Unternehmen Kozara
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Das Unternehmen Kozara war eine militärische Operation der deutschen Wehrmacht sowie der kroatischen Heimwehr, die zwischen dem 5. Juni und 18. Juli 1942 im Kozaragebirge im heutigen Bosnien und Herzegowina durchgeführt wurde.[1] Alternativ war die Operation als Unternehmen Westbosnien bzw. Operation Westbosnien bekannt.[2.1] Im serbischen Sprachgebrauch werden die Gefechte als Schlacht von Kozara (serbisch Битка на Козари Bitka na Kozari) bezeichnet.[3]
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| Teil von: Jugoslawischer Kriegsschauplatz (Zweiter Weltkrieg) | |||||||||||||||||||
Darstellung im "Historischen Atlas des Jugoslawischen Befreiungskrieges" | |||||||||||||||||||
| Datum | 10. Juni 1942 bis 18. Juli 1942 | ||||||||||||||||||
| Ort | Kozaragebirge Bosnien und Herzegowina | ||||||||||||||||||
| Ausgang | Sieg der Wehrmacht und der Ustascha | ||||||||||||||||||
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Hintergrund
Politische Rahmenbedingungen
Im Frühjahr 1941 hatte die Wehrmacht im Balkanfeldzug Jugoslawien besetzt und den sogenannten Unabhängigen Staat Kroatien als deutschen Vasallenstaat unter Führung der faschistischen Ustascha errichtet. Im Verlauf des Sommers 1941 begann als Reaktion auf die ethnischen Säuberungen (Völkermord an Serben, Völkermord an Roma, Völkermord an Juden), mit welchen die Ustascha besonders im heutigen Bosnien-Herzegowina sogleich begannen, ein schwerer Partisanenkrieg, an dem sich u. a. die serbisch-nationalistischen Tschetniks sowie die kommunistisch geprägte Partisanenbewegung beteiligten. Die deutschen und italienischen Besatzungstruppen, welche mit den Ustascha verbündet waren, führten die Partisanenbekämpfung mit großer Härte durch.[1.1] Der Sühnebefehl vom 16. September 1941 sah die gezielte Tötung von 100 Zivilisten für jeden durch Partisanenangriffe getöteten deutschen Soldaten vor.[1.2]
Kozara
Das zerklüftete Kozaragebirge war für Partisanenaktivität gut geeignet, weshalb sich dort seit Beginn des Partisanenkrieges besonders viele Widerstandskämpfer aufhielten.[4.1] In der Kozara hatten sich schon im Jahr 1941 außerordentlich früh Widerstandsgruppen gegen die Ustascha gebildet.[5.1] Spätestens ab August 1941 war die Partisanenbewegung der Kozara gut organisiert und ihr Bereich auch den faschistischen Mächten als Partisanenzentrum bekannt.[6.1] Die Partisanenbekämpfung im heutigen Bosnien-Herzegowina inklusive der Kozara wurde nach dem Sieg der Wehrmacht und der Ustascha im Unternehmen Užice (Oktober 1941) zum neuen Hauptaugenmerk der Besatzungsmacht.[6.2] Die Partisanen errichteten im Frühjahr 1942 zwischen den Kozarabergen und dem Fluss Save ein fast vollständig befreites Territorium, das die Achsenmächte zurückerobern wollten.[7] Aus Sicht der deutschen Besatzungsmacht war besonders lästig, dass die Partisanen in der Kozara die Produktion der Eisenerzmine bei Ljubija verhindern oder beschränken konnten.[4.1] Zudem war die Kozara explizit eine Hochburg der Kommunisten, wo die nationalistischen Tschetniks weniger Einfluss hatten als z. B. in Zentralbosnien oder in der Manjača.[8.1]
Das Kozara-Gebiet war ein wichtiges Rückzugsareal der Partisanen, nachdem die italienische 2. Armee die Region im Jahr 1941 besetzt hatte. Bereits im November 1941 hatten deutsche und kroatische Verbände einen Versuch unternommen, die Partisanen aus den Kozarabergen zu vertreiben, diesen kurzen Zugriff am 25. und 26. November jedoch relativ schnell wegen fehlender Kräfte wieder abgebrochen.[1.3] Als einige der Partisanen in der Gegend sich jedoch von der kommunistischen Bewegung abwandten und sich stattdessen den serbisch-nationalen Tschetnik-Verbänden anschlossen, entstand für die Partisanenführung die Priorität, die eigene Dominanz in der Gegend wiederherzustellen. Daraufhin unternahmen die örtlichen Partisanen Angriffe auf und schließlich die Besetzung der Ortschaften Prijedor und Ljubija inklusive eines nahegelegenen Bergwerks.[2.2]
