Maßkrug
gläsernes Trinkgefäß für Bier
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Ein Maßkrug ist ein Bierkrug, der das Volumen einer Maß fasst. Auf Bairisch und Schwäbisch heißt sie die Mass ([mas], mit kurzem geschlossenen a wie in Fass), in anderen Gegenden die Maß ([maːs], mit langem a wie in Maßband).[1] „Eine Maß“ bedeutete ursprünglich einfach eine genormte Volumeneinheit und wurde als Wein- und Biermaß verwendet.


Geschichte
Die früher üblichen tönernen Maßkrüge (als „Keferloher“) wurden Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts zunehmend gegen gläserne ausgetauscht. In Franken und unter Kennern wird immer noch der tönerne Maßkrug bevorzugt, da in diesem das Bier länger kühl bleibt. Allerdings erkennt man bei ihm nicht auf den ersten Blick, ob korrekt eingeschenkt wurde. Wird in Bayern nach einer Maß verlangt („Oa Mass!“, wenn die Anzahl betont wird, ansonsten „a Mass!“), gilt es als selbstverständlich, dass es sich um eine Maß Helles handelt oder auf bestimmten Festen wie dem Oktoberfest um Märzenbier.
Bis 1811 waren im damaligen Königreich Bayern für eine Maß unterschiedliche Mengen definiert (beispielsweise in Würzburg 1,17 Liter). Diese wurden mit 1,069 Litern Inhalt („bayerische Maß“) vereinheitlicht.[2] Mit Gesetz vom 29. April 1869[3] wurde die Maß zum 1. Januar 1871 zugunsten des metrischen Liters abgeschafft, jedoch weiterhin verwendet.[4] Erst ab 1885 begannen die Hersteller von Maßkrügen mit der Umstellung auf das neue Maß.[2]
Nutzungen
Traditionell galt bei gläsernen Maßkrügen die durchgehende Rille oberhalb der „Augen“ als Eichmaß. Die Neufassung des Mess- und Eichgesetzes aus dem Jahre 2013 erfordert seit 2015 Maßkrüge mit einem gesonderten Eichstrich, welcher etwa 3 mm über der Rille liegt.[5]

Besonders bekannt ist der Oktoberfest-Maßkrug, ein Sammlerkrug, der für das Münchner Oktoberfest jährlich neu gestaltet wird und das Plakatmotiv des Oktoberfests zeigt. Im Gegensatz zu den gläsernen Maßkrügen, in denen das Bier in den Festzelten ausgeschenkt wird, ist der käufliche Oktoberfest-Maßkrug aus Steinzeug.
Viele traditionelle tönerne Maßkrüge sind mit einem Zinndeckel versehen. Um diesen besser befestigen zu können, befindet sich am Henkel der Krüge immer eine Einkerbung. Dieses Gestaltungsmerkmal besteht auch noch bei den neueren Glas-Maßkrügen. Es handelt sich entgegen einer verbreiteten Meinung nicht um eine Sollbruchstelle, um die Verletzungsgefahr bei Schlägereien zu verringern. Ein Nachteil der tönernen Maßkrüge ist, dass die Füllhöhe für den Gast schwer ersichtlich ist, was von Gastwirten bisweilen ausgenutzt wurde. Gegen betrügerische Wirte bildete sich 1899 der „Verein gegen betrügerisches Einschenken e. V. (VGBE)“, um die vorgeschriebene Füllmenge durch ehrenamtliche Prüfer zu kontrollieren.
An den gläsernen Maßkrügen (Augenkanne) befinden sich „Augen“. Diese flachen, runden Vertiefungen dienen dazu, dem Glaskörper mehr Stabilität und eine angenehmere Optik zu geben. Sie sind nicht dazu gedacht, ein Wegrutschen der Finger beim Umfassen des Maßkrugs durch den Henkel hindurch zu vermeiden. Beim Anstoßen birgt diese Haltung die Gefahr, sich die Finger zwischen zwei anstoßenden Krügen einzuklemmen. Daher greift der Erfahrene den Maßkrug zum Zwecke des Anstoßens ausschließlich am Henkel.
In Bayern und Österreich wird der Maßkrug sowohl für Bier als auch für Biermischgetränke wie Radler oder Goaßmaß und weitere alkoholische Getränke wie Schneemaß oder Laternmaß benutzt.