Maria de Mattias

italienische Ordensgründerin, Heilige From Wikipedia, the free encyclopedia

Maria De Mattias (* 4. Februar 1805 in Vallecorsa, Italien; † 20. August 1866 in Rom) war eine Ordensgründerin und Pädagogin. In der Katholischen Kirche wird sie als Heilige verehrt.

Hl. Maria de Mattias

Leben

Maria Matilde De Mattias wurde am 4. Februar 1805 in Vallecorsa, einem abgelegenen Ort in den Lepini-Bergen, geboren. Ihre Eltern waren Giovannia De Mattias und Ottavia De Angelis. Der Vater war jung verwitwet und hatte bereits zwei Kinder aus der ersten Ehe bevor er mit seiner zweiten Ehefrau Ottavia insgesamt zehn weitere Kinder bekam, von denen aber nur vier das Kindesalter überlebten.

Marias Vater war Ortsvorsteher von Vallecorsa und ihre Familie war eine der wohlhabenderen Familien des Ortes, von einem tiefen christlichen Glauben geprägt und gehörte zu den angesehensten Familien der Stadt. Ihr weiteres Umfeld war von Armut, Analphabetismus, Banditentum und gesellschaftlicher Instabilität geprägt. Eine formale Schulbildung blieb ihr weitgehend versagt; ihre religiöse und intellektuelle Prägung erfolgte vor allem im familiären und pfarrlichen Umfeld.

Schon früh zeigte sich bei Maria ein ausgeprägtes religiöses Empfinden, verbunden mit einem starken Gerechtigkeitssinn und dem Wunsch, zur moralischen und geistlichen Erneuerung ihrer Umgebung beizutragen.

Begegnung mit den Missionaren vom Kostbaren Blut

Eine entscheidende Wende in ihrem Leben stellte die Begegnung mit den Missionaren vom Kostbaren Blut dar, insbesondere mit Gaspare del Bufalo und dessen engem Mitarbeiter Giovanni Merlini. Durch deren Volksmissionen lernte Maria eine Spiritualität kennen, die das Erlösungswerk Christi und das „Kostbare Blut“ als Quelle der Versöhnung und Erneuerung betonte.

Giovanni Merlini wurde ihr geistlicher Begleiter und blieb es über mehr als vier Jahrzehnte. Unter seiner Führung reifte in Maria die Überzeugung, dass Frauen – insbesondere durch Bildung – eine entscheidende Rolle bei der religiösen und sozialen Erneuerung der Gesellschaft spielen könnten.

Gründung einer neuen Kongregation

1834 gründete Maria De Mattias in Acuto die Kongregation des Anbeterinnen des kostbaren Blutes (ital.: Adoratrici del Preziosissimo Sangue). Ziel der Gemeinschaft war die religiöse Erziehung von Mädchen, insbesondere in ländlichen und sozial benachteiligten Gegenden, sowie die Förderung christlicher Lebensführung in Familie und Gesellschaft.

Die ersten Jahre waren von erheblichen Schwierigkeiten geprägt: Armut, Misstrauen seitens lokaler Autoritäten, antiklerikale Strömungen und der Widerstand gegen die Bildung von Frauen erschwerten die Arbeit. Dennoch breitete sich die Kongregation rasch aus, vor allem in Latium, den Marken und den Abruzzen.

Wirken als Ordensgründerin

Als Generaloberin leitete Maria De Mattias ihre Gemeinschaft mit großer Entschiedenheit, pädagogischem Weitblick und geistlicher Tiefe. Sie gründete zahlreiche Niederlassungen, entwickelte Schulprogramme für Mädchen und legte besonderen Wert auf die Ausbildung ihrer Mitschwestern.

Kennzeichnend für ihr Wirken war die Verbindung von kontemplativer Spiritualität und praktischem Apostolat. Bildung verstand sie nicht nur als Wissensvermittlung, sondern als Formung der ganzen Person im Licht des christlichen Glaubens.

Tod

Maria De Mattias starb am 20. August 1866 in Rom. Ihr Tod wurde von ihren Zeitgenossen als Abschluss eines Lebens wahrgenommen, das ganz im Dienst der Kirche und der Bildung junger Frauen gestanden hatte.

Selig- und Heiligsprechung

Der Seligsprechungsprozess begann Ende des 19. Jahrhunderts. Papst Pius XII. sprach Maria De Mattias am 1. Oktober 1950 selig. Die Heiligsprechung erfolgte am 18. Mai 2003 durch Papst Johannes Paul II., der sie als „Pionierin der Frauenbildung und der sozialen Erneuerung“ würdigte.

Verehrung und Bedeutung

Der liturgische Gedenktag der heiligen Maria De Mattias ist der 20. August.

Ihre Kongregation ist heute in Europa, Amerika, Afrika und Asien tätig, insbesondere im Bildungs- und Sozialbereich.

Maria De Mattias gilt als eine der bedeutenden weiblichen Gestalten der katholischen Erneuerungsbewegung des 19. Jahrhunderts. Ihr Leben steht exemplarisch für das Engagement von Frauen in Bildung, Seelsorge und sozialer Verantwortung in einer Zeit tiefgreifender gesellschaftlicher Umbrüche.

Die Gemeinschaft der gekreuzigten und auferstandenen Liebe, eine private Vereinigung von Gläubigen aus Maastricht, sieht in Maria de Mattias ein spirituelles Vorbild.

Commons: Maria de Mattias – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Related Articles

Wikiwand AI