Maingas

Unternehmen From Wikipedia, the free encyclopedia

Die Maingas AG war ein Gasversorgungsunternehmen in Frankfurt am Main und ging in der Mainova AG auf.

Geschichte

Die Frankfurter Gaswerke

Frankfurter Gasbereitungsgesellschaft

Nachdem 1814 in London das erste Gasnetz eingerichtet worden war, begann die Imperial Continental Gas Association auch in deutschen Städten (Hannover 1825, Berlin 1826 und Dresden 1828) mit dem Aufbau von Gasnetzen. Der Senat der Freien Stadt Frankfurt lehnte 1826 den Antrag der Imperial Continental Gas Association auf eine Konzession ab. Stattdessen erhielten die Frankfurter Bürger Johann Christian Carl Knoblauch und Johann Georg Remigius Schiele 1828 die Konzession für ein Gasnetz und gründeten die Frankfurter Gasbereitungsgesellschaft. Diese errichtete eine Fabrik in der Mainzer Landstraße 28. Sie hatten 123 Kunden gewinnen können und nahmen am 18. September 1828 den Probebetrieb auf. Das Gas wurde aus Rüböl gewonnen. Sowohl finanziell, als auch technisch war das Unternehmen nicht erfolgreich. Zentrales Problem waren die fehlerhaften Gasmesser, die dazu führten, dass doppelt so viel Gas produziert wurde, als abgerechnet. Bereits nach einem halben Jahr musste der Betrieb eingestellt werden.

Nun kam es zu einer Zusammenarbeit mit der Imperial Continental Gas Association. Dank deren Know-how und Technik konnte der Betrieb 1829 wieder aufgenommen werden. Das Gas wurde nun aus Harz hergestellt. 1832 hatte das Unternehmen durch eigene Verbesserungen und Erfindungen den Prozess so weit im Griff, dass sie den Lizenzvertrag mit der Imperial Continental Gas Association kündigten. Dies hatte jahrelange Prozesse zur Folge.

Simon Schiele, Gaswerksdirektor

Im Jahr 1837 beauftragte die Stadt die Aufstellung von Gaslaternen. Dieses Wachstum konnten die Gründer nicht alleine finanzieren, daher wurde zum 1. Juli 1838 das Unternehmen in die Frankfurter Gasbereitungsgesellschaft AG (FGBG) umfirmiert und konnte so neue Aktionäre aufnehmen. Das Gas wurde nun aus Mergelschiefer, Holz und auch ein wenig Steinkohle hergestellt. Erneut kam es zum Streit mit der der ICGA, die auf ihr Privileg zur Gaserzeugung aus Steinkohle pochte. 1860 genehmigte der Senat den Steinkohlezusatz. Gleichzeitig wurde ein neues Gaswerk an der Gutleutstraße gebaut und 1863 in Betrieb genommen. Hierzu wurden neue Kapitalgeber aufgenommen und die Firma lautete nun „Neue Frankfurter Gasgesellschaft“ (FGG). Im Jahr 1879 entfiel der Zusatz „Neue“ aus dem Namen. Nach dem Tod seines Vaters 1861 übernahm Simon Schiele die Leitung des Unternehmens. 1895 wurde sein Sohn Ludwig Philipp Schiele (* 1857 in Krefeld) sein Nachfolger als Gaswerkedirektor und leitete das Unternehmen bis 1917.

Imperial Continental Gas Association

Die Imperial Continental Gas Association bewarb sich erneut beim Senat um eine Lizenz und erhielt diese 1844 auch. Danach hatte die ICGA das Privileg zur alleinigen Gaserzeugung aus Steinkohle und es gab zwei Gasversorger in Frankfurt. Das neue Gaswerk in der Obermainstraße nahm am 18. Oktober 1844 den Betrieb auf. Am 21. Dezember 1870 wurde ein zweites Gaswerk in Bockenheim in Betrieb genommen.

Kommunale Gaswerke in Heddernheim und Griesheim

Heddernheim, damals noch selbstständig, nahm 1904 ein städtisches Gaswerk in Betrieb. 1905 passierte das gleiche in Griesheim.

Die Diskussion über eine Kommunalisierung und Fusion

Nach dem Ende der Freien Stadt Frankfurt 1866 war Frankfurt Teil von Preußen geworden. In der Kommunalpolitik wurde nun eine Kommunalisierung der Gasversorgung diskutiert. Um Optionen offen zu lassen, wurden die Konzessionsverträge nur bis 1885 verlängert. Es kam aber zu keiner Kommunalisierung, stattdessen wurden nach Ablauf der Frist die Konzessionen bis 1911 verlängert.

Da die Diskussion über die Kommunalisierung weiter ging, kündigten die beiden Gesellschaften am 31. März 1908 vorzeitig ihre Konzessionsverträge um zu einer dauerhaften Lösung zu kommen. Die Stadt erklärte sich zu einer Verlängerung der Konzession bereit, bestand aber darauf, nur einen Ansprechpartner zu haben. Daher verkaufte die ICGA zum 1. April 1909 ihren Betrieb an die FGG und wurde im Gegenzug größter Anteilseigner.

Am 29. Oktober 1912 wurde ein neues Gaswerk am Frankfurter Osthafen in Betrieb genommen und die Gaswerke in der Obermainstraße und der Gutleutstraße stillgelegt.

