Luca Ridolfiucci de Gentili

italienischer Kardinal From Wikipedia, the free encyclopedia

Luca Ridolfucci Gentili (auch: Luca Ridolfucci de Gentili, * in Camerino; † 18. Januar 1389 in Perugia) war ein italienischer Geistlicher und Jurist des 14. Jahrhunderts, der 1378 zum Kardinal erhoben wurde.

Leben

Er wurde in Camerino geboren und war ein bedeutendes Mitglied der Familie Gentili bzw. Ridolfucci in dieser Region. Er erwarb den Doktortitel im kanonischen Recht und war bekannt als fähiger Jurist.

Am 21. Juli 1363 wurde er zum Bischof von Nocera Umbra gewählt. Am 21. Dezember 1363 weihte Kardinalbischof von Sabina, Gil Álvarez de Albornoz, ihn in der Franziskanerkirche in Ancona zum Bischof. Ab 1378 war er außerdem päpstlicher Vikar unter Papst Gregor XI. Am 18. September 1378 wurde er zum Kardinal mit dem Titel der Kirche San Sisto erhoben. Zwischen 1380 und 1388 hatte er das Amt des Gouverneurs des Herzogtums Spoleto inne. Im November 1385 wurde er Kardinalprotopriester. 1386 spielte er eine wichtige Rolle bei der Vermittlung des Friedens in Todi.

Er starb am 18. Januar 1389 in Perugia. Sein Leichnam wurde nach Camerino überführt und in der Kathedrale beigesetzt, wo noch ein Epitaph an ihn erinnert.

Bedeutung und Wirkung

Luca Ridolfucci Gentili zählte zu den bedeutenden Kirchenfürsten seiner Zeit, insbesondere in der Phase des Papsttums in Avignon und der kirchlichen und territorialpolitischen Auseinandersetzungen in Italien. Er war sowohl in kirchlichen Leitungsaufgaben als auch in diplomatischen und administrativen Rollen tätig (z. B. als Gouverneur und Friedensstifter).

Literatur und Quellen

  • Gaetano Moroni: Dizionario di erudizione storico‑ecclesiastica da San Pietro ai giorni nostri. Bd. XCIX, Venedig 1860, S. 90, 94
  • Lorenzo Cardella: Memorie storiche de’ cardinali della Santa Romana Chiesa. Bd. II, Rom 1793, S. 279
  • Heraldik‑ und Genealogiequellen zur Familie Ridolfucci / Gentili (z. B. Heraldry Institute)

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