Diablo II: Lord of Destruction

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Lord of Destruction (abgekürzt LoD; dt.: Herr der Zerstörung) ist die 2001 erschienene offizielle Erweiterung zu Diablo II aus dem Hause Blizzard Entertainment.

PublisherBlizzard Entertainment
VeröffentlichungNordamerika 27. Juni 2001
Europa 29. Juni 2001
Schnelle Fakten Entwickler, Publisher ...
Diablo II: Lord of Destruction
Zählt zur Reihe Diablo
Entwickler Blizzard North
Publisher Blizzard Entertainment
Veröffentlichung Nordamerika 27. Juni 2001
Europa 29. Juni 2001
Plattform Windows, Mac OS bzw. Mac OS X
Genre Action-Rollenspiel, Hack and Slay
Spielmodus Einzelspieler, Mehrspieler
Steuerung Maus, Tastatur
Medium 1 CD-ROM
Sprache Deutsch, Englisch, Französisch
Aktuelle Version 1.14d
Altersfreigabe
USK
USK ab 16 freigegeben
USK ab 16 freigegeben
PEGI
PEGI ab 16+ Jahren empfohlen
PEGI ab 16+ Jahren empfohlen
PEGI-Inhalts­bewertung Gewalt
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Handlung

Die Handlung des Spiels wird mit der Erweiterung um einen fünften Akt erweitert.

Nachdem der Held aus der Chaos-Kathedrale zurückgekehrt ist, eröffnet einem Tyrael in der Festung des Wahnsinns, dass Baal mit seinem Seelenstein entkommen und zum Berg Arreat aufgebrochen ist, in dem sich der Weltenstein verbirgt, den Baal für seine eigenen Zwecke missbrauchen will. Er schafft für den Spieler ein Portal, das in die Barbarenstadt Harrogath am Fuße des Berges Arreat führt. Baal ist mittlerweile angekommen, hat seine eigene Metamorphose zum Fürsten der Vernichtung durchlaufen und ist mit seinen Schergen in den Weltensteinturm eingedrungen.

Als der Held in der Stadt der Barbaren ankommt, wird er von Larzuk, deren Anführer, gebeten, die Belagerung durch Baals Horden zu durchbrechen und Shenk, den Hauptmann der Monster vor den Toren Harrogaths, zu töten. Nachdem man sich durch das Retten von gefangenen Barbaren und Anya, die in einem Eisblock gefangen war, auch hier unter den Barbaren Respekt verschafft hat, muss eine Verschwörung aufgedeckt werden. Anya erzählt dem Spieler, dass Nihlathak, der sich als Totenbeschwörer entpuppt, für ihre Gefangennahme verantwortlich war und offenbar im Gegenzug von Baal entlohnt werden sollte. Man erfährt schließlich, dass Baal mit Hilfe eines Artefakts den Tempel betreten konnte. Ohne dieses Artefakt muss man aber, um Zutritt zu erhalten, die drei Urahnen der Barbaren auf dem Gipfel des Berges besiegen. Nachdem man diesen Initiationsritus erfolgreich absolviert hat, kann der Spieler endlich den Berg betreten. Hier trifft man am Ende auf Baal selbst, der durch seine Leibgarde (Elite-Versionen der Monster aus den ersten vier Akten) bewacht wird. Sind diese besiegt, betritt man zuletzt die Weltensteinkammer und kämpft gegen Baal.

Ist Baal besiegt, erscheint wieder der Erzengel Tyrael und enthüllt dem Helden, dass die Seelensteine nur Splitter des großen Weltensteins sind. Baal hat aber durch seine Handlungen den Weltenstein selbst korrumpiert, und dieser müsse nun zerstört werden. Tyrael deutet an, dass die Zerstörung des Weltensteins weitreichende Konsequenzen haben wird, die aber noch nicht abzusehen sind. Nachdem der Held die Weltensteinkammer verlassen hat, schleudert Tyrael sein Schwert gegen den Weltenstein, der so gesprengt wird, damit er nicht weiter missbraucht werden kann. Damit endet das Spiel.

Spielprinzip

Mit der Erweiterung wird die Spielwelt um einen Abschnitt (Akt) erweitert, der die Geschichte des Spiels ergänzt und neue Aufgaben bietet. Des Weiteren werden zwei neue Spielercharaktere und eine Vielzahl neuer Gegenstände und Gegenstandsklassen eingeführt. Für diese hat der Spieler nun auch mehr Platz, da seine persönliche Schatzkiste vergrößert wird. Er kann nun außerdem eine Reservewaffe bei sich tragen, die er bei Bedarf gegen diejenige austauscht, mit der er gerade kämpft. In LoD besteht die Möglichkeit, eine höhere Bildauflösung (800 × 600 statt 640 × 480 Pixel) zu wählen.

