Kurt Lampert

deutscher Biologe, Zoologe, Pädagoge, Oberstudienrat From Wikipedia, the free encyclopedia

Kurt Lampert (* 30. März 1859 in Ippesheim; † 21. Januar 1918 in Stuttgart) war ein deutscher Zoologe und Naturhistoriker.

Kurt Lampert, um 1910

Leben

Lampert war der Sohn des evangelischen Pfarrers, Schriftstellers und bayerischen Landtagsabgeordneten Friedrich Lampert. Nach dem Besuch des humanistischen Gymnasiums in Ansbach studierte er Naturwissenschaften an den Universitäten Erlangen und München und wurde 1883 promoviert. Anschließend arbeitete er als wissenschaftlicher Assistent von Emil Selenka am zoologischen Institut der Universität Erlangen. 1884 ging er als erster Assistent von Christian Ferdinand Friedrich von Krauss an das Königliche Naturalienkabinett nach Stuttgart, 1890 wurde er Vorstand des Instituts, wo er auch als Konservator der zoologischen Abteilung tätig war. Er war daneben Lehrer für natur- und erdkundlichen Unterricht am Königin Charlotte-Gymnasium in Stuttgart.

Neben Forschungsarbeiten publizierte Lampert auch mehrere mehrbändige Überblickswerke, die sich nicht nur an ein wissenschaftliches Fachpublikum richteten. Lampert war darüber hinaus in verschiedenen Vereinen aktiv, so zum Beispiel im Verein für Handelsgeographie, im Verein für Vaterländische Naturfreunde und im württembergischen Anthropologischen Verein. Er wurde auf dem Pragfriedhof in Stuttgart begraben.

Veröffentlichungen (Auswahl)

  • Zur Genese der Chorada dorsalis beim Axolotl. Universitäts-Buchdruckerei von E. Th. Jacob, Erlangen 1883 (Dissertation, Philosophische Fakultät zu Erlangen, 1883).
  • Die Seewalzen: Holothurioidea; eine systematische Monographie mit Bestimmungs- und Verbreitungs-Tabellen. Kreidel, Wiesbaden 1885 (Reisen im Archipel der Philippinen / Semper, Karl; T. 2, Bd. 4,3).
  • Zur Geschichte des Kgl. Naturalienkabinets: nebst Bericht für die Jahre 1894 und 1895. In: Jahreshefte des Vereins für Vaterländische Naturkunde in Württemberg (1896), S. 364–416.
  • Das Leben der Binnengewässer. Tauchnitz, Leipzig 1899, 2. Aufl. 1910 (Digitalisat).
  • Hrsg.: Bilderatlas des Tierreichs. 4 Bde. Schreiber, Esslingen 1901–1913.
  • Die Völker der Erde: eine Schilderung der Lebensweise, der Sitten, Gebräuche, Feste und Zeremonien aller lebenden Völker, 2 Bde. Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart ca. 1902 (Die Erde in Einzeldarstellungen; 1. Abt., 1. und 2. Bd.).
  • mit Paul Rohrbach: Leitfaden der Kolonialkunde für die Hand des Lehrers, Bd. 1: Die afrikanischen Kolonien Deutschlands. Benzinger, Stuttgart 1908.
  • Das Tierreich, Bd. 1: Säugetiere. Göschen, Leipzig 1906 (Sammlung Göschen; 282).
  • Führer durch die Naturaliensammlung zu Stuttgart, Bd. 2: Die Zoologische Sammlung. Schweizerbart, Stuttgart 1906.
  • Die Großschmetterlinge und Raupen Mitteleuropas: mit besonderer Berücksichtigung der biologischen Verhältnisse: ein Bestimmungswerk und Handbuch für Sammler, Schulen, Museen und alle Naturfreunde. J. F. Schreiber, Esslingen und München 1907.
  • Rückblick auf die 25 jährige Tätigkeit des Württembergischen Vereins für Handelsgeographie, Stuttgart 1907.
  • Tiere und Pflanzen der Jetztzeit in den schwäbischen Höhlen. Verlag des Schwäbischen Albvereins, Stuttgart 1908 (Mitteilungen aus dem Königlichen Naturalien-Kabinett zu Stuttgart; 60).
  • Die Welt der Organismen: in Entwicklung und Zusammenhang dargestellt. Teubner, Leipzig 1909 (Aus Natur und Geisteswelt; 236).
  • Bilder aus dem Käferleben. Strecker & Schröder, Stuttgart ca. 1909 (Naturwissenschaftliche Wegweiser. Serie A; 2).
  • Die Abstammungslehre. Reclam, Leipzig 1910 (Reclams Universal-Bibliothek; 5241–5243) (Bücher der Naturwissenschaft; 7) (Digitalisat).
  • Stuttgart – Schaffhausen – Zürich. Perthes, Gotha ca. 1910 (Rechts und links der Eisenbahn; 75) (Digitalisat).
  • Kleines Schmetterlingsbuch. Schreiber, Esslingen 1912.
  • Vom Keim zum Leben. Reclam, Leipzig 1913 (Reclams Universalbibliothek; 5501–5503) (Bücher der Naturwissenschaft; 15).
  • Entwicklung und Brutpflege im Tier- und Pflanzenreich. Reclam, Leipzig 1920 (Bücher der Naturwissenschaft; 29) (Reclams Universal-Bibliothek; 6156–6158).

Literatur

  • Julius Eichler: Zur Erinnerung an Oberstudienrat Dr. Kurt Lampert. In: Jahreshefte des Vereins für vaterländische Naturkunde in Württemberg. Bd. 74 (1918), S. 10–22.
  • Julius Eichler: Oberstudienrat Kurt Lampert †. In: Schwäbische Kronik. Nr. 34, 21. Januar 1918, Abendblatt, S. 3f. (Digitalisat).
  • W. G.: Oberstudienrat Kurt Lampert †. In: Stuttgarter Neues Tagblatt, Jg. 75, Nr. 38, 22. Januar 1918, Morgen-Ausgabe, S. 2 (Digitalisat).
Wikisource: Kurt Lampert – Quellen und Volltexte
Wikispecies: Kurt Lampert – Artenverzeichnis
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