Curt Herfurth
deutscher Architekt
From Wikipedia, the free encyclopedia
Leben
Herfurth absolvierte zunächst eine Lehre zum Maurer und besuchte parallel dazu eine Baugewerkschule. Im Alter von 24 Jahren begann er ein Architekturstudium an der Kunstakademie Dresden. 1904 wurde er Mitglied des Corps Lusatia Dresden.[1] Zu seinen Lehrern gehörten Ernst Herrmann und Paul Wallot. Im Jahr 1907 schloss Herfurth sein Studium erfolgreich ab. Er beteiligte sich an verschiedenen Architekturwettbewerben und gewann schließlich den Wettbewerb um den Bau einer Volksschule in Rockau. Mit dem Preisgeld gründete Herfurth sein eigenes Architekturbüro und arbeitete ab 1910 als selbständiger Architekt. Herfurth spezialisierte sich schon bald auf Siedlungsbauten, die in ganz Dresden entstanden. Zu seinen Bauten zählen u. a. der zweite und dritte Bauabschnitt der Eigenheimsiedlung Briesnitz[2] sowie die Wohnanlagen an der Hansastraße und Conradstraße. In Löbtau entwarf Herfurth den Wohnhof der Eisenbahner-Baugenossenschaft an der Malterstraße und Essener Straße. Charakteristisches Element seiner Bauten war die Verwendung von Klinker als Schmuckelement im Stil des Expressionismus.
Neben Siedlungs- und Wohngruppenbauten schuf Herfurth vor allem in seiner produktivsten Zeit, den 1920er-Jahren, Kirchen, Stifte, Verwaltungsgebäude, Schulen, Krankenhäuser, Geschäftshäuser, Fabrikanlagen, Hochhäuser, Turnhallen sowie Einfamilienhäuser.[3] Dazu zählt auch sein erstes eigenes Wohnhaus, Eisenstuckstraße 39 in Dresden, das er 1924 erbaute und welches 1945 zerstört wurde.
Das Büro von Herfurth befand sich in seinem Wohnhaus in der Eisenstuckstraße. Es gehörte viele Jahre lang zu den aktivsten Büros von Dresden. Mitarbeiter an den Projekten waren vor allem die Architekten W. Haverkamp, Paul Voges, Fritz Rühle, August Linden und Willy Romberger. Als Herfurth Mitte der 1930er-Jahre schwer erkrankte, musste er seine Arbeit als Architekt aufgeben. Er starb 1942 in Dresden und wurde auf dem Johannisfriedhof beigesetzt.
Bauten (Auswahl)


- 1910: Wohn- und Geschäftshaus Hoyerswerdaer Straße 39 in Dresden
- 1910: Erneuerung der Kirche in Steinbach/Erzgebirge
- um 1910: Rathaus in Auerbach/Vogtland
- um 1910: Krankenhaus der Brüderanstalt in Moritzburg
- 1912: Bethlehemsstift Neudorf/Erzgebirge
- 1912: Turnhalle der Volksschule in (Dresden-)Stetzsch
- 1913: Villa Reinwart, Neuwelt
- 1913: Heimstättenkolonie Auerswalde[4]
- 1914: Wohnhausgruppe Leutewitzer Straße / Mörickestraße in Dresden-Cotta
- 1914: Wohnhausgruppe der Eisenbahner-Baugenossenschaft an der Vorwerkstraße in Dresden-Friedrichstadt
- 1916–1939: Siedlung der Baugenossenschaft Feuerwerkslaboratorium in Radeberg
- 1919: Wohnhausgruppe in Dresden-Strehlen, Teplitzer Straße / Mockritzer Straße
- 1919–1921: Wohnhausgruppe Mohorner Straße / Frankenbergstraße in Dresden-Löbtau
- 1919–1927: Eigenheimsiedlung Dresden-Briesnitz; 2. und 3. Bauabschnitt
- 1920: Wohnhausgruppe Dresden-Räcknitz, Friedrich-Wilhelm-Str.
- 1922: Wohnbebauung Frankenbergstraße 34–36 in Dresden-Löbtau
- 1922–1924: Wohnhaus Mockritzer Straße 8 in Dresden
- 1924: Haus C. Herfurth, Eisenstuckstr. 38, Dresden (kriegszerstört)
- 1924: Wohnhaus Eisenstuckstraße 39 in Dresden (zerstört, erhaltenes Portal in Neubau integriert)
- 1924: Wohnhaus Nöthnitzer Straße 36 in Dresden
- 1926: Siedlung Borna der Eisenbahner-Baugenossenschaft Chemnitz
- 1926: Siedlung der Eisenbahner-Baugenossenschaft, Hansastraße in Dresden
- 1926: Wohnanlage Conradstraße in Dresden
- 1926: Haus Deubener Straße 10 in Dresden
- 1926: Wohnhausgruppe Zauckeroder Straße 4–6 und 8–10, Wallwitzstraße 27–29 in Dresden-Löbtau
- 1926: Genossenschaftsheim Frankenberger Straße 60 in Dresden
- 1926–1927: Wohnhausgruppe Frankenberger Straße 52–58 in Dresden
- 1927: Wohnhof der Eisenbahner-Baugenossenschaft in Dresden
- 1927: Wohnanlage in Dresden-Cotta, Lönsweg / Grillparzerstraße
- 1927: Siedlung Gommern, Baugenossenschaft Heidenau, Am Lughang 1, 3, 4, 5, 7, 9, 11, 13, 15, 17, 19
- vor 1928: Geschäftshaus Jakubeit, Thum im Erzgebirge
- vor 1928: Wohnhausgruppe der Eisenbahner-Baugenossenschaft in Dresden, Münchner Straße 40–60
- vor 1928: Wohnhausgruppe in Dresden-Gruna, Zwinglistraße / Schneebergstraße
- 1934: Fabrikationsgebäude Forststraße in Radebeul (Zuschreibung unsicher)
- 1935: Sechsfamilienhaus Kaitzer Str. 57, Flurstück 445, Dresden[5]
- 1936: Einfamilienhaus Sedanstraße, Dresden.[6]
- 1936: Einfamilienhaus Liebigstraße, Dresden.[7]
- 1939: "Gelbe Häuser", Achtfamilienwohnhaus Kaitzer Str. 55, Flurstück 446, Dresden[8]
- Siedlung Hilbersdorf der Eisenbahner-Baugenossenschaft Chemnitz
- Villa für den Fabrikbesitzer A. Hoffmeister in Neustadt (Sachsen)
- Wohnhaus Liebigstr. 29, Dresden
- Haus Hohe Str. 5, Dresden
Literatur
- Hermann Heine: Curt Herfurth. Mit einer Einleitung des Verfassers. (= Neue Werkkunst). F. E. Hübsch, Berlin / Leipzig 1928.
- Tom Henke: Architekten in Cotta. Teil 1: Curt Herfurth und seine Bauten. In: Cottaer Froschpost, Nr. 1/2007, S. 6–7.
- Bernhard Sterra et al.: Dresden und seine Architekten. Strömungen und Tendenzen 1900–1970. Verlag der Kunst Dresden, Husum 2011, S. 82, S. 184.
- Elke Butze, Birgit von Rüdiger, Amt für Kultur und Denkmalschutz Dresden: Eigenheimsiedlung Dresden-Briesnitz, Gestaltungsfibel für das Denkmalschutzgebiet, 2013