Charakterklassen

Neben den fünf althergebrachten Charakterklassen aus Diablo II Classic stehen mit der Erweiterung Lord of Destruction zwei gänzlich neue zur Auswahl.

  • Die Assassine kann sich in drei Richtungen ausbilden. Wenn sie den Weg der „Kampfkünste“ einschlägt, erlernt sie die ihr eigenen Nahkampftechniken, die in einer geschickten Aufeinanderfolge von Ladung und Entladung ihren spektakulären Ausdruck finden. Hierbei kommt häufig die der Assassine vorbehaltene Waffengattung „Klaue“ zum Einsatz, von denen sie zwei gleichzeitig führen kann (etwa Katare und andere Faustdolche). Eine in „Schattendisziplinen“ bewanderte Assassine beherrscht psychokinetische Kräfte, mit denen sie ihre eigenen körperlichen Fähigkeiten erweitert oder ihre Feinde täuschen und manipulieren kann. Drittens kann sie die Kunst der Fallenlegung erlernen. Diese nicht magischen, sondern mechanischen Hilfsmittel, die sie teils hinterhältig, teils offen anwendet, können ihr im Kampf viel nutzen.
  • Der Druide hat die Gabe der Gestaltwandlung. Als Werwolf oder Werbär stehen ihm die besonderen Fertigkeiten dieser Tiere zur Verfügung. Allerdings gibt er für die Dauer einer Verwandlung seine menschliche Gestalt auf. Er versteht sich darauf, Tiere oder Tiergeister zu beschwören, die ihm im Kampf gegen das Böse wertvolle Dienste leisten, und die Kräfte der Natur zu mächtigen Elementarzaubern zu bündeln, die durch Feuer, Eis und Wind seinen Gegnern zusetzen.

Neue Gegenstände

Mit der Erweiterung wird der Fundus an Gegenständen im Spiel weiter vergrößert. Neu ist zunächst eine dritte Mächtigkeitsstufe der Gegenstände, genannt Elite. Diese sind gegenüber Exceptional-Gegenständen nochmals deutlich mächtiger. Zusätzlich zu den bekannten Edelsteinen gibt es jetzt die Möglichkeit, gesockelte Gegenstände mittels Juwelen und Runen zu verbessern.

Die Juwelen haben zufällige magische Fähigkeiten, welche auf einen Gegenstand übergehen, wenn man diesen mit einem Juwel verziert. Auch von diesen gibt es magische und seltene Versionen; seit Patch 1.10 zudem insgesamt acht einzigartige.

Die 33 Runen sind der komplizierteste Teil der neuen Möglichkeiten. Diese teilweise extrem seltenen Gegenstände können einen gesockelten Gegenstand ähnlich der Juwelen und Edelsteine verbessern. Schon alleine sind diese sehr mächtig, so gibt es Exemplare, die einen Gegenstand unzerstörbar machen, die Verteidigung des Gegners ignorieren oder diesen erstarren lassen. Zudem ist es möglich, aus mehreren Runen ein sogenanntes Runenwort zu bilden, das eine extrem mächtige Verbesserung bedeutet. Gerade diese Runenworte sind jedoch für Betrug sehr anfällig. Zwar sind die erforderlichen Runen oftmals extrem selten, dennoch werden die entsprechenden Verbesserungen von sehr vielen Charakteren getragen.

Ein Beispiel hierfür ist Enigma (dt. Rätsel), das sich aus den Runen Jah, Ith und Ber zusammensetzt. Dieses verbessert die Verteidigung, erhöht die Fertigkeiten und einige andere wichtige Eigenschaften und bietet dem Charakter die Möglichkeit, sich zu teleportieren, statt zu laufen; eine Fähigkeit, die sonst nur Zauberinnen besitzen. Ähnliches gilt für Infinity (dt. Unendlichkeit), bestehend aus Ber, Mal, Ber und Ist. Dies erzeugt eine Aura, die sonst nur Paladine besitzen und die den Gegner massiv schwächt. Die hierfür erforderlichen Runen sind extrem selten, dennoch tragen viele Charaktere eine entsprechende Waffe. Dies liegt unter anderem daran, dass es durch Betrügereien möglich ist, die Runen beliebig oft „herzustellen“ (siehe den Abschnitt Cheats und Betrügereien).

