Lucía Sánchez Saornil

spanische Schriftstellerin, Feministin und Anarchistin From Wikipedia, the free encyclopedia

Lucía Sánchez Saornil (* 13. September 1895 in Madrid; † 2. Juni 1970 in Valencia) war eine spanische Schriftstellerin und Anarchistin. Sie war eine der Gründerinnen der anarchistischen Organisation Mujeres Libres.

Lucía Sánchez Saornil nach 1939

Leben

Saornil wurde in eine verarmte Madrider Familie hineingeboren und von ihrem verwitweten Vater aufgezogen. 1916 trat sie als Telefonistin bei Telefónica in das Arbeitsleben ein, studierte aber parallel dazu an der Real Academia de Bellas Artes de San Fernando in ihrer Geburtsstadt. Ab 1919 wurden ihre literarischen Texte vermehrt in Zeitschriften publiziert. Die Autorin schrieb damals meist unter einem männlichen Pseudonym.

In den 1930er Jahren wendete sie sich verstärkt dem Anarchosyndikalismus zu und richtete sich dabei mit der Teilnahme an einem Streik auch gegen ihren Arbeitgeber Telefónica. Sie arbeitete darauffolgend für die Confederación Nacional del Trabajo, später für eine andere anarchistisch-antifaschistische Organisation.

1936 gründete sie drei Monate vor Beginn des Spanischen Bürgerkrieges zusammen mit Mercedes Comaposada und Amparo Poch y Gascón die anarchistische Organisation Mujeres Libres (freie Frauen). In dieser waren über 20.000 Frauen vereinigt, die aktiv gegen die faschistische Franco-Diktatur kämpften.

América Barroso García, die Lebensgefährtin von Saornil

Bei journalistischen Arbeiten in Valencia lernte die lesbische Saornil ihre spätere Lebensgefährtin América Barroso García kennen. Nach dem Sieg Francos war das Paar gezwungen nach Paris zu emigrieren, kehrte jedoch aufgrund der deutschen Besetzung Frankreichs Anfang der 1940er Jahre nach Madrid zurück, wo Saornil im Bildbearbeitungsbereich tätig war. Bald verließen sie Madrid abermals, diesmal in Richtung Valencia. Dort verfügte ihre Partnerin, zu welcher Saornil die Beziehung wegen aufkommender Verfolgung durch das Franco-Regime nur im Geheimen führen konnte, über familiäre Bindungen.

Saornil setzte ihre Arbeit, die sie in Madrid begonnen hatte, bis zu ihrem Tod durch Krebs im Jahr 1970 fort.

Werk

Saornil veröffentlichte eine Vielzahl von Gedichten und anderen literarischen Texten, die dem Ultraismus zugeordnet werden. Sie nutzte die Literatur oft als Ausdrucksmittel ihrer politischen Überzeugungen und publizierte in anarchistischen und feministischen Zeitschriften.

Werke

  • Corcel de fuego. Ediciones Torremozas, Madrid 2020, ISBN 978-84-7839-838-6.
    • Kopfüber Pyramiden. Gedichte, übersetzt von Birgit Kirberg und Christian Filips, Hochroth, Wiesenburg 2024, ISBN 978-3-949850-41-7.
  • Poesía. Introd. y ed. de Rosa María Martín Casamitjana, Pre-Textos, Valencia 1996, ISBN 84-8191-100-3.
  • Horas de revolución. Calumnia Editorial, Binissalem/Mallorca 2019, ISBN 978-84-949184-9-0.
  • Romancero de mujeres libres. Colombia, 2024, ohne ISBN.

Literatur

  • Guillaume Goutte: Lucia Sanchez Saornil - poétesse, anarchiste et féministe. Editions du Monde Libertaire, Paris 2011.
  • Es sólo un minuto, in: Lucía Sanchez Saornil, Horas de Revolutión, Barcelona (Publicación de Mujeres Libres) 1937.
  • Martin Baxmeyer: Nun ist mir der Mond vor die Füße gefallen – Leben und Werk der anarchafeministischen Dichterin und Aktivistin Lucía Sánchez Saornil (1895–1970), in: Graswurzelrevolution vom 29.12.2011
  • Rosa María Martín Casamitjana: Introducción zu Lucía Sánchez Saornil: Poesía, Valencia 1996, S. 7–28.

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