Lucy Abels

deutsche Schriftstellerin From Wikipedia, the free encyclopedia

Lucy Abels, auch Lucy Abeles und Lucy Abels-Avellis, geborene Luisa Theodora Cornelia Jenny Avellis (19. August 1874 in Berlin22. Februar 1938 in Berlin) war eine deutsche Schriftstellerin und Übersetzerin.

Leben

Luisa Avellis wurde als Tochter des jüdischen Kaufmanns Bernhard Avellis (1834–1904) und dessen Ehefrau Clara geb. Neumann (1846–1917) in Berlin geboren.[1] Sie hatte zwei Schwestern, Elise (später verheiratet Kornfeld) und Toni (später verheiratet Munter).[2] Luisa Avellis heiratete am 17. September 1898 Robert Abeles (1874–1949), der zunächst als Disponent bei den chemischen Werken in Berlin tätig war, und wurde am 11. November 1899 Mutter eines Sohnes. Er erhielt den Namen Oskar Abeles. Am 23. Juli 1903 kam die Tochter Annelise Auguste zur Welt. Ab etwa dieser Zeit trug die Familie den Namen Abels, nachdem der böhmische Statthalter von Prag, dem Geburtsort von Robert Abeles, diesem erlaubt hatte, seinen Namen in Abels zu ändern. Anlass war der Übertritt Abeles' zum Christentum.[3]

Luisa Abels, die sich als Schriftstellerin auch Lucy Abels-Avellis nannte, lebte bis an ihr Lebensende in Berlin. Ihre Poesie wurde hauptsächlich von der französischen Lyrik des späten 19. Jahrhunderts beeinflusst. Sie hat Werke von Paul Verlaine, Émile Verhaeren, Fernand Gregh, Albert Samain und anderen übersetzt. Eine enge Freundschaft verband sie mit der Schriftstellerin Franziska Mann, mit der sie sich zusammen in der Frauenbewegung ihrer Zeit sowie in der sozialen Fürsorge für in Not geratene ältere Frauen in Berlin engagierte.

Robert Abels verbrachte seine letzten Jahre in Deutschland als Privatier. Er konnte 1941 nach Ecuador auswandern und starb am 23. März 1949 in der Hauptstadt Quito, der Sohn Oskar Abels wanderte 1938 in die USA aus und starb am 16. September 1946 in Long Lake.[4] Die Tochter Annelise Auguste (Schick-)Abels emigrierte im Mai 1939 nach England, wo sie sich wie ihre Mutter als Schriftstellerin betätigte. Sie veröffentlichte unter den beiden Pseudonymen „Kurd Hartwin“ und „Ann K. Hartwin“ und starb am 14. Oktober 1990 in Großbritannien.[5]

Werke (Auswahl)

  • 1907: Aus Gallischen Gärten (Übersetzungen, Berlin)
  • [1920:] [zusammen mit Franziska Mann]: Für die Vergessenen (Appell, den Hilfsbund für gebildete Frauen zu unterstützen; Text: Franziska Mann, mit Versen von Lucy Avellis, Berlin)
  • 1911: Albert Samain, Gedichte (Übersetzungen, Berlin)
  • 1922: Verse, in: Franziska Mann: Die Stufe. Fragment einer Liebe (Erzählung, Berlin)
  • 1927: Verblasste Photographien (Erzählungen, Berlin)

Literatur

  • Kosch: Deutsches Literatur-Lexikon. Das 20. Jahrhundert. (Google Books)
  • Dagmar Jank (2025): Das gesellschaftliche Engagement der Schriftstellerin Franziska Mann (1859–1927), in: Berlin in Geschichte und Gegenwart. Jahrbuch des Landesarchivs Berlin [Ausgabe für 2024], S. 33–53.

Einzelnachweise

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