Militärische Vorbereitungen
Das Unternehmen Kozara beruhte auf der Kooperation zwischen Kräften der Wehrmacht, der Ustascha und der ungarischen Donauflotte im besetzten Jugoslawien, ähnlich wie schon im Frühjahr 1942 (Unternehmen Südostkroatien, Unternehmen Trio).[4.1]
Am 23. Mai 1942 gab Paul Bader, der noch bis zum 28. Mai die Kampfgruppe Bader führte, die er im Rahmen der zweiten Phase des Unternehmens Trio unter italienischer Führung eingesetzt hatte, Befehle zu einer eigenständigen deutschen Operation im Kozaragebirge aus. Ziel der Operation war es, die von der Partisanenbewegung unter Josip Broz Tito kontrollierten Teile Westbosniens zurückzuerobern.[1.3] Sechs Partisanenabteilungen waren im Gebiet aktiv.[2.2] Zu diesem Zeitpunkt bestand die Kampfgruppe Bader aus ca. 11.000 Wehrmachtsangehörigen, 17.917 Angehörigen der Ustascha und der kroatischen Heimwehr sowie etwa 2000 serbisch-nationalen Tschetniks. Die Partisanen hatten eine Gesamtstärke von ca. 3500 Kämpfern.[4.2] Zwei in der Nähe stationierte italienische Divisionen (Bergamo und Sassari) konzentrierten sich auf ihre Garnisonen und Konvoi-Eskorten und bekämpften nur sekundär die Partisanen.[2.2]

Der deutsche Befehlshaber der Operation, Friedrich Stahl (Divisionskommandeur der 714. Infanterie-Division),[5.2] gab am 4. Juni Befehle an seine neue deutsch-kroatische „Kampfgruppe Westbosnien“ aus, die Partisanengruppen im Operationsgebiet zu zerschlagen. Gleichzeitig übernahm Stahl auch die taktische Führung der kroatischen Truppenteile. Die Grenzen des Operationsgebiets waren die Flüsse Save im Norden, Una im Westen, Vrbas im Osten und die deutsch-italienische Demarkationslinie im besetzten Jugoslawien im Süden.[9]
Das Unternehmen Kozara hob sich von fast allen gemeinsamen Operationen der Wehrmacht und der Ustascha in der Hinsicht ab, dass sich deutsche und kroatische Kommandeure vorab geeinigt hatten, das gesamte Gebirge durch eine großangelegte Deportation der Zivilbevölkerung für die Partisanen als Rückzugsgebiet uninteressant zu machen.[1.4] Die Gesamtbevölkerung des Gebiets betrug zum Zeitpunkt der letzten jugoslawischen Volkszählung von 1931 ~200.000 Menschen,[9.1] von denen im Verlauf der Operationen von Juni–Juli 1942 insgesamt ~68.000 entweder deportiert wurden oder im Angesicht anrückender deutscher und besonders kroatischer Truppen die Flucht antraten.[2.3] Die größte Teilgruppe der Bevölkerung der Kozara waren ethnische Serben, von denen 1931 ~131.000 in der Kozara lebten.[9.1]
Beteiligte Truppen
Wehrmacht und Ustascha

Für den neuerlichen Angriffsversuch trafen die deutschen und kroatischen Offiziere diesmal bessere Vorbereitungen. Die kroatischen Verbände, die den Deutschen zuvor hauptsächlich undisziplinierte Einheiten der Ustascha-Milizen zur Verfügung gestellt hatten, wurden in Form dreier neu aufgestellter Gebirgsinfanteriebrigaden reorganisiert.[1.3] Diese agierten im Rahmen der 1. Gebirgsdivision der kroatischen Heimwehr.[9.2] Die deutsche Luftwaffe stellte einen eigenen Fliegerführer Westbosnien für die Operation bereit. Die deutschen Bodentruppen wurden in der „Kampfgruppe Westbosnien“ unter Friedrich Stahl zusammengefasst, waren aber mit drei Infanteriebataillonen, einem Landesschützenbataillon und vier Artilleriebatterien vergleichsweise schwach, obwohl Bader bereits zwei Bataillone des 721. Regiments der 714. Division in Serbien für die Operation abkommandiert hatte. Das mit Deutschland und Kroatien verbündete Königreich Ungarn stellte für die Operation einige Flussschiffe auf der Donau zur Verfügung.[1.3]
Partisanen

