Kurt Bühl
Metall- und Glockengießer
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Kurt Bühl (* 4. April 1909 in Marburg; † 2002) war ein Metall- und Glockengießer.
Leben
Kurt Bühl besaß in seiner Geburtsstadt Marburg eine Metallwarenfabrik und eine Glockengießerei. 1945 musste er als sogenannter Deutscher aus Jugoslawien fliehen und hat sich dann in Bad Häring im Bundesland Tirol niedergelassen. Ebendort gründete er die Alpenländische Metallwerke Bühl. Glocken goss er bereits ab 1949, mit 1950 besaß er auch die Gewerbeberechtigung für den Betrieb einer Glockengießerei. Bühl stellte um 1970 den Guss von Glocken ein.
Kurt Bühl wurde auf dem Friedhof von Bad Häring beerdigt.
Werk
Kurt Bühl goss seine Glocken in der sogenannten „Bühl’schen Oktavrippe“, einer etwas gedrungenen modifizierten Barockform, von der es eine „reguläre“, d. h. mittlere, und eine schwerrippige Version gibt. Obwohl formell dem reinen Oktavtyp angehörig, zeigt die Bühl-Rippe eine ausgeprägte Tendenz zum Nontyp mit gleichliegender Prim, der für diese Rippe typisch ist. Aufgrund der Abstammung seiner Glocken von der Barockform besitzen die Glocken einen etwas herben Einschlag in der Tongebung, mit einem höheren Geräuschanteil, und klingen daher manchmal recht kräftig, sind aber überwiegend von guter bis sehr guter Klangqualität. Besonders die schwerrippigen Glocken sind manchmal klanglich erstklassige Werke.
Bühl produzierte seine Glocken hauptsächlich für das Tiroler Unterland, auch nach Kärnten, wie auch vor allem nach Unterkärnten. Einige Werke gingen auch in das Land Salzburg. Bis 1952 wurden ca. 150 Glocken gegossen, insgesamt ca. 250 Glocken.
Die Zier der Glocken, welche stets sauber gegossen sind, orientiert sich an barocken bzw. klassizistischen Mustern, Henkel mit Köpfen, breite Bordüren am Hals, barocke Heiligenreliefs.
Glocken
- 1949: Pfarrkirche Kundl: Sechs Glocken auf h im Gesamtgewicht von 7088,5 kg, sehr wohlklingend. Zwei Glocken, dabei auch die große Glocke, wurden bereits umgegossen.
- 1950: Pfarrkirche Kirchbichl: (Dm 173 cm, 2923 kg, Ton a +2). Grundglocke eines 4-stimmigen Geläutes von Bühl mit einem Gesamtgewicht von 5624 kg.
- 1951: Pfarrkirche Viehhofen
- Pfarrkirche Gmünd in Kärnten: Fünf Glocken auf c´.
- Pfarrkirche Kolsass: Vier Glocken auf cis´.
- 1959: Pfarrkirche Maria Himmelfahrt (Schwaz): Vier Glocken, die größte Glocke auf d´.
- Pfarrkirche Wiesing
- Stift Griffen
- Pfarrkirche Diex
- Pfarrkirche Eisenkappel und Wallfahrtskirche Maria im Dorn
Literatur
- Tirol. Bad Häring. Alpenländische Metallwerk Bühl Kom.-Ges. (1949–ca. 1970). In: Jörg Wernisch: Glockenkunde von Österreich. Journal Verlag, Lienz in Osttirol 2006, ISBN 3-902128-10-0, S. 184–185.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Bühl, Kurt |
| KURZBESCHREIBUNG | Metall- und Glockengießer |
| GEBURTSDATUM | 4. April 1909 |
| GEBURTSORT | Maribor |
| STERBEDATUM | 2002 |