Lepeophtheirus salmonis

Lachslaus From Wikipedia, the free encyclopedia

Die Lachslaus (Lepeophtheirus salmonis) ist ein parasitischer Kopepode, der hauptsächlich Lachsfische in den Ozeanen der nördlichen Hemisphäre befällt.[1] Dazu zählen verschiedene Arten der Pazifischen Lachse (Oncorhynchus), der Atlantischen Lachs (Salmo salar), die Forelle (Salmo trutta) und der Wandersaibling (Salvelinus alpinus). Sie können auch auf anderen Meeres- und Brackwasserfischen gefunden werden, die pazifische Unterart befällt zum Beispiel auch den Dreistachligen Stichling, kann auf diesem aber scheinbar nicht die gesamte Entwicklung durchlaufen.[1][2]

Schnelle Fakten Systematik, Wissenschaftlicher Name ...
Lepeophtheirus salmonis

Lepeophtheirus salmonis

Systematik
Unterstamm: Krebstiere (Crustacea)
Unterklasse: Ruderfußkrebse (Copepoda)
Ordnung: Siphonostomatoida
Familie: Caligidae
Gattung: Lepeophtheirus
Art: Lepeophtheirus salmonis
Wissenschaftlicher Name
Lepeophtheirus salmonis
(Krøyer, 1837)
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Als Ektoparasit ernährt sich die Art anfangs von Haut und Schleim, später dringt sie tiefer in die Dermis vor und nimmt das Blut der Wirte auf.[3]

Beschreibung

Adulte Weibchen erreichen eine Körperlänge von 10 mm, Männchen sind mit 5 mm kleiner. Allerdings gibt es, je nach Herkunft (Wildfänge oder Zuchtfischen) bzw. Standort und Jahreszeit, erhebliche Variationen in der Größe.[2] Die Pigmentierung adulter Tiere beiderlei Geschlechts reicht von hellbraun, über braun bis terrakotta- und kupferfarben bis zu rötlicher Färbung. Es kommen sowohl kräftig als auch blass gefärbte Tiere vor.[4]

Der Cephalothorax bildet einen breiten Schild mit den Körpersegmenten einschließlich des dritten beintragenden Segments und dient als eine Art „Saugnapf“, mit dem sich die Tiere am Wirt festhalten. Auf den Cephalothorax folgt das vierte beintragende Segment, der Genitalkomplex (beim Weibchen sehr groß) und das Abdomen. Die zweiten Antennen (Antennae) helfen den Tieren sich am Fisch festzuhalten und werden von den Männchen zur Umklammerung der Weibchen während der Paarung benutzt. Jeder der beiden Eisäcke kann bis zu 285 Eier beinhalten.[2]

Die ersten Nauplien sind 0,5 mm lang, 0,2 mm breit und fast transparent mit braunen Pigmenten in der Körpermitte und schwarz um die Augen und am Rücken vorne. Die zweiten Nauplien sind 0,6 mm lang, bei älteren Tieren ist durch die Cuticula die Färbung der Copepoditen zu erkennen. Der Copepodit zeigt ein gut entwickeltes Rostrum und zwei dunkelrote, gut pigmentierte Augen sind erkennbar. Allgemein ist die Färbung schwarz und dunkelbraun. Am Wirt befindliche Copepoditen sind etwa 0,8 mm lang, ihr Cephalothorax ist rechteckiger als der der Nauplien.[4] Lange wurde angenommen, dass es bei Lepeophtheirus-Arten vier Chalimi Stadien gibt. Hamre et al. konnten jedoch zeigen, dass es nur zwei Chalimi Stadien sind, die den vorherigen Stadien I/II und III/IV entsprechen.[5] Bei den Chalimi I ist bereits die Segmentierung zu erkennen, Bein III ist zu einer breiten, flächigen Struktur entwickelt. Im zweiten Stadium sind die Chalimi 2,3 mm lang und 1,1 mm breit. Wie im ersten Chalimi Stadium sind die Augen rot und der Körper ist braun pigmentiert. Die Tiere sind jetzt dick, fest, mehr dorsoventral abgeflacht und undurchsichtig (opak). Im ersten Präadult Stadium sind Männchen mit 3,4 mm und Weibchen mit 3,6 mm etwa gleich lang. im zweiten Stadium sind die Weibchen mit 5,2 mm größer als die Männchen mit durchschnittlich 4,3 mm. Beide Geschlechter sind sich als Präadult ähnlich, bis auf die Größe und Form des Genital-Komplexes. Bei den Weibchen ist dieser größer. Er weist vorne, seitlich Cuticulafalten auf und die seitlichen Ränder bilden hinten, seitlich an den Ecken große Lappen. Bei den Männchen ist der Genital-Komplexe länger und ovaler als in früheren Stadien, die Fortpflanzungsorgane sind rudimentär erkennbar.[4]

