Linea d’ombra
From Wikipedia, the free encyclopedia
Linea d’ombra ist ein italienischer Veranstalter von Kunstausstellungen mit angeschlossenem Verlag. Das 1996 von dem Kunsthistoriker Marco Goldin gegründete Unternehmen hat seinen Firmensitz im Palazzo dei Forestieri in Treviso. Schwerpunkt des Unternehmens sind die Organisation und Durchführung von Kunstausstellungen in Zusammenarbeit mit internationalen Museen. Als Veranstaltungsorte dienen meist historische Paläste in verschiedenen Städten Norditaliens. Der zugehörige Verlag Linea d’ombra Libri publiziert unter Beteiligung von italienischen und internationalen Autoren Kataloge zu den Kunstausstellungen.
Geschichte
Der Kunsthistoriker Marco Goldin konnte bereits auf eine langjährige Erfahrung als Kurator von Kunstausstellungen zurückblicken, als er 1996 Linea d’ombra gegründete. Hatte er zuvor überwiegend Ausstellungen zu italienischen Künstlern des 20. Jahrhunderts organisiert, sollte sein eigenes Unternehmen Linea d’ombra Werke vor allem international vielbeachteter Künstler nach Italien bringen. Seit der ersten Ausstellung 1997 in Conegliano folgten weitere Ausstellungen in Belluno, Bologna, Brescia, Codroipo, Genua, Gorizia, Padova, Rimini, San Marino, Treviso, Turin, Verona und Vicenza. Häufig war die französische Malerei der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts Thema der Ausstellungen, und Museen wie das Museum of Fine Arts, Boston liehen wiederholt zahlreiche Hauptwerke ihrer Sammlung aus. Seit 1999 gehört der Verlag Linea d’ombra Libri zum Unternehmen, der für die Herausgabe der Ausstellungskataloge zuständig ist. Hierfür konnte Linea d’ombra wiederholt namhafte Kunsthistoriker gewinnen.
Ausstellungen


Belluno
Der Palazzo della Crepadona in Belluno war 2003 Schauplatz der Schau Da Corot a Monet mit Werken aus der südafrikanischen Johannesburg Art Gallery. Gezeigt wurden Arbeiten des Impressionismus und Post-Impressionismus mit Bildern von Jean-Baptiste Camille Corot bis Claude Monet. Zeitgleich fand im selben Haus die Ausstellung Da Van Gogh a Picasso statt, in der französische Zeichnungen des 19. und 20. Jahrhunderts von Vincent van Gogh bis Pablo Picasso aus dem Los Angeles County Museum of Art zu sehen waren.
Bologna
Seit 2014 besteht eine Zusammenarbeit zwischen Linea d’ombra und der Bankenstiftung Fondazione Cassa di Risparmio, um im Palazzo Fava in Bologna Ausstellungen zu organisieren. In der von Februar bis Mai 2014 gezeigten Ausstellung La ragazza con l’orecchino di perla. Il mito della Golden Age. Da Vermeer a Rembrandt waren Meisterwerke von Jan Vermeer, Rembrandt van Rijn und anderen Künstlern des niederländischen Golden Zeitalters aus den Beständen des Mauritshuis in Den Haag zu sehen. Parallel stellte die Ausstellung Attorno a Vermeer - I volti, la luce, le cose Arbeiten zeitgenössischer Künstler vor, die sich mit dem Werk von Vermeer auseinandergesetzt hatten.
Brescia
Von 2004 bis 2009 veranstaltete Linea d’ombra mehrere Ausstellungen für die Stadt Brescia, die alle im Museo di Santa Giulia zu sehen waren. Zunächst standen unter dem Titel Monet, la Senna, le ninfee – Tiziano e la pittura del Cinquecento a Venezia. Capolavori dal Louvre 2004–2005 die Werke zweier Künstler gegenüber. Neben einer Reihe von Seerosenbildern von Claude Monet gab es einige Gemälde von Tizian als Leihgabe des Louvre. In der 2005–2006 gezeigten Ausstellung Gauguin-Van Gogh. L’avventura del colore nuovo standen sich mit Arbeiten von Vincent van Gogh und Paul Gauguin wiederum die Werke zweier Künstler gegenüber. Die Ausstellung, in der zudem Bilder von Jean-François Millet zu sehen waren, bestand ausschließlich aus Leihgaben des Museum of Fine Arts, Boston. Die nächste Ausstellung in Brescia trug den Titel Turner e gli impressionisti und zeigte 2006–2007 den Einfluss des englischen Malers William Turner auf die Künstler des Impressionismus. Es folgten 2006 eine Schau zu Piet Mondrian und 2007–2008 mit America! Storie di pittura dal Nuovo Mondo eine Übersichtsschau zur amerikanischen Malerei. Den Abschluss bildete 2008–2009 die Ausstellung Van Gogh. Disegni e Dipinti Capolavori dal Kröller-Müller Museum mit Gemälden und Zeichnungen von Vincent van Gogh aus dem niederländischen Kröller-Müller Museum.