Ende Juni 1942 schätzten die zuständigen Wehrmachtsoffiziere die Stärke der Partisanen im Kozara-Gebirge auf 4000–5000 gut bewaffnete Kämpfer. Die deutsche Mission in Zagreb übermittelte am 23. Juli einen Bericht nach Berlin, der die Truppenstärke der Partisanen mit 5000 bezifferte, was in etwa späteren jugoslawischen Nachkriegsschätzungen entspricht. Die Delegation der italienischen 2ª Armata in Jugoslawien schätzte am 22. Juli die Anzahl Partisanen in der Kozara auf etwa 3000; nach späteren Aussagen von Ustascha-Offizieren seien es 7000–8000 gewesen. Der wichtigste Verband der Partisanenarmee war die 2. Partisanenabteilung „Krajina“.[9.3]
Geschichte
Militärische Operationen

Das Ziel der ersten Phase der Operation, die am 10. Juni 1942 begann, war es, in gleichzeitigen Stößen mit der Kampfgruppe Westbosnien aus Westen und der kroatischen 3. Gebirgsbrigade aus Osten in Richtung Prijedor und Ljubija das örtliche Erzbergwerk der Kontrolle der Partisanen zu entreißen und eine Sperre zu bilden, die das spätere Operationsgebiet von Süden her abriegeln sollte. Dieser Plan wurde am 12. Juni bei Prijedor verwirklicht. Tags darauf wurde die Verteidigungslinie der Kampfgruppe Westbosnien von einer Gruppe von ~1.500 Partisanen heftig attackiert, konnte aber die eigene Stellung halten und die Angreifer mit ~200 jugoslawischen Gefallenen zum Rückzug zwingen.[1.5]
Am 14. Juni begannen die Kroaten mit der 1. und 2. Gebirgsbrigade aus dem Westen des Operationsgebiets mit einem Vormarsch in östlicher Richtung, um das Kozara-Gebiet nach Partisanen-Stützpunkten zu durchkämmen.[1.6] Noch während der Operation begannen die kroatischen Gebirgsjäger, große Mengen von Vieh zu konfiszieren.[9.2] Bis zum 19. Juni erreichten sie die vereinbarte Ziellinie, wurden aber dort in schwere Gefechte mit den Partisanen verwickelt. Am 19. Juni und erneut am 21. Juni erlitt die kroatische 2. Brigade schwere örtliche Rückschläge. Am 22. Juni traf ein weiterer Angriff auch die kroatische 1. Brigade. Bis einschließlich zum 25. Juni erlitten die beiden kroatischen Brigaden mindestens 235 Gefallene, 521 Vermisste und hohe Verluste an Kriegsgerät, wozu auch 68 Maschinengewehre gehörten.[1.6]
Bis zum 23. Juni traten deutsche Verbände in die kroatische Linie, um die Lage zu stabilisieren, wodurch die örtlichen Rückzüge der kroatischen Truppen beendet werden konnten. Der deutsche Befehlshaber Friedrich Stahl meldete, dass die angeschlagenen kroatischen Brigaden zu keinen weiteren Offensivoperationen fähig sein würden. Der ursprüngliche Ansatz, den Kessel um die Partisanen gleichzeitig von Süden und von Westen her einzuengen, wurde von den Befehlshabern der Achsen-Verbände dementsprechend verworfen.[1.6]
Paul Bader hatte in der Zwischenzeit in Anbetracht der lokalen Rückschläge seiner Verbände weitere Truppen in den Sektor befohlen, woraufhin vier Bataillone und ein Regimentsstab der 714. Division von ihren bisherigen Besatzungsaufgaben abberufen und nach Bosnien befohlen wurden. Diese Verstärkungen bildeten gemeinsam die neue „Kampfgruppe Borowski“. Die Verlegung der Kampfgruppe begann am 23. Juni, die ersten Teile trafen ab dem 27. Juni im Frontbereich ein. Nachdem die Kampfgruppe Borowski vollständig ihre Verfügungsräume erreicht hatte, hatte sich das deutsche Truppenkontingent im Operationsgebiet des Kozara-Gebirges mehr als verdoppelt.[1.6]
Während Stahl mit seiner Kampfgruppe Westbosnien auf die Verstärkung wartete, mussten Wehrmachts- und Ustascha-Truppen wiederholte Ausbruchsversuche sowie Entsatzangriffe von außerhalb des Belagerungsrings, insbesondere aus der italienischen Besatzungszone, abwehren. Erst ab dem 28. Juni konnten sie erneut zur Offensive übergehen und näherten sich erneut den Gebirgskämmen der Kozara.[1.6]
In der Nacht vom 3./4. Juli unternahmen die Partisanen einen verzweifelten Ausbruchsversuch und konnten den Belagerungsring für einige Stunden öffnen, wodurch etwa 800 Partisanen und 10.000 Zivilisten der Umklammerung entkommen konnten.[2.3]