Lebenszyklus

Lebenszyklus

Der Lebenszyklus der Lachslaus umfasst acht Stadien, darunter zwei Nauplien Stadien, Copepodit, zwei Chalimi und zwei präadulte Stadien sowie das adulte Stadium.[6] Vom Ei bis zum erwachsenen Tier dauert je nach Temperatur zwischen 19 Tagen (bei 17 °C), 43 Tagen (bei 10 °C) und 93 Tagen (bei 5 °C).[2] Die Larvenstadien sind frei schwimmend und auf ihre Dotterreserven angewiesen[2], während die adulten Läuse sich an den Wirt anheften und sich von ihm ernähren. Die Chalimi können sich nur begrenzt bewegen, die präadulten und adulten Läuse sind frei auf der Fischoberfläche beweglich.[3]

Auswirkungen auf Fischwirtschaft und Wildlachse

Lachsläuse können erhebliche wirtschaftliche Schäden in der Aquakultur verursachen.[1] Die Zucht in Meereskäfigen führt zu einer hohen Dichte von Wirten und damit von Lachsläusen.[3] Die Parasiten beeinträchtigen die Gesundheit der Fische und verlangsamen deren Wachstum. Offene Wunden können bei stark infizierten Tieren zu einer Störung der Osmoregulation und zum Tod führen.[1]

Lachsläuse werden mit dem Rückgang der Wildlachspopulationen in Verbindung gebracht, möglicherweise weil höhere Befallsraten bei Wildlachsen in Regionen mit intensiver kommerzieller Lachszucht beobachtet werden.[1] In Norwegen sind für Netzgehege Grenzwerte für die Anzahl weiblicher Läuse pro Wirt festgelegt. Die Anzahl der Läuse muss wöchentlich überprüft werden. Überschreitet die Anzahl einen Grenzwert (0,5 adulte weibliche Läuse pro Fisch und 0,2 während der Zeit, in der Junglachse die Flüsse verlassen), müssen Maßnahmen zur Reduzierung der Läuse ergriffen werden. Dadurch werden Junglachse vor einer hohen Läusebelastung während ihrer Wanderung ins Meer geschützt, da heranwachsende Lachse während der Anpassung von Süß- auf Meerwasser besonders anfällig für Schäden durch Lachsläuse sind.[3]

Zur Bekämpfung von Lachsläusen werden verschiedene Methoden eingesetzt. Seit den späten 1970er Jahren wurden verschiedene Medikamente verwendet. Anfangs hochwirksam, entwickelten die Läuse schließlich Resistenzen gegen die meisten Medikamente. Insbesondere seit 2017 ist die Anzahl der Verschreibungen für Medikamente gegen Lachsläuse deutlich zurückgegangen und die nicht-medikamentösen Behandlungen haben zugenommen. Zum Einsatz kommt die Behandlung mit warmem Wasser, die mechanische Behandlung mittels Spülung oder Bürsten und die Behandlung mit Süßwasser, wobei mechanischen und thermischen Verfahren am häufigsten angewendet werden.[3]

Verbreitung

Lachsläuse sind sowohl ursprünglich im Pazifik als auch im Atlantik verbreitet. Sie besitzen ein beträchtliches Ausbreitungspotenzial, passiv mit den Meeresströmungen oder durch den Befalls von stark wandernden Wirten.[1]

Unterarten

Es gibt zwei allopatrische Unterarten:[1]

  • Lepeophtheirus salmonis salmonis – die atlantische Nominatform
  • Lepeophtheirus salmonis oncorhynchi Skern-Mauritzen, Torrissen & Glover, 2014 – die pazifische Unterart

Einzelnachweise

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