Codroipo-Passariano
Die im 17. Jahrhundert errichtete Villa Manin bei Udine bildete den Rahmen für drei Ausstellungen in den Jahren 2009–2012, die in Zusammenarbeit mit der Region Friaul-Julisch Venetien entstanden. Den Anfang machte die Schau L’Età di Courbet e Monet. La diffusione del realismo e dell’impressionismo nell’Europa centrale e orientale, die sich 2009–2010 mit der Malerei von Gustave Courbet und Claude Monet beschäftigte. Es folgte 2010–2011 mit Munch e lo spirito del Nord. Scandinavia nel secondo Ottocento eine Überblicksschau zur skandinavischen Malerei des ausgehenden 19. Jahrhunderts mit einem Schwerpunkt auf das Werk von Edvard Munch. Eine weitere Übersichtsschau widmete sich 2011–2012 dem Thema Expressionismus in der Malerei. Unter dem Titel Confini da Gauguin a Hopper präsentierte die Villa Manin 2025–2026 internationale Meisterwerke vom ausgehenden 19. Jahrhundert bis zur Gegenwart.
Conegliano
Die ersten Ausstellungen von Linea d’ombra fanden 1997 in Conegliano statt. Marco Goldin zeigte in der Galleria Antonio Battagliaha zunächst Werke internationaler Künstler unter dem Titel Da Monet a Morandi, Paesaggi dello spirito, die sich der Landschaftsmalerei von Claude Monet bis Giorgio Morandi widmete. Es folgte die Schau Roberto Tassi e i pittori, Ottocento e Novecento in Italia. Da Fattori a Burri mit Werken italienischer Künstler des 19. Jahrhunderts, wobei die Maler Giovanni Fattori und Alberto Burri die zeitlichen Eckpfeiler bildeten. Im örtlichen Palazzo Sarcinelli wurde 2000 die Ausstellung Da Courbet a Manet, La scuola di Barbizon e l’impressionismo gezeigt, in der französische Malerei der Schule von Barbizon und des Impressionismus mit Werken von Gustave Courbet bis Édouard Manet zu sehen war.
Genua
In Genua bestand seit 2010 eine Partnerschaft zwischen Linea d’ombra, der Stadt Genua und der Stiftung Fondazione Palazzo Ducale di Genova. Im Palazzo Ducale gab es 2010–2011 die Schau Mediterraneo. Da Courbet a Monet a Matisse mit Kunstwerken von Gustave Courbet über Claude Monet bis Henri Matisse, die sich mit dem Thema Mittelmeer beschäftigen. An selbem Ort folgte 2011–2012 Van Gogh e il viaggio di Gauguin mit Arbeiten von Vincent van Gogh und Paul Gauguin.
Gorizia
Das Museo di Santa Chiara in Goriza zeigte 2024–2025 eine Ausstellung zu Giuseppe Ungaretti. Im Fokus stand die Zeit des Schriftstellers während des Ersten Weltkrieges, die durch historische Dokumente und Kunstwerke mit Bezug zu seinem Werk veranschaulicht wurde.
Padova
Das Centro Culturale Altinate San Gaetano in Padova zeigte 2020–2021 eine große Van-Gogh-Ausstellung. 2022 gastierte hier die Schau Dai Romantici a Segantini mit Werken aus dem Museum Oskar Reinhart in Winterthur, darunter Gemälde von der Romantik – etwa von Caspar David Friedrich – bis zu Giovanni Segantini.
Rimini
Für die Stadt Rimini und die Bankenstiftung Fondazione Cassa di Risparmio organisierte Linea d’ombra Ausstellungen im Castel Sismondo. Für die erste Ausstellung an diesem Ort lieh das Museum of Fine Arts Boston eine Auswahl europäischer Gemälde aus. Unter dem Titel Da Rembrandt a Gauguin a Picasso. L'incanto della pittura konnten die Besucher Meisterwerke von Rembrandt van Rijn über Paul Gauguin bis Pablo Picasso sehen. Die zweite Ausstellung in Rimini fand 2010–2011 statt und stellte unter dem Titel Parigi. Gli anni meravigliosi. Impressionismo contro Salon Werke von in Paris tätigen Künstlern des ausgehenden 19. Jahrhunderts vor. Das Wadsworth Atheneum in Hartford (Connecticut) stellte die Kunstwerke für die Schau Caravaggio e altri pittori del Seicento zur Verfügung. In der 2010–2011 gezeigten Ausstellung waren Bilder von Michelangelo Merisi da Caravaggio und anderen Malern des 17. Jahrhunderts zu sehen. Zuletzt gab es 2012 mit Da Vermeer a Kandinsky. Capolavori dai musei del mondo a Rimini eine mit Leihgaben aus verschiedenen Museen bestückte Ausstellung, die die Zeitspanne vom Barock bis zum 20. Jahrhundert abdeckte und mit Namen wie Jan Vermeer und Wassily Kandinsky warb.