Am 5. Juli waren die Wehrmachtstruppen und ihre Verbündeten wieder in der Lage, den ursprünglichen Plan konzentrischer Angriffe wieder aufzunehmen. Im Norden blockten die ungarische Donauflotte und ein deutscher Panzerzug Fluchtversuche ab. Am 14. Juli durchkämmten die Achsen-Verbände systematisch die nördlichen Ausläufer des Gebirges, welche Prozara genannt wurden.[1.7] Warnungen ergingen an die Partisanen, dass insbesondere die kroatischen Truppen sich in Uniformen der Partisanenbewegung mitsamt roten Sternen an Ortschaften annäherten, um die Partisanen aus der Reserve zu locken.[8.2]
Vertreibung der Zivilbevölkerung

Nachdem zuvor vereinbart worden war, die Zivilbevölkerung des Operationsgebietes großflächig zu deportieren,[1.4] befahl der deutsche Kommandeur Friedrich Stahl der Zivilbevölkerung am 6. Juni, Frieden und Ordnung zu erhalten und alle Waffen und Munition an die Achsenmächte zu übergeben. Stahl warnte die Bevölkerung, dass alle Versuche, sich ihrem Zugriff zu entziehen, mit Waffengebrauch beantwortet werden würden. Die Ustascha-Regierung stellte Anfang Juni 1942 Petar Gvozdić als Koordinator der Deportationen zu den deutschen Befehlshabern ab. Noch vor Ende des Monats wurde Oskar Turina als Bevollmächtigter im Operationsgebiet der Kampfgruppe Westbosnien abgestellt.[9.4]

Die Vertreibungen sorgten für starkes Konfliktpotential zwischen den Achsen-Verbänden und der jugoslawischen Zivilbevölkerung. Insbesondere die kroatischen Ustascha, die auf ihrem Staatsgebiet durch ethnische Säuberungen und Völkermord ihrem Ideal eines homogenen kroatischen Staates näherkommen wollten, nutzten den Vorwand der Deportationen, um sich eigener unliebsamer Zivilisten zu entledigen. Menschen hohen Alters, mit chronischer Erkrankung oder Waisenkinder wurden von den Kroaten unter die Zivilbevölkerung gemischt und damit in die Deportation in Richtung Serbien eingereiht.[1.8] Diejenigen, welche die Ustascha nicht aus dem eigenen Zuständigkeitsbereich abschieben konnten, wurden oft hingerichtet.[5.2] Dieses Vorgehen sorgte für scharfe Kritik selbst beim seinerseits für viele Kriegsverbrechen verantwortlichen Sicherheitsdienstes des Reichsführers SS;[1.9] deutsche Truppenführer kritisierten das Vorgehen der Ustascha, da dieses die Sympathien der Zivilbevölkerung für die Widerstandsgruppen stärkte.[1.8]
„Solange die Division das Recht hatte, mit allen Mitteln gegen die Ustascha einzugreifen, herrschte Ruhe in der Bevölkerung. Durch ihr völlig undiszipliniertes Verhalten schafft die Ustascha wieder Grundlage für neue Aufstände.“
Am 12. Juni verbot Adolf Hitler den deutschen Truppenführern explizit, die Ustascha an Massakern an der jugoslawischen Zivilbevölkerung oder an einer anderweitigen Durchsetzung der kroatischen Volkstumspolitik zu hindern.[1.8]
Im Verlauf der Operationen äußerten Angehörige der Wehrmacht und der Ustascha wiederholt den Verdacht, dass Angehörige der Partisanenarmee ihre Waffen und Uniformen vergraben und sich den Zivilisten angeschlossen hätten.[9.5]
Am 14. Juli wiederholte Friedrich Stahl einen früheren Befehl, dass seine Truppen alle Partisanen und alle sie unterstützenden Zivilisten nach der Gefangennahme und Befreiung exekutieren sollten.[9.6]
Die Vertreibung der Zivilbevölkerung erzeugte große Probleme, da eine Wiederansiedlung im von den Partisanenkämpfen heftig betroffenen Bosnien angesichts der schwindenden Autorität der Ustascha-Behörden kaum möglich war. Da auch der ursprüngliche Zweck der Deportation, die Berge für die Partisanen unbenutzbar zu machen, angesichts der fortgesetzten Partisanenpräsenz im Kozara scheiterte, wurde die Massendeportation jugoslawischer Zivilisten aus dem Operationsgebiet einer Anti-Partisanen-Operation während des restlichen Krieges nicht wiederholt.[1.9]
Die bosnische Abteilung der Kommunistischen Partei Jugoslawiens (KPJ) veröffentlichte noch während der Schlacht eine Erklärung über eine angebliche Parteinahme der Zivilbevölkerung für den kommunistischen Kriegseinsatz:
„Die Bevölkerung nahm ebenfalls in großen Zahlen unbewaffnet an den Kampfhandlungen gegen den Feind teil, der sie angriff, und viele Zivilisten wurden getötet.“
