1938 schloss er den Fachbereich Gartenbau mit dem kandidateksamen ab (entspricht dem heutigen Bachelor).[6] Anschließend absolvierte er bis August 1939 ein Praktikum bei dem Gartenarchitekturbüro R. Köhler in Berlin.[5] Noch im selben Jahr 1939 wurde er als Lehrer an der Staatlichen Gärtnerschule (Statens gartnerskole) in Oslo eingestellt.[7]

Heirat

Am 29. Dezember 1939 heiratete Knut Castberg in der Kirche von Lade die gleichaltrige Kristi Bakketun (* 1. Januar 1912 in Berlin; † 9. April 1990)[8][9], Tochter des Diplom-Ingenieurs Knut Bakketun (1882–1962) und der Elise Behnke (1888–1958).[6] Aus Knut Castbergs Todesanzeige geht hervor, dass er mehrere Kinder hatte, die aber nicht besonders hervorgetreten sind.

Pädagoge

Das Wappen der Gemeinde Kvæfjord, Standort der Gärtnerschule von Rå, zeigt eine Erdbeerpflanze

Während seiner fünfzehn Jahre als Lehrer in Oslo unterrichtete Castberg Pflanzenkunde, Blumenzucht und Gewächshausbetrieb. Im Jahr 1952 lernte er in einem neunmonatigen Studienaufenthalt in den USA neue Methoden der Pflanzenzucht kennen, über die er im Folgejahr in der Gärtnerzeitschrift Gartneryrket berichtete. Ab Frühjahr 1945 war er für ein Jahr der stellvertretende Rektor seiner Schule und 1946 einige Zeit lang stellvertretender Leiter des Instituts für Blumenzucht an der Norwegischen Landwirtschaftshochschule.

Zu dieser Zeit hatte der Staat bereits in Jensvoll in Lier (Fylke Buskerud) ein Grundstück erworben, mit der Absicht, die Gärtnerschule aus Oslo dorthin zu verlegen. 1948–1953 war Castberg Sekretär des Ausschusses, der vom Landwirtschaftsministerium für die Planung der neuen Schule eingesetzt worden war.[5]

Rektor

Überraschenderweise beschloss das Parlament jedoch, zunächst eine neue Schule im nordnorwegischen Rå in Kvæfjord (Fylke Troms) einzurichten. Am 1. Januar 1954 trat Castberg sein Amt als Rektor der neuen Schule an und übernahm selbst die Leitung des Planungs- und Bauausschusses. Innerhalb von fünf Jahren entwickelte er die Gärtnerschule Rå von Grund auf zu einem mustergültigen Lehrbetrieb mit Ausstrahlung auf die Gartenwirtschaft der gesamten Region.[5]

Als die Rektorenstelle in Oslo frei wurde, bewarb sich Castberg erfolgreich.[10]' Am 1. Oktober 1959 trat er sein Amt an und kümmerte sich erneut um den Bau der Schule in Jensvoll, die schließlich Ende 1960 fertiggestellt wurde. „Während Castbergs Amtszeit als Rektor, die bis 1977 dauerte, entwickelte sich die Staatliche Gärtnerschule Jensvoll zu einer hochmodernen Fachschule für Gewächshausproduktion und Blumenzucht und wurde zudem zur ersten Fachschule des Landes für Landschaftsgärtnertechniker.“[5]

Wirkung und Würdigung

Das Wappen der Gemeinde Lier, Standort der Gärtnerschule von Jensvoll, zeigt fünf Apfelblüten

Auch Castbergs „Nebenbeschäftigungen“ betrafen den Gartenbau. 1959–1963 war er Vorsitzender des Rates für landwirtschaftliche Ausbildung (Landbruksopplæringsrådet) und hatte damit großen Einfluss auf die Ausarbeitung der neuen Lehrpläne für Fachschulen in den 1960er Jahren. Er war Mitverfasser eines 1960 erschienenen Handbuchs Für Gartenfreunde in Nordnorwegen. Noch bedeutender war seine Mitarbeit am etwa gleichzeitig veröffentlichten Norwegischen Gartenlexikon.[5]

Am 1. Juli 1978 wurde Knut Støren Castberg mit der Königlichen Verdienstmedaille in Gold ausgezeichnet.[11] In der Laudatio wurden sein Fachwissen und seine Führungsqualitäten gewürdigt, sein Gerechtigkeitssinn und seine Fähigkeit zur Zusammenarbeit, seine Tatkraft und sein Humor. „Das Landwirtschaftsministerium betonte, dass niemand außer Castberg zwei Schulen von Grund auf aufgebaut habe.“[5]

Obwohl er in Lier wohnhaft war, verstarb Knut Castberg am 11. Mai 1980 in Drammen[1][6] und wurde am 16. Mai um 12:30 Uhr auf dem Vestre Gravlund in Oslo begraben.[12][13]

Auszeichnungen

Veröffentlichungen

Todesanzeige von Knut Støren Castberg

Monografien

(Quelle:[14])

  • Knut S. Castberg, Johan Auranaune: For hagevenner i Nord-Norge. Stauder, busker og træ. (Für Gartenfreunde in Nordnorwegen. Stauden, Sträucher und Bäume.) Norden, Bodø 1960.
  • Oddlaug Brunvoll, Knut S. Castberg, Johan Auranaune: For hagevenner i Nord-Norge. Stauder, busker og træ. Norden, Bodø 1967.
  • Oddvar Lund, Arne Thorsrud, Knut S. Castberg: Norsk hagebruksleksikon. (Norwegisches Gartenlexikon.) Aschehoug, Oslo.
    • Band 1: 1960.
    • Band 2: 1961.
    • Supplementshefte. 1966.

Artikel in der Zeitschrift Gartneryrket

(Quelle:[5])

  • Den praktisk-teoretiske undervisning ved den nye Statens Gartnerskole i Lier. (Der praktische und theoretische Unterricht an der neuen Staatlichen Gärtnerschule in Lier.) 1951, S. 48, 58, 68–69.
  • Nellikformering i USA. (Nelkenvermehrung in den USA.) 1953, S. 391–392.
  • Hormonbehandling av veksthusroser. (Hormonbehandlung von Gewächshausrosen.) 1953, S. 544.
  • Statens Gartnerskole Jensvoll. (Staatliche Gärtnerschule Jensvoll.) 1960, S. 895–900 und 1961, S. 418–421.
  • Forslag til nye kurs- og undervisningsplaner for fagskolene i gartneri og hagebruk. (Vorschläge für neue Lehr- und Ausbildungspläne für die Fachschulen für Gartenbau und Gartenpflege.) 1962, S. 594–599.

Literatur

(Quelle:[5])

  • O. Lund: Knut S. Castberg 60 år. In: Gartneryrket. 1972, S. 267.
  • O. Lund: Kongens gull til Knut S. Castberg. In: Gartneryrket. 1978, S. 1039–1040.
  • Hvem er Hvem? 12. Ausgabe 1979. Aschehoug, Oslo 1979.
  • A. Myrstad: Knut Støren Castberg til minne. In: Gartneryrket. 1980, S. 519–520.

Einzelnachweise

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