San Marino
Im nicht weit von Rimini entfernten Kleinstaat San Marino veranstaltet Linea d’ombra zusammen mit der Bankenstiftung Fondazione San Marino Cassa di Risparmio S.U.M.S, seit 2010 Ausstellungen. Als Ausstellungsort dient der Sitz der Stiftung Palazzo S.U.M.S. 2010–2011 gab es dort unter dem Titel Monet, Cézanne, Renoir e altre storie di pittura in Francia eine Übersichtsschau mit Werken der französischen Impressionisten. Es folgte 2012 die Ausstellung Da Hopper a Warhol. Pittura Americana del XX secolo a San Marino mit amerikanischer Malerei des 20. Jahrhunderts von Edward Hopper bis Andy Warhol.
Treviso
In Treviso organisierte Linea d’ombra zusammen mit der Stadt Treviso und der Bankenstiftung Fondazione Cassamarca mehrere Ausstellungen im Stadtpalast Casa dei Carraresi. Die erste Ausstellung Roberto Tassi e i pittori. Ottocento e Novecento in Europa. Da Van Gogh a Bacon widmete sich 1998 dem Kunsthistoriker Roberto Tassi und der Malerei des 19. und 20. Jahrhunderts von Vincent van Gogh bis Francis Bacon. 1999 beschäftigte sich die Ausstellung Da Cézanne a Mondrian. Impressionismo, espressionismo, cubismo e il paesaggio nel nuovo secolo in Europa. 1878-1918 mit der Landschaftsmalerei von Paul Cézanne bis Piet Mondrian. Über die Anfänge des Impressionismus gab es ebenfalls in Treviso 2000–2001 die Ausstellung La nascita dell’impressionismo. Es folgten 2001–2002 die Monet-Ausstellung Monet. I luoghi della pittura und 2002–2003 die Van-Gogh-Schau L’impressionismo e l’età di Van Gogh. 2003–2004 war die Schau L’oro e l’azzurro. I colori del Sud da Cézanne a Bonnard zu sehen, die sich mit Mittelmeermotiven in den Werken von Cézanne bis Pierre Bonnard beschäftigte. In Treviso folgten 2016–2017 zwei Ausstellungen zur italienischen Malerei im Palazzo Giacomelli und Museo Santa Caterina. Das Museum zeigte parallel die Ausstellung Storie dell’impressionismo mit Werken des Impressionismus von Claude Monet bis Pierre-Auguste Renoir sowie von Vincent van Gogh bis Paul Gauguin. 2018 war dort darüber hinaus eine Ausstellung zu Auguste Rodin zu sehen. Die 2025–2026 gezeigte Ausstellung Da Picasso a Van Gogh zeigte Werke aus dem Toledo Museum of Art.
Turin
Im Vorfeld der Olympischen Winterspiele 2006 beauftragte die Stadt Turin und das Comitato Olimpico Nazionale Italiano Linea d’ombra mit der Organisation einer Kunstausstellung. Die 2044–2005 in Palazzina della Promtrice delle Belle Arti gezeigte Schau Gli impressionisti e la neve. La Francia e l’Europa widmete sich dem Thema Winterlandschaft und zeigte Arbeiten verschiedener Künstler des französischen Impressionismus.
Verona
Im Palazzo della Gran Guardia in Verona wurde 2013 mit Da Botticelli a Matisse. Volti e figure eine Ausstellung mit ähnlicher Rahmenstellung gezeigt, wobei Werke von Sandro Botticelli und Henri Matisse die Eckpunkte bildeten. An selbem Ort folgte 2013–2014 Verso Monet. Storia del paesaggio dal Seicento al Novecento, eine Ausstellung die Landschaftsmalerei vom 17. Jahrhundert bis zu Claude Monet thematisierte. Ebenfalls in diesem Haus stellte Marco Goldin 2019–2020 Il tempo di Giacometti aus, eine Schau mit Werken von Alberto Giacometti, Marc Chagall, Wassily Kandinsky und weiteren Künstlern aus der Sammlung der französischen Fondation Maeght.
Vincenza
Seit 2012 organisierte Linea d’ombra Ausstellungen in Vincenza gab es 2012–2013 in der Basilica Palladiana, einem Renaissance-Bauwerk von Andrea Palladio, die Ausstellung Raffaello verso Picasso. Storie di sguardi, volti e figure mit Personenbildnissen von Raffael bis Pablo Picasso. 2014–2015 folgte hier die Schau Tutankhamon, Caravaggio, Van Gogh, die sich mit Darstellungen der Nacht beschäftigte und 2017―2018 eine Van-Gogh-Schau. Im Palazzo Chiericati gab es 2014–2015 eine Retrospektive zu Antonio López García, gefolgt von einer Ausstellung zu Piero Guccione.
Weblinks
- Internetpräsenz von Linea d’ombra (italienisch/englisch)