Landgericht Itzehoe

Landgericht in Schleswig-Holstein From Wikipedia, the free encyclopedia

Das Landgericht Itzehoe ist ein Gericht der ordentlichen Gerichtsbarkeit und eines von vier Landgerichten in Schleswig-Holstein.

Landgericht Itzehoe (seit 2005)

Gerichtssitz und -bezirk

Landgericht Itzehoe (Schleswig-Holstein)
Landgericht Itzehoe (Schleswig-Holstein)
Lage der Landgerichte in den jeweiligen Gerichtsbezirken in Schleswig-Holstein
  • LG Flensburg
  • LG Itzehoe
  • LG Kiel
  • LG Lübeck
  • Gerichtsbezirke der dem LG Itzehoe nachgeordneten Amtsgerichte
  • AG Meldorf
  • AG Itzehoe
  • AG Elmshorn
  • AG Pinneberg
  • Sitz des Gerichtes ist die Stadt Itzehoe.[1]

    Der Gerichtsbezirk umfasst die Bezirke der nachgeordneten Amtsgerichte Elmshorn, Itzehoe, Meldorf und Pinneberg.[2] Damit besteht der Gerichtsbezirk aus den Kreisen Dithmarschen, Pinneberg (zu dem auch Helgoland gehört) und Steinburg. Hinzu kommen die dem Bezirk des Amtsgerichtes Pinneberg zugeordneten[3] gemeindefreien Küstengewässer um die Insel Helgoland, während die übrigen Nordsee-Küstengewässer Schleswig-Holsteins dem Bezirk des Amtsgerichtes Husum zugelegt wurden[4] und damit dem Landgerichtsbezirk Flensburg zugeordnet sind.

    Gerichtsgebäude

    Das Gerichtsgebäude ist seit 2005 das ehemalige Postgebäude am Theodor-Heuss-Platz 3.

    Geschichte

    Mit der Annexion Schleswig-Holsteins wurden 1867 in der nunmehr preußischen Provinz die fünf Kreisgerichte Altona, Itzehoe, Kiel, Schleswig und Flensburg mit dem übergeordneten Appellationsgericht Kiel eingerichtet.[5]

    Die folgenden Amtsgerichte wurden dem Kreisgericht Itzehoe nachgeordnet:

    [6]

    Mit dem Inkrafttreten des deutschen Gerichtsverfassungsgesetzes am 1. Oktober 1879 traten an die Stelle dieser Kreisgerichte die drei Landgerichte Altona, Kiel und Flensburg mit je einer Staatsanwaltschaft. Die Kreisgerichte Itzehoe und Schleswig wurden aufgelöst.

    Westerhof, Sitz des Landgerichtes von 1937 bis 2005

    Als Altona durch das Groß-Hamburg-Gesetz von 1937 nach Hamburg eingemeindet wurde, wurde das Landgericht Altona nach Itzehoe verlegt. Als Landgericht Itzehoe bezog es den Westerhof.

    Diese herrschaftliche Villa war 1857 für den Zuckerfabrikanten Charles Pierre de Vos (1810–1889) errichtet worden, der das Gelände 1856 erworben hatte. 1919 hatte sein Sohn den Westerhof, der im Weltkrieg als Hilfslazarett gedient hatte, der Stadt Itzehoe geschenkt, um die Einrichtung eines Krankenhauses zu ermöglichen, zu der es aus Geldmangel jedoch nicht kam. 1929 hatte die Stadt von de Vos noch den Park hinzu erworben und ihn im Juni 1930 als Stadtpark der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Nachdem das Landgericht 2005 in das ehemalige Postgebäude am Theodor-Heuss-Platz 3 umgezogen war, fand das Land Schleswig-Holstein erst 2009/2010 einen Käufer für den Westerhof und das dazugehörige 2969 Quadratmeter große Grundstück Breitenburger Straße 68/70.[7]

    Zum Bezirk des Landgerichtes Itzehoe gehörten ursprünglich 13 Amtsgerichte, deren Zahl sich durch die Kreisreform von 1970 auf vier verringerte.

    Von 1989 bis 1996 war Konstanze Görres-Ohde Präsidentin des Landgerichtes Itzehoe und damit die erste Landgerichtspräsidentin Deutschlands.[8][9]

    Über- und nachgeordnete Gerichte

    Dem Landgericht Itzehoe ist das Schleswig-Holsteinische Oberlandesgericht übergeordnet. Nachgeordnet sind die Amtsgerichte Elmshorn, Itzehoe, Meldorf und Pinneberg.

    Staatsanwaltschaft

    Gebäude der Staatsanwaltschaft Itzehoe (2022)

    Beim Landgericht wurde die Staatsanwaltschaft Itzehoe eingerichtet. Sie ist untergebracht unter der Anschrift Feldschmiedekamp 2.

    Siehe auch

    Literatur

    • Fünfzig Jahre Landgericht und Staatsanwaltschaft Itzehoe (= Schleswig-Holsteinische Anzeigen. Reihe A. Band 234, Nr. 5). Augustin, Glückstadt 1987.
    • 75 Jahre Landgericht und Staatsanwaltschaft Itzehoe. 1937–2012. (PDF) In: schleswig-holstein.de. 2012, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 27. Januar 2018;.
    • Ralf Maertens: Das Landgericht Altona (1879–1937) und die Anfänge des Landgerichts Itzehoe (1937–1945). Peter Lang, Frankfurt am Main 2011, ISBN 978-3-631-61904-9.

    Einzelnachweise

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