Gefangennahme von Zivilisten

Die kroatische Ustascha-Regierung, die eine Abwanderung von kroatischen Arbeitskräften nach Deutschland verhindern wollte, hatte ein Motiv, nicht-kroatische Zivilisten gefangen zu nehmen und den deutschen Behörden zur Verfügung zu stellen. Ende Mai 1942 hatte Ante Pavelić es den deutschen Kräften erlaubt, unter orthodoxen Jugoslawen in kroatischen Sammellagern Zwangsarbeiter für den Dienst in Deutschland zu rekrutieren.[9.7] Am 10. Juli 1942 erweiterte Pavelić diese Lizenz im Gespräch mit Siegfried Kasche auch explizit auf die gefangenen Zivilisten im Kozara-Gebiet.[9.8] Pavelić nutzte das Gespräch auch, um die Deportation von Juden aus dem KZ Jasenovac ins KZ Auschwitz zum Abschluss zu bringen.[9.9] Am 18. Juli hielt die kroatische Regierung eine Ministerratssitzung bezüglich der Kozara-Zivilisten ab.[9.10] Zwischen Juli und September brachten Ustascha-Angehörige zehntausende Serben, zu denen auch Menschen aus der Kozara gehörten, ins KZ Jasenovac. Dass im KZ Jasenovac später auch ein Außenlager mit dem Namen Kožara bzw. Jasenovac IV entstand, war aber ein Zufall, da es sich bei Jasenovac IV um eine Lederfabrik (kroatisch kožara) handelte. Jasenovac IV lag innerhalb der Ortschaft Jasenovac und damit außerhalb der Kozara-Berge.[10]
Am 25. Juni gab die Kampfgruppe Westbosnien im Angesicht wachsender Zahlen von Zivilisten, die den Belagerungsring verlassen wollten, den Befehl, alle Personen beim Übertreten der deutsch-kroatischen Linie festzunehmen und in das KZ Stara Gradiška oder das KZ Jasenovac zu überstellen. In den deutschen Tagesberichten der frühen Julitage wurden jeweils drei- bis vierstellige Flüchtlingszahlen verzeichnet, wobei unter den Flüchtlingen viele Frauen und Kinder waren.[9.11] Die kroatischen Behörden hatten im Juli und August Probleme damit, die medizinische, sanitäre und hygienische Versorgung der Kozara-Flüchtlinge sicherzustellen.[9.12]
Insgesamt nahm die deutsche Kampfgruppe Westbosnien zwischen dem 24. Juni und dem 8. Juli insgesamt 6641 Gefangene und zwischen dem 9. und 23. Juli weitere 8849, wodurch sich eine Gesamtzahl von 15.490 Gefangenen ergibt. Von diesen Menschen wurden nachweislich mindestens 4818 Gefangene aus dem Kozara-Gebiet ins von deutschen Truppen auf kroatischem Gebiet betriebene KZ Sajmište deportiert, obwohl die Dunkelziffer noch einmal genau so hoch sein könnte. Die meisten Sajmište-Gefangenen starben an Krankheit, Hunger und Lagerbedingungen.[9.13] Insgesamt brachten die Deutschen im August 1942 über 9000 gefangene Zivilisten nach Sajmište, wobei jedoch ein Teil dieser Zivilisten aus Syrmien stammte.[11]
Etwa 2000 Gefangene wurden im September 1942 ausgewählt, um im deutsch besetzten Norwegen schwere Zwangsarbeit in Bergwerken zu leisten. Mit der Selektion für weitere solche Aufgaben betraute Karl Petersen, ein deutscher Vertreter für Arbeitskräfte beim Ustascha-Staat, ab dem 20. Juli 1942 eine Reihe seiner Mitarbeiter, die Sajmište besuchten, um dort Gefangene zur Zwangsarbeit in Deutschland oder Norwegen auszuwählen.[9.14] Am 23. Juli meldete die deutsche Mission in Zagreb nach Berlin, dass 5000 Personen aus dem Kozara-Gebiet zur Zwangsarbeit nach Deutschland deportiert worden waren. Der kroatische Priester und Kriegsverbrecher Miroslav Filipović, der nach dem Krieg von den Partisanen gefangen genommen worden war und schließlich 1946 hingerichtet wurde, sagte darüber hinaus aus, dass einige Tausend Gefangene aus der Kozara in den kroatischen Lagerkomplex KZ Jasenovac verbracht worden seien, um dort als Zwangsarbeiter an Staudämmen zu arbeiten. Der Ustascha-Offizier Ljubo Miloš bestätigte im Verhör durch die Partisanen ebenfalls, dass zwischen Sommer und Herbst 1942 Gefangene aus dem Kozara-Gebiet von deutschen Lagerbesuchern zur Zwangsarbeit ausgewählt worden waren.[9.15]
Exekutionen von Kriegsgefangenen und Morde an Zivilisten

