Selbstladepistole Mars

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Die Mars Automatic Pistol, auch bekannt als Webley-Mars oder Gabbet-Fairfax Mars, war eine halbautomatische Pistole, die 1900 von dem Engländer Hugh Gabbet-Fairfax entwickelt und von der Mars Automatic Pistol Syndicate Ltd. in Birmingham vertrieben wurde.

Schnelle Fakten Allgemeine Information, Ausstattung ...
Selbstladepistole Mars
Selbstladepistole Mars
Allgemeine Information
Entwickler/Hersteller Mars Automatic Pistol
Syndicate Ltd.,
Webley & Scott
Revolvers & Arms
Company Ltd.
Produktionszeit seit 1900
Waffenkategorie Selbstladepistole
Ausstattung
Gesamtlänge 311 mm
Gewicht (ungeladen) 1,36 kg
Lauflänge 180 mm
Technische Daten
Kaliber 8,5 mm, 9 mm, .36 und .45 kurz und lang
Mögliche Magazinfüllungen 15 Patronen
Munitionszufuhr Stangenmagazin
Feuerarten Einzelfeuer
Anzahl Züge 6
Drall Rechts
Visier Offene Visierung
Verschluss Drehzylinderverschluss
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Technisches Konzept

Funktionsweise in der Patentbeschreibung

H.W. Fairfax-Gabbet erhält von 1900 bis 1905 mehrere Patente auf die Entwicklung von Selbstladepistolen mit hoher ballistischer Leistung. Die wesentlichen technischen Merkmale sind langer Rohrrücklauf, Drehzylinderverschluss und ein aufwendiger und ungewöhnlicher Zuführmechanismus, der während des Rücklaufes von Rohr und Verschluss die Patronen mit einem greiferartigen Funktionselement aus dem Magazin entnimmt und beim Vorlauf des Verschlusses hinter das Patronenlager transportiert. Die treibladungssstarken Patronen erforderten eine robuste Verriegelung, die mit vier Verriegelungswarzen in eine Aussparung hinter dem Patronenlager griffen. Lauf und Verschluss stoßen gemeinsam zurück, bis der Verschluss sich dreht und entriegelt.[1]

Prototypenfertigung

Die Mars-Automatikpistole wurde durch mehrere Hersteller, hauptsächlich durch die Webley & Scott Revolvers & Arms Company Ltd. in Birmingham gefertigt. Prototypisch wurden sieben verschiedene Kaliber entwickelt, darunter 8,5 mm, 9 mm, .36 und .45 kurz und lang. Bei der Munition handelte es sich dabei um Flaschenhalspatronen mit einer hohen Pulverladung, wodurch die .45er-Version zeitweise zur stärksten Handfeuerwaffe der Welt wurde.[2]

Wirtschaftliche Verwertung

Die Mars-Automatikpistole wurde vom britischen Kriegsministerium als möglicher Ersatz für die damals bei der britischen Armee im Einsatz befindlichen Webley & Scott-Revolver betrachtet. Von 1901 bis 1903 fanden Versuche statt. Aufgrund des sehr starken Rückstoßes, des beträchtlichen Mündungsfeuers und der komplexen Mechanik wurde das Konzept abgelehnt. Zum Teil neigten die Pistolen dazu, leere Hülsen nicht auszuwerfen oder in das Gesicht des Schützen zu schleudern. Gabbet-Fairfax führte dies auf Mängel der Munition zurück und sagte der Armee ein neues Los der Munition zu. Zur Auslieferung kam es jedoch nicht mehr. Das Projekt musste aufgegeben werden, Gabbet-Fairfax ging in die Insolvenz.

Der für die Tests der Mars an der Marineartillerieschule im Jahr 1902 zuständige Offizier bemerkte: „Niemand, der einmal mit der Pistole geschossen hatte, wollte sie noch einmal abfeuern.“ Das Schießen mit der Mars-Pistole wurde als „äußerst unangenehm und beängstigend“ beschrieben.[3] Die wenigen Prototypen, etwa 80 Stück, wurden nach Abschluss der Entwicklung und Ablehnung durch die britische Armee ab 1906 kommerziell verwertet. Aufgrund ihrer Seltenheit und als Beispiel für die frühesten Entwicklungen im Bereich der halbautomatischen Pistolen sind sie aktuell begehrte Sammlerstücke.[4]

Museale Rezeption

Zwei Waffen, darunter eine 8,5 mm Pistole, die durch den Pariser Waffenhändler A. Guinard in den Handel gebracht wurden, befinden sich in der Handwaffenausstellung der Wehrtechnischen Studiensammlung Koblenz. Ein Exemplar der Mars-Pistole ist im Royal Armouries Museum in Leeds zu sehen. Eine Gabbet-Fairfax Mars Pistole wurde von der Rockisland Auction Company in Bedford (Texas) 2025 zur Auktion mit einer Preiseinschätzung von 35.250 bis 55.000 USD angeboten.[5]

Patent-Informationen

Patente für Webley Kurzwaffen:

  • Patent US684055: Automatic Firearm. Veröffentlicht am 8. Oktober 1901, Anmelder: Hugh William Gabbet-Fairfax (Leaminton, England), Erfinder: Hugh William Gabbet-Fairfax.

Einzelnachweise

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