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Heiliger Gürtel

Gürtel der Jungfrau Maria From Wikipedia, the free encyclopedia

Der heilige Gürtel ist der Gürtel der Jungfrau Maria, der an verschiedenen Orten als Reliquie Mariens verehrt wird.

Mariä Himmelfahrt (Palma Vecchio), Maria löst ihren Gürtel, als der Apostel Thomas (kleine braune Figur, re. oberes Bild) die Szene im Hintergrund betritt
Mariä Himmelfahrt (Francesco Granacci)
Altar der Himmelfahrt Mariae (Andrea Della Robbia), glasierte Terrakotta im Liebieghaus
Die Jungfrau Maria reicht dem hl. Thomas ihren Gürtel vom Himmel herab

Geschichte

Der Überlieferung nach fertigte die Jungfrau Maria den Gürtel während ihrer Schwangerschaft aus Kamelhaar selbst an und übergab ihn nach ihrer leiblichen Aufnahme in den Himmel in einer Erscheinung dem Apostel Thomas. Der Überlieferung nach war Thomas der einzige Apostel, der bei der leiblichen Aufnahme Mariens in den Himmel nicht anwesend war. Er zweifelte an dem Ereignis wie schon an der Auferstehung Christi. Deshalb erschien Maria dem Zweifler und reichte ihm ihren Gürtel als Beweis.

Verehrung

Die Reliquie des heiligen Gürtels der Jungfrau Maria ist eine der am meisten verehrten Reliquien der orthodoxen Christenheit.[1][2] Er soll allgemein Gesundheit bewirken und vor allem ungewollt Kinderlosen zu Nachwuchs verhelfen.[3]

Der heilige Gürtel wird auf dem Berg Athos (Griechenland) im Vatopedi-Kloster aufbewahrt. Er wird zeitweise andernorts zur Verehrung ausgestellt, so 2011 einen Monat lang in Russland.[3] Zuletzt wurde er im Mai 2026 vom Berg Athos zur Verehrung in die serbische Hauptstadt Belgrad gebracht.[4]

Eine weitere Gürtel-Reliquie findet sich im Dom von Prato in der Toskana. Im Jahre 1428 wurden Donatello und Michelozzo di Bartolomeo mit der Kanzel beauftragt, die dafür bestimmt ist, an Festtagen (normalerweise fünfmal jährlich[5]) dem Volk die Sacra Cintola (heiliger Gürtel) zu zeigen. Die Capella della sacra cintola wurde von Lorenzo di Filippo zwischen 1386 und 1390 geschaffen und dient als Aufbewahrungs- und Verehrungsort für die Marienreliquie.

Reliquien des Gürtels wurden und werden außerdem in Rom, Aachen[6], Brügge, Arras, Prag, Köln und Andechs[7][8] aufbewahrt.

Ikonographie

Im Barock war die „Gürtelspende“ ein beliebtes Motiv der christlichen Ikonographie.[9]

Jesus als Gürtelspender

Beim Gnadenbild Maria vom Trost von St. Martin (Freiburg-Altstadt) ist die Jungfrau Maria mit einem schwarzen Ledergürtel umgürtet und das Jesuskind streckt dem Betrachter den Gürtel entgegen. Die Augustiner-Eremiten pflegten die Verehrung der Schwarzgürtel-spendenden Madonna meist in sogenannten Maria-vom-Trost-Bruderschaften und trugen den schwarzen Ledergürtel.[10] In Oberigling gibt es zum Beispiel eine sogenannte Maria-Trost-Gürtelbruderschaft.[11]

Siehe auch

Einzelnachweise

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