Am 15. Juli meldete der kroatische Generalstab 59 Exekutionen und 4 Gefangennahmen von Partisanen. Da die kroatische Heimwehr bei den 59 Exekutierten jedoch nur den gleichzeitigen Fund von 29 Gewehren meldete, ist davon auszugehen, dass die kroatischen Truppen irrtümlich oder absichtlich auch unbewaffnete Zivilisten hingerichtet hatten.[9.6] Am 18. Juli meldete die kroatische Heimwehr, dass während eines Kampfaufklärungseinsatzes nordöstlich von Prijedor insgesamt 294 Partisanen exekutiert und weitere drei Partisanen gefangen genommen worden sein.[9.5]
Die Historiker M. Pekić und D. Đurguz schätzen die Zahl der allein von den kroatischen Truppen wissentlich fälschlich gefangengenommenen und als Partisanen exekutierten Zivilisten auf 2400 allein im Gebiet von Bosanska Dubica und auf weitere 800 in Bosanska Gradiska.[9.5]
Verluste
Militärische Verluste
Für die Operationen in der Kozara zwischen dem 10. Juni und dem 18. Juli 1942 notierten deutsche und kroatische Befehlshaber 499 Gefallene (63 Deutsche, 426 Kroaten), 454 Vermisste (447 Kroaten, 7 Deutsche) und 144 verwundete deutsche Soldaten.[2.3] Angaben für die Todesopfer der Partisanen variieren zwischen 1900[4.2] und 2000.[2.3]
Zivile Verluste
Soldaten der Wehrmacht und der Ustascha deportierten insgesamt ~68.000 serbische Zivilisten aus dem Operationsgebiet, von denen 24.488 nie zurückkehrten.[4.2] Von den 68.000 wurden 14.500 nach Prijedor und 8400 ins KZ Jasenovac gebracht.[9.16] 1590 Serben wurden als Zwangsarbeiter nach Deutschland deportiert und weitere 2774 kamen ins deutsch besetzte Norwegen.[4.2] Sowohl die serbisch-nationalistische Onlineplattform SSR als auch das öffentliche Netzwerk der Republik Srpska RTRS geben die Zahl während der Deportation zerstörter serbischer Dörfer mit 140 an.[3][12]
Nachspiel
Verluste der Partisanen
Für die Partisanen waren die Verluste im Kozaragebirge die stärksten Rückschläge seit dem deutschen Unternehmen Užice (November 1941). Die 2. Partisanenabteilung „Krajina“, welche die Hauptlast der Kämpfe trug, erlitt eine Verlustquote von über 50 %. Die schweren Verluste der Partisanen sind nicht zuletzt damit zu erklären, dass die Befehle zum Rückzug bzw. Ausbruch aus dem Kessel der Kriegsgegner nur mit tagelanger Verspätung gegeben worden waren.[1.10]
Die Ustascha meldete am 18. Juli den erfolgreichen Abschluss ihrer Operationen in der Kozara und Prozara, gab die Zahl der Gefallenen der Partisanenarmee mit 3397 an und kündigte gleichzeitig an, weitere 250 gefangene Partisanen nach der Befragung exekutieren zu wollen. Die deutsche Mission in Zagreb bezifferte in einem Bericht nach Berlin vom 23. Juli 1942 die Verluste der Partisanen auf 3500 Gefallene zuzüglich 300 Hingerichteten bei einer ursprünglichen Kampfstärke von 5000. Dokumente der Wehrmacht sprechen von noch größeren Verlusten des Gegners; demnach seien zwischen dem 24. Juni und dem 23. Juli allein von der Kampfgruppe Westbosnien 6589 Partisanen getötet, 423 verwundet und weitere 777 hingerichtet worden.[9.5]
Es ist umstritten, inwiefern die oberste Führung der Partisanen um Josip Broz Tito von den Kampfhandlungen in der Kozara profitierte.[1.10] Am 24. Juni hatte der „Lange Marsch“ der Hauptmacht der Partisanen (1., 2., 3. und 4. Brigade) aus der Zelengora in die Bosanska Krajina begonnen.[2.4] Dass vier und später sieben deutsche Bataillone in Nordwestbosnien in der Kozara gebunden waren, erlaubte es der Hauptmacht der Partisanen, ihren Weg nach Westbosnien einfacher abzuschließen. Lediglich das 738. Regiment der 718. Division der Wehrmacht war in der Lage, am 6. Juli und erneut am 27.–29. Juli die Hauptmacht der Partisanen anzugreifen.[1.10]
Trotz der Niederlage in der Kozara befanden sich Territorien in Syrmien, im Samarica-Wald und in der nördlichen Herzegowina weiterhin im Besitz der Partisanen.[5.3] Dennoch war die Jahresmitte 1942 für die Partisanenbewegung eine Zeit der Schwäche, wie auch die britischen Verbindungsoffiziere in Jugoslawien nach London zurückmeldeten.[13]
