Leon Bianchi
polnischer Offizier
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Leon Bianchi (* 21. Mai 1896 in Krakau; † 6. Oktober 1944 in Dössel, heute ein Stadtteil von Warburg) war ein Oberstleutnant der Pioniere der Polnischen Armee, Unabhängigkeitskämpfer und Träger des Ordens Virtuti Militari.

Leben
Leon Bianchi absolvierte sieben Klassen der Realschule in Tarnów und machte Abitur. Im August 1914 trat er in die Polnischen Legionen ein, absolvierte die Unteroffiziersschule und nahm anschließend an Frontkämpfen teil. Am 5. Juli 1916 wurde er in der Schlacht bei Kostiuchnówka verwundet und kam ins Krankenhaus. Nach der Auflösung der Legionen wurde er in die kaiserliche und königliche Armee eingezogen.
Am Ende des 1. Weltkrieges trat er am 1. November 1918 in die polnische Armee ein. Zunächst diente er als Offizier der technischen Kompanie im 5. Infanterieregiment der Legionen in Tarnów, anschließend war er Adjutant des Bataillons im selben Regiment. 1919 kämpfte er zur Verteidigung von Lemberg. Ende 1919 wurde er zum Kommando des Generalbezirks „Warschau“ in Warschau als Referent für technische Angelegenheiten versetzt, wo er bis Oktober 1921 diente. Anschließend war er stellvertretender Kommandeur des Reservebataillons des 5. Infanterieregiments der Legionen, ab Dezember 1922 Kommandeur einer Pionierkompanie im 28. Bataillon der Grenzschutzgarde in Nowogródek und in den Jahren 1923–1924 in der Reserve mit Zuweisung zum 45. Infanterieregiment der Kresy-Schützen in Równe. 1924 wurde er in das Korps der Reserveoffiziere für Ingenieurwesen und Pionierwesen versetzt und dem 7. Pionierregiment von Großpolen in Posen zugeteilt. Seit 1925 diente er in der 5. Pioniertruppe in Krakau als Kommandeur eines Pionierbataillons und Adjutant des Regiments und seit dem 26. April 1928 als Quartiermeister des Regiments. Am 27. April 1929 wurde er zweiter Stabsoffizier der 4. Pionierbrigade in Krakau und am 31. März 1930 Chef der Pioniere des Militärministeriums in Warschau als Leiter der Abteilung für Allgemeine Angelegenheiten. Am 5. Januar 1931 folgte eine Berufung an die Höhere Kriegsschule in Warschau für einen zweijährigen Kurs 1930–1932. Am 1. Oktober 1932, nach Abschluss des Kurses und Erhalt des wissenschaftlichen Diploms als diplomierter Offizier, wurde er an die Ingenieurs-Offiziersanwärter-Schule versetzt und Kommandeur des Ausbildungsbataillons. 1934 wurde er Stabschef zum Kommando der 30. Polesien-Infanteriedivision in Kobryn. Von November 1936 bis zum 8. Juli 1938 befehligte er ein Brückenbataillon in Kazun und teilweise in der Festung Modlin. Anschließend wurde er in die Offiziersreserve beim Inspektor der Pioniere versetzt und dem Personalbestand des Armeeinspektors „im Abschnitt Posen“, Generalmajor Tadeusz Kutrzeba, als Pionieroffizier zugewiesen.
Zu Beginn des Zweiten Weltkrieges im September 1939 war er Kommandeur der Pioniere der Armee „Posen“. Er kämpfte in der Schlacht an der Bzura, geriet in deutsche Gefangenschaft und wurde in den Offizierslagern Oflag VII A Murnau und Oflag VI B Dössel (Gefangenen-Nr. 4901/IV A) inhaftiert. Am 6. Oktober 1944 starb er an den Folgen seiner Verletzungen, die er während der Bombardierung des Offizierslagers Dössel erlitten hatte und wurde auf dem Lagerfriedhof beigesetzt (Grabstein D42).
Beförderungen
- 1919 und 1920 Leutnant
- 1926 Berufsoffizier
- 1928 Major
- 1936 Oberstleutnant (ab 1937 Korps der Pionieroffiziere, Liniengruppe)
- posthum Oberst
Orden und Auszeichnungen
- 1922 Silbernes Kreuz des Militärordens Virtuti Militari Nr. 6545
- 1928 Goldenes Verdienstkreuz
- 1931 Unabhängigkeitskreuz
- Tapferkeitskreuz – viermal
Literatur
Weblinks
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Bianchi, Leon |
| KURZBESCHREIBUNG | Oberstleutnant der Pioniere der Polnischen Armee, Unabhängigkeitskämpfer, und Träger des Ordens Virtuti Militari |
| GEBURTSDATUM | 21. Mai 1896 |
| GEBURTSORT | Krakau |
| STERBEDATUM | 6. Oktober 1944 |
| STERBEORT | Dössel, heute ein Stadtteil von Warburg |