Leibniz-Gymnasium (Berlin)
höhere Lehranstalt im Berliner Ortsteil Kreuzberg
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Das Leibniz-Gymnasium (bis 1938 Friedrichs-Realgymnasium) ist eine Oberschule im Berliner Ortsteil Kreuzberg des Bezirks Friedrichshain-Kreuzberg. Seit 1. Februar 2013 ist das öffentliche Gymnasium eine offene Ganztagsschule.[2]
| Leibniz-Gymnasium | |
|---|---|
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| Schulform | Gymnasium |
| Schulnummer | 02Y06 |
| Gründung | 1850 |
| Adresse | Schleiermacherstraße 23 10961 Berlin |
| Ort | Kreuzberg |
| Land | Berlin |
| Staat | Deutschland |
| Koordinaten | 52° 29′ 24″ N, 13° 23′ 51″ O |
| Träger | Land Berlin |
| Schüler | 834 (2025/26)[1] |
| Lehrkräfte | 76 Lehrer + 8 Lehramtsanwärter (2024/25)[1] |
| Leitung | Renate Krollpfeiffer-Kuhring[1] |
| Website | leibniz-gymnasium.berlin |

Profil der Schule
Schwerpunkte legt das Leibniz-Gymnasium auf die Fachbereiche Musik (Bläserklasse, Kammerorchester), Kunst und Naturwissenschaften.
Die „AG Spurensuche“ erforscht die Geschichte der jüdischen Schüler der Schule.[3] Eine Gedenktafel mit einem Zitat von Primo Levi und ein Schaukasten mit wechselnden Ausstellungen von Dokumenten und Texten erinnern im Treppenaufgang nahe dem West-Foyer an das Schicksal der jüdischen Ehemaligen mit dem Schwerpunkt auf der Verfolgung durch das NS-Regime.
Geschichte
Bis die Schule 1946 den Namen des Mathematikers und Philosophen Leibniz erhielt, wurde sie fünfmal umbenannt. Gegründet wurde sie als Friedrich-Wilhelmstädtische höhere Lehranstalt an der Friedrichstraße 126. Ab 1938 war sie nach dem ehemaligen Weltkriegsgeneral und NSDAP-Mitglied Karl Litzmann benannt, der Abiturient der Schule war, und erhielt 1945 zunächst den Namen Robert-Koch-Schule, der aber schließlich an das benachbarte Robert-Koch-Gymnasium vergeben wurde.[4]
Auszeichnungen
Seit dem April 2017 kooperiert das Leibniz-Gymnasium mit der Leibniz-Sozietät.[5]
- Am 13. September 2013 wurde es als MINT-freundliche Schule ausgezeichnet.[6]
- Am 17. September 2014 wurde es mit dem Qualitätssiegel für exzellente berufliche Orientierung ausgezeichnet.[7]
- Am 22. September 2016 wurde es erneut als MINT-freundlichen Schule ausgezeichnet.[8]
- Am 4. Juli 2018 wurde ihm der Titel „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ verliehen.[9]
Bau und bauplastische Gestaltung


Das heutige Schulgebäude des Leibniz-Gymnasiums wurde 1904–1906 für das Friedrichs-Realgymnasium nach den Plänen von Stadtbaurat Ludwig Hoffmann im für ihn typischen Stil der italienischen Hochrenaissance auf einem durchgehenden Grundstück zwischen der Schleiermacherstraße und der Mittenwalder Straße errichtet, auf dem vorher das Wohnhaus eines Maurermeisters gestanden hatte.[10] Die Baukosten beliefen sich je nach Quelle auf rund 770.000[11] bis 860.000 Mark (kaufkraftbereinigt in heutiger Währung: zwischen rund 5,8 und 6,5 Millionen Euro).[12] Mit dem bauplastischen Fassadenschmuck wurde der Bildhauer Josef Rauch beauftragt,[10] dessen Entwürfe in Dorlaer Muschelkalk ausgeführt wurden.[11]
Im Zweiten Weltkrieg wurde der Westflügel des Schulgebäudes beim Luftangriff der US-amerikanischen Luftstreitkräfte am 3. Februar 1945 weitgehend zerstört; nur die Fassade blieb bestehen, sodass die Schule jahrzehntelang über keine Aula verfügte.
