Gerlachstraße (Berlin)
Straße in Berlin-Mitte bis 1970
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Die Gerlachstraße (1874–1939 Lietzmannstraße) war eine Straße in Berlin-Mitte bis 1970.
Lage

Die Gerlachstraße (früher Lietzmannstraße) war eine Verlängerung der Wadzeckstraße von Nordwesten. Sie verlief von der Neuen Königstraße in südöstlicher Richtung durch die Georgenkirchstraße und die Landwehrstraße bis zur Landsberger Straße und war die erste Verbindungsstraße zwischen diesen beiden Fernstraßen nach Nordosten, nach deren Gabelung hinter dem Alexanderplatz. Die Gerlachstraße gehörte zur Königsstadt und zum Bezirk Mitte.
In der Gegenwart ist dort das Neubaugebiet östlich der Otto-Braun-Straße mit veränderten Straßenverläufen. Das jüdische Altersheim befand sich ungefähr an der jetzigen Berolinastraße 7a (Spielplatz).[1]
Geschichte
Der Weg bestand spätestens seit dem frühen 18. Jahrhundert, er hieß später Lietzmanns Gasse, benannt nach dem Berliner Bürgermeister Johann Joachim Lietzmann (1672–1712).[2] 1874 wurde diese offiziell in Lietzmannstraße umbenannt und 1939 in Gerlachstraße, nach dem Bürgermeister Carl Friedrich Leopold von Gerlach.[3]
In den Jahren 1943/1945 wurden einige Gebäude beschädigt oder zerstört. In den 1950er und 1960er Jahren wurde die gesamte historische Bausubstanz abgerissen und dort das Neubaugebiet zwischen Mollstraße, Otto-Braun-Straße und Karl-Marx-Allee errichtet.
Gebäude
In der Lietzmannstraße, danach Gerlachstraße gab es etwa zwanzig Wohn- und Geschäftshäuser, in denen auch einige kleinere Firmen und Fabriken tätig waren.[4]

Das jüdische Altersheim in der Nr. 19/21 wurde um 1930 durch den Rabbiner Martin Salomonski erbaut und galt als eines der modernsten in dieser Zeit.[5] 1935 ließ er dort eine Gedenktafel für die Opfer der jüdischen Hostienschänderprozesse des Jahres 1510 anbringen, die erhalten ist. 1938/1939 wurde das Gebäude unter Zwangsverwaltung gestellt. 1941/1942 wurde es zum Sammellager für jüdische Berliner in die Konzentrationslager Treblinka und Riga sowie in mehrere Vernichtungslager.
Weitere Gebäude waren
- Ecke Neue Königsstraße Karstadt-Zentrale, Seite
- Nr. 13 Der Aufbruch, 1930, kleiner Verlag[6]
- Nr. 28 Gasmesserfabrik Elster & Co., 1907, Werkstattfiliale des Mainzer Unternehmens[7]
Weblinks
- Gerlachstraße Berlin Geschichte