Liste von Hauptgestüten Preußens
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Die Liste von Hauptgestüten Preußens beinhaltet die Einrichtungen, welche der „Preußischen Gestütsverwaltung“ des Deutschen Kaiserreichs unterstellt waren. Hauptgestüte sind staatlich geführte Gestüte, auf denen Landbeschäler gezüchtet werden, die also Hengste, Stuten und Fohlen halten.
Erster Weltkrieg
Zum Zeitpunkt des Ausbruchs des Ersten Weltkriegs 1914 umfasste die Preußische Gestütsverwaltung fünf Hauptgestüte mit 38 Hauptbeschälern, 760 Mutterstuten und 2.480 Mehrungsfohlen sowie 18 Landgestüte mit 3.645 Beschälern. Infolge der Gebietsabtretungen nach dem Versailler Vertrag verlor die Verwaltung die Landgestüte Gnesen und Zirke in der Provinz Posen sowie Preußisch Stargard in der Provinz Westpreußen.[1][2]
Preußische Hauptgestüte
| Gestüt | Gründung Standort-eröffnung | Auflösung staatliche Pferdezucht | Kommentar | Bestand um 1910 |
|---|---|---|---|---|
| Hauptgestüt Trakehnen[1] | 1732 | 1944 | Der Soldatenkönig Friedrich Wilhelm I. vereinigte die Pferdezucht Ostpreußens in einem Gestüt, dem Königlichen Stutamt Trakehnen, das über 500 Mutterstuten umfasste. Es versorgte Preußens Kavallerie jahrhundertelang mit Pferden.[3] | 350 Mutterstuten, 15 Hauptbeschäler[4] |
| Hauptgestüt Graditz[5] | 1686 | - | Heute ist es als Sächsisches Hauptgestüt, neben dem Landgestüt Moritzburg, Eigentum des Freistaates Sachsen und dient der Warmblutzucht. | 40 Vollblut- und 150 Mutterstuten, 14 Hauptbeschäler[4] |
| Hauptgestüt Neustadt an der Dosse[6] | 1788 | - | Das Gestüt ist heute das Brandenburgische Haupt- und Landgestüt Neustadt/Dosse im Besitz des Landes Brandenburg und betreibt Reitpferdezucht. | 50 Mutterstuten, 3 Hauptbeschäler[4] |
| Hauptgestüt Beberbeck[7] | 1571 | 1929 | Das Hauptgestüt stand ab 1870 unter preußischer Verwaltung. Im Jahr 1918 wurde der Bestand von zuvor 110 Warmblutstuten auf 60 verkleinert. Dafür wurden 60 Kaltblutstuten aufgenommen, da die Landwirtschaft mehr Zugtiere benötigte. 1929 wurde das Hauptgestüt Beberbeck aufgelöst und als Hessische Staatsdomäne weitergeführt. | 100 Mutterstuten, 5 Hauptbeschäler[4] |
| Hauptgestüt Altefeld[5] | 1913 | 1945 | Das Hauptgestüt wurde 1913 auf dem hessischen Gut Altefeld errichtet. Von 1922 bis 1930 wurde das Graditzer Vollblutgestüt dorthin verlegt. 1935 benötigte die Wehrmacht ein weiteres Heeresgestüt und übernahm Altefeld. Dort wurden jährlich bis zu 350 Pferde eingestallt und ausgebildet. 1941 wurde Altefeld zum „Heeres-Vollblutgestüt“ und nahm wieder erfolgreich an Pferderennen teil. 1947 wurde Altefeld aufgeteilt und das „Innere Gestüt“ ging an die „Kommission für Vollblutzucht“ in Hessen.[8] 1962 wurde es an das hessische Vollblutgestüt Waldfried verkauft, das dort bis 1981 Rennpferde züchtet.[9] Seit 1981 ist das Gestüt in Privatbesitz eines Warmblutzüchters.[10] | - |
| Hauptgestüt Veßra[11] | 1677 | 1840 | In Veßra bestand seit 1677 ein kurfürstlich-sächsisches Gestüt mit rund 100 Mutterstuten. Veßra fiel 1815 infolge des Krieges mit Kursachsen an Preußen und wurde zum königlich-preußischen Hauptgestüt ausgebaut. Ziel des Hauptgestüts Veßra war es, ein leichtbewegliches und ausdauerndes Reit- und Wagenpferd zu züchten, um die landesweite Pferdezucht zu verbessern. Es wurde 1840 zugunsten des Hauptgestüts Graditz aufgegeben. | - |
| Gestüt Georgenburg | um 1899 | vor 1913 | Das Gestüt wurde 1899 vom preußischen Staat gekauft und Sitz des Landgestüts Insterburg. 1910 war Georgenburg ein Hauptgestüt.[4] 1919 war Georgenburg ein Landgestüt.[2] | 50 Mutterstuten, 1 Hauptbeschäler[4] |