Deutsche Reaktion
Unter den deutschen Truppenführern war Ende Juli 1941 der Enthusiasmus auch nach den Erfolgen des Monats eher verhalten. In einer Denkschrift vom 12. Juli identifizierte der Wehrmachtbefehlshaber Südost Walter Kuntze mehrere Hauptprobleme, inklusive der Differenzen zwischen den deutschen und italienischen Besatzungstruppen, der Aktivität der Tschetnik-Bewegung von Draža Mihailović und dem deutschen Verhältnis zu den genozidalen Aktionen der kroatischen Ustascha-Bewegung.[1.8] Der deutsche Bevollmächtigte General in Kroatien, Edmund Glaise-Horstenau, argumentierte auch wegen der deutschen Verluste während der Operation, dass die Aufstandsbekämpfung auf dem Gebiet des NDH künftig primär den kroatischen Streitkräften überlassen bleiben sollte, zumal dies den Anschein der kroatischen Souveränität stärken würde.[4.3]
Die Kampfgruppe Borowski veröffentlichte nach dem Erfolg der Wehrmacht und der Ustascha dennoch einen triumphierenden Tagesbefehl:[9]
„Heute wurde der Einsatz der Kampfgruppe Borowski in den Kozara- und Prozara-Gebieten abgeschlossen. Der Erfolg war groß. Mit Ausnahme sehr kleiner Gruppen, die es im weiten Gelände schafften, unsere Linien zu durchbrechen, wurde keine Feinde verschont; sie wurden entweder zerstört oder gefangen. Bei minimalen eigenen Verlusten schaffte es die Kampfgruppe Borowski, allein über 1500 Partisanen während der Schlacht zu töten. Dies brachte auch eine große Zahl von Gefangenen ein. [...] Nachschubdepots und Lagerräume werden weiterhin entdeckt, sodass die Menge der Beute dauernd ansteigt.“
Weitere Geschehnisse in der Kozara
Im September 1942 meldeten kommunistische Sympathisanten, dass sich die nationalistischen Tschetniks als Partisanen verkleidet hatten, um muslimische und serbische Dörfer auszuplündern und die lokale Bevölkerung gegen die Partisanen aufzubringen.[8.3] Bereits im Jahr 1943 galt die Kozara spätestens wieder als kommunistische Hochburg, von wo die Partisanenbewegung ihre Aktionen in der nahegelegenen Großstadt Banja Luka unterstützte.[8.4]
Historiographie
Am 27. und 28. Oktober 1977 hielten jugoslawische Historiker eine Konferenz zur Rolle des Kozara-Gebirges im Zweiten Weltkrieg ab.[14]
Erinnerungskultur


Medien
Das Klagelied Stojanka, Mutter von Knežopoljka (serbisch-kyrillisch Стојанка мајка Кнежопољка) von Skender Kulenović aus dem Jahr 1942 behandelt die Ustascha-Massaker im Kozara-Gebiet und gehört zu den bekanntesten Beispielen jugoslawischer Kriegslyrik über den Zweiten Weltkrieg.[15]
Im Jahr 1962 entstand im sozialistischen Jugoslawien unter der Regie von Veljko Bulajić der Film Bitka na Kozari, der zur Blaupause des jugoslawischen Partisanenfilms wurde.[16] Er gehörte zu den erfolgreichsten Filmen, die während der kommunistischen Zeit in Jugoslawien produziert wurden.[17]
In Bosnien-Herzegowina wurde zu Bildungszwecken ein VR-Videospiel namens Battle on Kozara VR entwickelt.[18]
Denkmäler
1972 wurde das 33 Meter hohe Denkmal für die Revolution auf dem Mrakovica-Plateau eröffnet. Der Entwurf des Denkmals stammte von Dušan Džamonja. Am Denkmal finden jährliche Gedenkfeiern an die Schlacht statt.[19]
Im Museum der Gedenkstätte für die KZ-Opfer von Jasenovac, in dem die jugoslawische Regierung die Konflikte zwischen den jugoslawischen Völkern während des Weltkriegs herunterspielen und die Rolle der externen Besatzungsmächte herausstreichen wollte, wurde die kroatische Beteiligung an den Massenvertreibungen aus der Kozara sowie die mehrheitlich serbische Identität der Vertreibungsopfer zunächst heruntergespielt; im Museumsführer von 1974 war für kroatisch-serbische Spannungen während des Krieges kein Platz. Erst mit musealen Revisionen zu Beginn der 1980er wurden „alle Serben, Juden und Zigeuner“ als Ziele der Ustascha-Vernichtungspolitik benannt, wobei jedoch auch oppositionellen Kroaten explizit Platz eingeräumt wurde.[20]