Im Ersten Weltkrieg stellte der Anteil der ICGA Feindvermögen dar. Die ICGA verkaufte ihre Anteile an die Stadt Frankfurt, die damit Mehrheitsaktionärin der FGG wurde. Dadurch war es nun zu einer teilweisen Kommunalisierung gekommen.

Expansion in den 1920er Jahren und Fusion zur Main-Gaswerke Aktiengesellschaft

Die FGG übernahm zum 1. Juli 1927 das Offenbacher Gas- und Elektrizitätswerk. Ab dem 22. Dezember 1927 versorgte die neue Großkokerei im Gaswerk Ost auch das Offenbacher Gebiet. Die Stadt Offenbach erhielt hierfür FGG-Aktien und wurde nach der Stadt Frankfurt die zweitgrößte Aktionärin. 1928 erwarb die FGG das Gaswerk Michelstadt im Odenwald und 1929 das Gaswerk Eberstadt bei Darmstadt, das aber 1934 wieder verkauft wurde.

Nach der Eingemeindung von Heddernheim und Griesheim bestanden neben der FGG zwei weitere städtische Gasgesellschaften. 1930 wurden diese drei Gesellschaften verschmolzen und firmierten nun als Main-Gaswerke Aktiengesellschaft (MGW). Am 23. Dezember 1930 wurde die MGW mit einem Aktienkapital von 30 Millionen Mark in das Handelsregister eingetragen. 1931 wurde das Gaswerk Griesheim aufgegeben, 1933 das Gaswerk Heddernheim. Beide Ortsteile wurden nun von den beiden verbleibenden Gaswerken im Osthafen und in Bockenheim versorgt.

wischen 1967 und 1969 wurde die Gasversorgung dann auf Erdgas umgestellt. Die Verwaltung bezog 1967 das neue Verwaltungsgebäude in der Solmsstraße 38 auf dem Gelände des Gaswerks West, das Gaswerk Ost wurde 1969 komplett stillgelegt.

Die Höchster Gaswerke

Die Regierung des Herzogtums Nassau genehmigte am 7. November 1864 die Gründung der Höchster Gasbeleuchtungs-Gesellschaft als Aktiengesellschaft mit einem Grundkapital von 40.000 Gulden süddeutscher Währung. Die Gründung erfolgte am 19. Dezember 1864. In der Zuckschwerdtstraße (damals Homburger Straße) wurde ein Gaswerk gebaut. Die Stadt Höchst erteilte eine Konzession für 50 Jahre. Nachdem anfangs Probleme mit undichten Leitungen und hohen Gasverlusten bestanden, war das Unternehmen erfolgreich und expandierte. Ab 1894 wurden immer mehr angrenzende und umliegende Gemeinden an das Gasnetz der HGBG angeschlossen. 1912 wurde der Konzessionsvertrag mit der Stadt Höchst verlängert. Da man inzwischen ein regionaler Anbieter geworden war, erfolgte die Umfirmierung in Hessen-Nassauische Gas-AG. 1912 wurde das Gasnetz bis nach Bad Homburg und Oberursel ausgebaut und bis 1914 ein neues Gaswerk erbaut. Nun wurden langfristige Konzessionsverträge mit der Stadt Kronberg und weiteren Gemeinden abgeschlossen. 1925 wurde das Gaswerk Salmünster, 1927 eine hohe Beteiligung an der Gaswerk Langenselbold AG, 1928 die Freigerichter Gaswerk GmbH und 1930 die Limburger Gas- und Koks Aktiengesellschaft gekauft.

Nach der Eingemeindung von Höchst nach Frankfurt 1928 wurde die MGW Aktionärin der Hessen-Nassauische Gas-AG. Der Konzessionsvertrag wurde im Gegenzug um 25 Jahre verlängert. 1952 erfolgte eine erneute Verlängerung um 25 Jahre. Nun war die MGW Mehrheitsaktionärin. In der Nachkriegszeit wurden die einzelnen Gaswerke schrittweise stillgelegt und die Versorgung auf Erdgas umgestellt. 1981 hatte das Unternehmen 70.000 Kunden.

Maingas AG

1983 ging die Hessen-Nassauische Gas-Aktiengesellschaft (HNGA) in der MGW auf. 1990 wurde die MGW in Maingas AG umbenannt. Durch Fusion der Maingas AG mit der Stadtwerke Frankfurt am Main GmbH entstand dann die heutige Mainova AG.

Gaswerk Ost

Gaswerk Ost

Das 1915 neu errichtete Gaswerk Ost, Schielestraße 18–28, steht als Kulturdenkmal unter Denkmalschutz. Es wurde nach Entwürfen von Peter Behrens erbaut.

Siehe auch

Literatur

  • Andrea Fischer: Kommunale Leistungsverwaltung im 19. Jahrhundert, Frankfurt am Main unter Mumm von Schwarzenstein 1868 bis 1880, 1994, SBN 3-428-08457-8, S. 140–165.
  • Architekten- und Ingenieur-Verein (Frankfurt, Main) (Hrsg.): Frankfurt a. M. und seine Bauten, 1886, S. 562 f., Digitalisat.

Related Articles

Wikiwand AI