Nach dem Wiederaufbau in den Jahren 1955–1957[10] wurde dieser Gebäudeteil als Turnhalle genutzt, bis 2006 mit dem Neubau der Schul-Sporthalle an der Baerwaldstraße nach Plänen des Architekten Dieter Hundertmark dort ein Multifunktionssaal eingerichtet werden konnte.
Der Erweiterungsbau in der Schleiermacherstraße 22 wurde zwischen 1970 und 1972 als viergeschossiger Stahlskelettbau errichtet.[12] Nach einer energetischen Sanierung und Modernisierung wurde er 2011 wieder in Betrieb genommen.
Zwei bedeutende Hermen zieren seit 1989 den Schulhof. Auf Initiative des damaligen Schulleiters wurden die originalen Statuen von Ludwig Uhland (geschaffen vom Berliner Bildhauer Max Kruse) und Heinrich von Kleist (von Karl Pracht) aus dem nahen Viktoriapark auf dem nicht öffentlich zugänglichen Schulhof aufgestellt. Sie sind Teil eines ehemaligen Skulpturen-Zyklus zu Dichtern aus der Zeit der napoleonischen Befreiungskriege.[13]
Die Fassade des Altbaus an der Schleiermacherstraße wurde 1993 renoviert.[14]
Die Schule, das Lehrerwohnhaus und das Rektorenwohnhaus stehen als Baudenkmal unter Denkmalschutz.[15]
Bekannte Schüler und Lehrkräfte
- Karl Litzmann (1850–1936), General im Ersten Weltkrieg und Politiker (NSDAP), Abiturjahrgang 1866, von 1938 bis 1946 Namensgeber der Schule
- Willy Staerk (1866–1946), evangelischer Theologe.
- Bruno Strauss (1889–1969), 1918–1933 Lehrer am Friedrichs-Realgymnasiumn
- Manfred von Ardenne (1907–1997), Naturwissenschaftler, 1919–1923 am Friedrichs-Realgymnasium[16]
- Joachim Kuhn (1913–1994), Major der Wehrmacht, Widerstandskämpfer des 20. Juli 1944, Abiturjahrgang 1931
- Wolfgang Kieling (1924–1985), Schauspieler
- Heinz Knobloch (1926–2003), Feuilletonist[16]
- Dieter Wilke (* 1935), Rechtswissenschaftler[14]
- Heide Pfarr (* 1944), Politikerin (SPD)
- Eva Renzi (1944–2005), Schauspielerin[14]
- Timur Husein (* 1980), Politiker (CDU), Abiturjahrgang 2000
- Albertine Sarges (* 1987), Musikerin
- Julia Rothenburg (* 1990), Schriftstellerin, Abiturjahrgang 2009
- Salwa Houmsi (* 1996), Moderatorin
Sonstiges
Eine namensgleiche Schule, die aber keine Vorgängereinrichtung war, befand sich bis 1935 am Mariannenplatz, in deren Gebäude sich heute die Nürtingen-Grundschule befindet.
Das Leibniz-Gymnasium bietet sogenannte „Ateliers“ an. In den Ateliers geht es vor allem darum, den Schülern ein selbstentdeckendes Lernen mit einem hohen Maß an Selbstorganisation und Eigenverantwortlichkeit zu ermöglichen. Die Ateliers werden derzeit nur in der 7. Jahrgangsstufe angeboten.[17]
Seit dem Schuljahr 2021/22 nimmt die Schule am Schulversuch Hybride Formen des Lehrens und Lernens teil.[18]
Weblinks
Quellen
- Berlin und seine Bauten. 5. Band C, Schulen. Berlin o J., S. 359
