Löser (Adelsgeschlecht)
Adelsgeschlecht
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Löser, auch Loeser, ist der Name eines der ältesten und angesehensten sächsischen Adelsgeschlechter, das seit dem 14. Jahrhundert das Amt des Erbmarschalls von Kursachsen besaß. Hans Löser und dessen Nachkommen wurden 1745 in den Reichsgrafenstand erhoben. Die gräfliche Linie erlosch zu Beginn des 19. Jahrhunderts. Aufgrund ihrer Bekanntheit ließen die meisten Vertreter der Familie das Adelsprädikat von weg. Die Schreibung schwankt zwischen Löser und Loeser.


Geschichte und Besitzungen
Die Familie war u. a. in Pretzsch im Kurkreis im früheren Herzogtum Sachsen-Wittenberg ansässig und stellte im Mittelalter mehrere Ritter. Auch Reinharz mit Meuro und Greudnitz sowie Nudersdorf und Schloss Ahlsdorf (1479 bis 1699) gehörte zu den Besitzungen. Zahlreiche Güter sind bei Leopold von Ledeburs Adelslexicon der Preußischen Monarchie, Band 2, verzeichnet.[1] Um 1607 kam Haus Kropstädt als Besitz hinzu,[2] des Weiteren[3] Gut Kohren bei Borna-Leipzig. Zudem wurden später Güter und Ländereien angepachtet, wie etwa von 1700 bis 1710 Teile der sehr großen von Rochow’schen Herrschaft Stülpe bei Baruth/Mark, hier durch Eustachius von Löser sen.[4]
Name
Lorenz Peckenstein schreibt 1608: Sie haben vor Alters geheissen die von Refeldt/nachmals ist der Name verendert worden [...] daß sie die Lösere genennet worden/von wegen eines des Stammes/welcher seinen gefangenen Herrn von den Feinden erlöst/vnd ledig gemacht hat/darumb sie dann zur Danckbarkeit mit dem MarschalchAmt vff das Haus Pretzsch begnadet/vnd verehret worden sind.[5] Weiter wird verwiesen auf das Dorf Rehfeld an der Lochauer Heide, das wohl von dieser Familie den Namen erhalten hat. Als Stammvater der Familie gilt Magnus von Refeldt. Es bestand eine Wappenähnlichkeit.[6]
Wappen
- Das Stammwappen zeigt auf grünem Schild ein schreitendes goldenes Reh (wegen des ursprünglichen Namens Rehfeld/Refelt ein redendes Wappen).[7][8] Auf dem gekrönten Helm mit grün-goldenen Decken das Reh wachsend.
- Das gemehrte Wappen, das bei der Ritterschaft der Markgrafschaft Meißen in Johann Siebmachers Wappenbuch von 1605 dargestellt ist, und wie es von Rudolf II. 1602 verliehen wurde,[9] zeigt im gevierten Schild in den grünen Feldern 1 und 4 je ein goldenes Reh; in den blauen Feldern 2 und 3 je einen goldenen Adler (wie Pfalzgrafschaft Sachsen). Auf dem gekrönten Helm mit grün-goldenen Decken das Reh wachsend.
- Das reichsgräfliche Wappen ist nochmals gemehrt, mit drei Helmen, Grafenkrone und zwei auswärts blickenden silbernen Löwen als Schildhaltern.
- Stammwappen und gemehrtes Wappen in J. Siebmacher’s großes und allgemeines Wappenbuch
- Wappen in Johann Siebmachers Wappenbuch von 1605
- Grafen von Loeser, Grafik von Adalbert Král von Dobrá Voda



Persönlichkeiten
- Magnus Löser (1313/25), legendärer Stammvater d. Familie v. Löser
- Hans Löser († 1373), Zweiter Erbmarschall von Kursachsen
- George Löser († um 1390), etw. 3. Erbmarschall. Kursachsen, Sohn d. Vorigen
- Conrad Löser († um 1400), Vierter Erbmarschall d. Kursachsen
- Günther Löser († um 1425), 5. Erbmarschall d. Kursachsen u. herzoglicher Hofmeister
- Heinrich Löser (Erbmarschall, † um 1440), 6. Erbmarschall d. Kursachsen
- Dam Löser († um 1450), kursächsischer Rat u. Erbmarschall d. Kursachsen
- Heinrich Löser (Erbmarschall) († um 1475), Achter Erbmarschall d. Kursachsen
- Hans Löser (Geheimer Rat) († um 1480), kursächsischer Geheimer Rat u. Erbmarschall d. Kursachsen.
- Heinrich Löser (Landvogt) († 1493)
- Thammo Löser (* um 1450; † 1503), deutscher Jurist, Kanoniker, Archidiakon und Domscholastiker
- Eustachius von Löser (1585–1634), kursächsischer Generalmajor
- Hans Löser (Erbmarschall, 1590) (1590–1644), Obersteuereinnehmer, Direktor d. Ritterschaft d. Fürstentums Altenburg, Erbmarschall
- Cur(d)t Löser (1623–1670), Gutsbesitzer,[12] kurfürst. sächs. Rat, Kammerherr, Erbmarschall, Ober-Steuer-Einnehmer, Landschaftsdirektor etc.[13]
- Wolff Löser (1628–1653), kursächsischer Hofrichter, Amtshauptmann u. Erbmarschall
- Eustachius Friedrich von Löser (1699–1775), kursächsischer Generalmajor u. Festungskommandant
- Hans Löser (1704–1763), sächsischer Minister und Mechanikus
- Christian Friedrich Graf Löser (1738–1783), kursächsischer Wirklicher Geheimer Rat u. Obersteuereinnehmer, auch Erbmarschall d. Kursachsen
Literatur
- Valentin König: Genealogisch-Historische Beschreibung, Nebst denen Stamm- und Ahnen-Tafeln Derer Löser. In: Genealogische Adels-Historie Oder Geschlechts-Beschreibung, 1. Teil, Wolffgang Deer, Leipzig 1727, S. 577–622.
- Löser. In: Johann Heinrich Zedler: Grosses vollständiges Universal-Lexicon Aller Wissenschafften und Künste. Band 18, Leipzig 1738, Sp. 205 f.
- Ernst Heinrich Kneschke (Hrsg.): Neues allgemeines Deutsches Adels-Lexicon. Band 5, Friedrich Voigt, Leipzig 1864, S. 615 f.
- O. T. v. Hefner, A. Grenser, G. A. von Mülverstedt. Ad. M. Hildebrandt: J. Siebmacher’s großes und allgemeines Wappenbuch. Band 3-Abtheilung 2: Der blühende Adel des Königreichs Preußen. Neu-Auflage, Bauer und Raspe Emil Küster, Nürnberg 1878, S. 244., u. Löser-Stammwappen, Löser-Vermehrtes Wappen-Tafel 295.
- G. A. von Mülverstedt: J. Siebmacher’s grosses und allgemeines Wappenbuch. Neu-Auflage, Band 2–3. Abtheilung: Der abgestorbene Adel der Sächsischen Herzogthümer. Bauer und Raspe Emil Küster, Nürnberg 1907, S. 64., Tafel 50 v. Löser-Rehfeld.