Ludwig Richter (paramilitärischer Aktivist)

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Ludwig Richter (* 14. Oktober 1898 in Trier; † zwischen August und Oktober 1944 bei Warschau) war ein paramilitärischer Aktivist.

Leben und Tätigkeit

Richter schloss sich nach der Teilnahme am Ersten Weltkrieg 1919 dem Freikorps Roßbach an, in dem er rasch in eine führende Position aufstieg. 1920 wurde Richter Privatsekretär von Gerhard Roßbach, dem Gründer des Freikorps, und als solcher de facto der Cheforganisator des organisationsinternen Betriebs des Freikorps bzw. der diversen Tarn- und Ersatzorganisationen, hinter denen dieses sich während der Folgejahre verbarg (wie der Arbeitsgemeinschaft Roßbach, dem Verein für landwirtschaftliche Berufsausbildungen u. a. m.).

In seiner Stellung als Verwaltungschef der Roßbachorganisation übernahm Richter es nach dem Parchimer Fememord vom April 1923, bei dem eine Gruppe von Roßbach-Männern in Mecklenburg einen angeblichen Verräter brutal umbrachten, die Tat zu vertuschen und den Tätern beim Untertauchen zu helfen. Haupttäter war Rudolf Höß, unter den Tathelfern war Martin Bormann. Nach der Entdeckung der Tat wurde Richter unter dem Verdacht der Begünstigung zum Totschlag am 28. Juni 1923 in Untersuchungshaft genommen (Verbrechen und Vergehen gegen §§223 und 223a).

Im folgenden Verfahren vor dem Staatsgerichtshof zum Schutze der Republik wurde Richter am 15. März 1924 der Begünstigung zum Totschlag für schuldig befunden und am 15. März 1924 zu einer Haftstrafe von sechs Monaten verurteilt.

Nach seiner Freilassung stand Richter wieder als Sekretär im Dienst Roßbachs, der ihm die verwaltungsmäßige Leitung der Schilljugend und der aus dieser hervorgegangenen Spielschar Ekkehard sowie einer von ihm (Roßbach) gegründeten völkischen Sportschule in Bad Stuer übertrug.

1928 und 1929 nahm Richter als Zeuge an den beiden Verfahren im Rahmen des Stettiner Fememordprozesses teil, der die Aufklärung der Ermordung eines jungen Landarbeiters im pommerschen Kreis Greifenhagen zum Gegenstand hatte. Richter blieb, wie sein Chef Roßbach, als Zeuge in diesem Verfahren unvereidigt, da sie im Verdacht standen, als Anstifter hinter der Tat gestanden zu haben.

Laut der Datenbank der Kriegsgräberfürsorge ist Richter während des Zweiten Weltkrieges im Jahr 1944 bei Kampfhandlungen im Gebiet Warschau bzw. Narew Brückenkopf gefallen (also zu einem Zeitpunkt von August bis Oktober 1944).

Literatur

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