Ebenfalls neu sind die Zauber, welche jeder Charakter in seinem Inventar mit sich umhertragen kann. Jeder Zauber wirkt schon beim Tragen und muss nicht gesockelt oder ähnlich vorbehandelt werden. So gibt es beispielsweise Zauber, welche die Lebensenergie erhöhen, die Fertigkeitsstufen erhöhen oder dem Charakter mehr Stärke verleihen.

Es gibt drei Größen von Zaubern: kleine Zauber (nehmen ein Feld im Inventar ein), große Zauber (zwei Felder) und Riesenzauber (drei Felder). Zauber sind bis auf drei Ausnahmen immer magisch (blau). Diese Ausnahmen sind der spezielle Riesenzauber Gheeds Glück, welcher wie jedes andere Unique bei gewöhnlichen Monstern gefunden werden kann, der große Zauber „Höllenfeuerfackel“, welcher als Belohnung des Hellfire-Quests gefunden werden kann, und der kleine Zauber Vernichtikus, welcher dem Bezwinger des „Über-Diablo“ im World Event als Belohnung winkt.

Söldner

Wie auch schon in der Classic-Version (Diablo II ohne Erweiterung) kann der Spieler maximal von einem Söldner (Mercenary) begleitet werden. Eine Neuerung der Erweiterung besteht darin, dass in Akt V ein vierter Söldner-Typ (Barbar) erhältlich ist. Söldner sind in LoD heilbar, lassen sich mit Waffe, Rüstung, Helm und teilweise einem Schild ausrüsten und bleiben bei einem Aktwechsel nun erhalten.

Außerdem kann man sie im Falle ihres Todes gegen eine Goldzahlung wiederbeleben, deren Betrag vom Söldnerlevel abhängt. Die Obergrenze liegt bei 50.000 Goldstücken – da man beim Verkauf eines nutzlosen Gegenstands bis zu 35.000 Gold erhalten kann, ist diese Summe gut bezahlbar.

In früheren Patches musste man einen Söldner aus dem Schwierigkeitsgrad Normal bei einem Level zwischen 10 und 20 einkaufen und mühsam hochspielen, damit er später seine volle Stärke erreichen konnte. Vor einigen Jahren wurde dies allerdings geändert, so dass man immer Söldner angeboten bekommt, die maximal 2–3 Level niedriger als der Spielercharakter sind. Der Söldner erhält nur Erfahrung durch die vom Spieler oder ihm selbst getötete Monster. Da er allerdings weniger Erfahrung braucht als der Spieler, levelt er fast gleich schnell wie dieser.

Der mit großem Abstand beliebteste Söldner stammt aus dem zweiten Akt. Es ist ein Paladin, der dem Spieler mit Auren das Leben erleichtern kann. Die Einteilung Offensiv, Defensiv und Kampf gibt abhängig vom Schwierigkeitsgrad Auskunft über seine Aura. Kauft man z. B. einen offensiven Söldner in Akt 2 Alptraum, so hat er die schadensverstärkende Aura Macht. Söldner aus dem Schwierigkeitsgrad Normal sind etwas stärker als ihre Kollegen aus Hölle. Mit dem Level des Söldners steigt auch sein Aura-Level.

Rezeption

Weitere Informationen Metawertungen, Datenbank ...
Metawertungen
DatenbankWertung
Metacritic87/100[1]
Wertungsspiegel
PublikationWertung
4Players80 %[2]
GameStar89/100[3]
PC Games9/10[4]
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Der Spielumfang rechtfertige nicht den Anschaffungspreis. Neuerungen wie die höhere Bildschirmauflösung wären schon im Hauptprogramm wünschenswert gewesen. Die beiden neuen Charakterklassen spielen sich hingegen neu und fügen sich auch gut in das bestehende Repertoire an Helden ein.[4] Die zahlreichen neuen Gegenstände seien an die Charakterklassen gut angepasst. Jede Ausrüstung sei brauchbar oder erziele einen fairen Preis beim Verkauf.[3] Der Umfang sei mit nur einem neuen Akt und zwei neuen Charakteren gering, dennoch beschere das Addon fesselndes Gameplay. Die Rate, mit der Gegenstände erscheinen, sei zu niedrig.[2]

Modifikationen

Wie auch schon beim Hauptspiel Diablo II wurden zahlreiche Mods entwickelt. Back to Hellfire verwandelt das Spiel in Diablo 1 inklusive seiner Erweiterung Diablo: Hellfire. Die Mod Eastern Sun enthält neue Fertigkeiten, Gegenstände und Aura-Grafiken.[5]

Einzelnachweise

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