Die im Jahr 1989 von der jugoslawischen Nationalbank erstmals gedruckten Banknoten mit Nennwerten von 500.000 Dinar sowie 2.000.000 Dinar zeigten das im Jahr 1972 eröffnete Kozara-Denkmal.[21]
Politik
Die Kozara-Berge wurden ein zentraler Gedenkort an den Freiheitskampf des eigenen Volkes im kommunistischen Jugoslawien.[22.1] Als im Jahr 1946 die Verfassung für die sozialistische Teilrepublik Bosnien-Herzegowina ausgearbeitet wurde, waren die Berge der Kozara auf einem der abgelehnten Entwürfe für das bosnisch-herzegowinische Wappen abgebildet.[8.5]
Das in der Nachkriegszeit vermutlich bekannteste Mitglied der Kampfgruppe Westbosnien war der Offizier Kurt Waldheim, der damals im Dienstgrad Leutnant als Teil der Quartiermeistergruppe der Kampfgruppe diente und der als späterer Generalsekretär der Vereinten Nationen und österreichischer Bundespräsident in die international rezipierte Waldheim-Affäre (ab 1986) verstrickt werden würde.[23]
Im August 1990 versammelte der letzte gesamtjugoslawische Premierminister, Ante Marković, über 100.000 Unterstützer der jugoslawischen Einigkeit für ein politisches Treffen und einen Gedenktag im Kozara-Gebirge. Hier kündigte er auch die Gründung einer neuen Partei an, des Bundes der Reformkräfte Jugoslawiens, mit dem er die Arbeit für ein im Frieden vereintes Jugoslawien fortsetzen wollte.[24] Dass die Teilnehmer des Treffens jedoch auch serbische Flaggen schwenkten und Bilder der mittelalterlichen serbischen Nationalhelden Erzbischof Sava und König Stefan Dušan sowie des serbischen Politikers Slobodan Milošević mit sich trugen, zeigte trotz Markovics Aufrufen einer größeren nationalen Einheit jedoch, dass die Kozara-Berge besonders für die ethnischen Serben eine große Bedeutung hatten, da die Deportation der mehrheitlich serbischen Zivilbevölkerung in deutsche und kroatische Konzentrationslager nach wie vor eine große Wirkmächtigkeit entfalten konnte.[22.2] Markovićs neue Partei fand in Bosnien einige Unterstützer, war aber in Kroatien und Serbien nicht erfolgreich und konnte die Jugoslawienkriege letztlich nicht verhindern.[24]
Am 7. Juli 2024 nahmen mehrere hochrangige Politiker der Republika Srpska, der mehrheitlich ethnisch serbischen Teilrepublik innerhalb von Bosnien-Herzegowina, an einer Gedenkveranstaltung zum 82. Jubiläum der Kämpfe teil, die im serbischen Sprachgebrauch als die Schlacht von Kozara bekannt sind. Zu den Teilnehmern gehörten Republikpräsident Milorad Dodik, Parlamentssprecher Nenad Stevandić, Arbeits- und Veteranenschutzminister Danijel Egić, Sozialminister Nemanja Starović und Ministerialsekretär Zoran Antić.[3]
Am 28. Juni 2025 nahm Parlamentssprecher Nenad Stevandić erneut an einer Gedenkfeier für die 83. Jährung der Schlacht von Kozara teil und referenzierte den Völkermord der Ustascha an den Serben im Zweiten Weltkrieg als einen Vorläufer derzeitiger ethnischer Konflikte in Bosnien-Herzegowina. Weitere Würdenträger der Republik Srpska sowie Abgesandte der serbischen Streitkräfte waren ebenfalls anwesend.[12]
Literatur
- Nikica Barić: Kozara 1942 — sudbina zarobljenika, civila i djece. Hrvatski institut za povijest, Zagreb September 2017 (kroatisch, srce.hr).
- Pier Paolo Battistelli: Yugoslavia 1941–44: Anti-Partisan Operations. Osprey Publishing, Oxford 2025, ISBN 978-1-4728-6534-2, S. 43–45.
- Tomislav Dulić: Utopias of Nation: Local Mass Killing in Bosnia and Herzegovina, 1941–42 (= Acta Universitatis Upsaliensis. Band 218). 2005, S. 243–281 (englisch, Hochschulschrift an der Universität Uppsala).
- Andrzej Krzak: Guerilla Operations in Yugoslavia on the Basis of the Battle of Kozara. In: The Journal of Slavic Military Studies. Band 23, Nr. 3, 8. September 2010, S. 477–489, doi:10.1080/13518046.2010.503150 (englisch).
- Klaus Schmider: Partisanenkrieg in Jugoslawien 1941–1944. Verlag E. S. Mittler & Sohn GmbH, Hamburg 2002, ISBN 3-8132-0794-3, S. 147–153.
Weblinks
- Kozaradenkmal: Memorijalni kompleks Kozara. In: memorialmuseums.org. Abgerufen am 4. Dezember 2025.