Mauricio Rumboll
argentinischer Naturwissenschaftler
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Mauricio Arturo Ernesto Rumboll (* 14. Januar 1940 in Buenos Aires; † 16. Februar 2021 in Trenque Lauquen, Provinz Buenos Aires) war ein argentinischer Ornithologe.
Leben
Rumbolls Begeisterung für die Ornithologie wurde durch seinen Onkel Ronald Runnacles inspiriert, der dem Museo de La Plata eine bedeutende oologische Sammlung hinterließ, die dessen Namen trägt und aus 715 Nestern sowie 2.247 Eiern besteht. Im Alter von 13 Jahren wurde Rumboll nach England geschickt, wo er bis 1958 eine Internatsausbildung am Bedford College in der Grafschaft Bedfordshire genoss. Anschließend studierte er in Schottland an der University of St Andrews, wo er Fagottspielen und Kammermusik erlernte. Wegen der zeitlichen Anforderungen seiner naturkundlichen Tätigkeit stellte er die Musik ein und nahm sie erst Jahrzehnte später im Rahmen des Chorgesangs wieder auf.
Mit 20 Jahren kehrte Rumboll nach Argentinien zurück, absolvierte den Militärdienst und ließ sich in Córdoba nieder, wo er am Colegio San Pablo in Cruz Chica Englisch, Französisch, Biologie und Mathematik unterrichtete. In den 1960er-Jahren gründete er ein „Insektenlabor“, das Schüler durch Exkursionen und Terrarienbeobachtungen in die Naturwissenschaft einführte. Zu seinen Studenten gehörten unter anderem Guillermo Harris, Lorenzo Sympson, Andrés Johnson und Miguel Christie, die später Naturforscher, Naturschützer oder Wissenschaftler wurden.
1965 wurde Rumboll Feldnaturforscher am Museo Argentino de Ciencias Naturales Bernardino Rivadavia (MACN). Dort sammelte er umfangreiche Erfahrungen, unternahm zahlreiche Expeditionen im In- und Ausland und arbeitete eng mit Kollegen wie Marcelo und Pablo Canevari zusammen, um Sammelaufträge des Museums, einschließlich solcher des Direktors José María Gallardo, zu erfüllen.
Während seiner Tätigkeit am MACN arbeitete Rumboll mit führenden Fachleuten aus Zoologie und Botanik zusammen, darunter die Ornithologen Olin Sewall Pettingill, Gardiner Bump und Milton Weller. Von 1966 bis 1988 kooperierte er zudem mit Claës Christian Olrog bei frühen Vogelberingungsprogrammen in Argentinien, die am Instituto Miguel Lillo organisiert wurden.
Seine zahlreichen Reisen – er besuchte unter anderem mehr als 40-mal die Antarktis – führten zu einer großen Zahl von Belegexemplaren, die die Sammlungen des Museums erweiterten und zur Aktualisierung biogeografischer Daten sowie zur Beschreibung neuer Spezis beitrugen.
Unter den von ihm beschriebenen Arten ragte zweifellos der Goldscheiteltaucher (Podiceps gallardoi) heraus, den er zu Ehren der Naturforscher Ángel und José María Gallardo benannte. In wenigen Jahren wurde diese Art dank der jungen Fundación Vida Silvestre Argentina, der Rumboll angehörte, zu einem Symbol des Naturschutzes. 1992 verlieh ihm die Stiftung den Juan-José-Reynal-Preis. Auch die wissenschaftliche Gemeinschaft ehrte ihn, indem sie neue Arten nach ihm benannte, darunter eine Amphibienart aus den Yungas (Rhinella rumbolli) sowie zwei wirbellose Tiere von den Malwinen: eine Schnecke (Stephanoda rumbolli) sowie die Spinnenart Falklandia rumbolli.
In den 1970er-Jahren beriet er mehrere BBC-Dokumentarfilmer, darunter Jeffery Boswall (Safari a la Argentina), Ned Kelly und Chris Ralling (Darwin & the Beagle) sowie Mike Andrews (Vuelo del Cóndor). Im Jahr 2013 trat er als Drehbuchautor und Erzähler der Serie Relatos de un naturalista auf, in der verschiedene argentinische Nationalparks vorgestellt wurden, darunter En los Campos del Tuyú, Mburucuyá, Tesoro de los Esteros und Bajo los cielos de El Leoncito.
Im Jahr 1976 wurde er von der Administración de Parques Nacionales beauftragt, das Ausbildungszentrum der Nationalpark-Ranger „Bernabé Méndez“ auf der Isla Victoria im Nahuel-Huapi-See zu leiten. Bis 1980 war er für die Ausbildung zahlreicher Anwärter auf den Rangerberuf verantwortlich. Seine Arbeit führte dort zu zahlreichen Innovationen, die den Besuchern ein tieferes Naturverständnis ermöglichten.
Rumboll leitete im Nationalpark Iguazú die Umgestaltung des alten Hotel Cataratas zur Rezeption und Informationsstelle des Parks und integrierte eine bestehende Sammlung von Tierpräpaten in ein frühes Besucher- und Interpretationszentrum Argentiniens. Er organisierte Schulungen für Fremdenführer, entwickelte den „Sendero Macuco“ sowie ein Vogelbeobachtungszentrum und führte Vollmondwanderungen ein. Dabei förderte er gezielt die Spezialisierung der Ranger und Schüler auf verschiedene Organismengruppen, wodurch erste umfassende Artenlisten des Parks entstanden.
Nach einer kurzen Tätigkeit im Nationalpark Calilegua (1987) und weiteren Jahren in der Abteilung für Umweltbildung der Nationalparkverwaltung ließ er sich mit seiner Familie in Los Cocos (Sierras Chicas, Provinz Córdoba) nieder, wo er Schullager zur Natur- und Umwelterziehung organisierte.
Rumboll veröffentlichte rund zwanzig wissenschaftliche Artikel und Bücher, darunter Vogelführer Südamerikas (mit Martín de la Peña, Francisco Erize und Jorge Rodríguez Mata), populärwissenschaftliche Taschenführer für Kinder (Veo Veo…) sowie Inhalte für die digitale App Aves Argentinas, Guía de campo digital.
2008 begann er mit dem Verfassen seiner Memoiren, konnte sie jedoch wegen fortschreitender gesundheitlicher Einschränkungen nicht vollenden. 2018 wurde er von Freunden in der Administración de Parques Nacionales geehrt, die ihn bereits 1991 mit dem Preis „Conservando el Futuro“ ausgezeichnet hatte.
Privates
Mauricio Rumboll war mit Diana O’Dwyer verheiratet. Er engagierte sich als Laienprediger der anglikanischen Kirche. Er starb am 16. Februar 2021 im Alter von 81 Jahren in Trenque Lauquen (Provinz Buenos Aires).
Publikationen
- Birds of southern South America and Antarctica. De la Peña, Rumboll. Ed. Collins Illustrates Checklist, 1998. ISBN 0-00-220077-5
- Catálogo de los vertebrados de la Pcia. de Misiones. Juan Carlos Chebez y Mauricio Rumboll.
- Los Parques Nacionales de la Argentina y sus otras áreas protegidas, Francisco Erize, Marcelo Canevari, Pablo Canevari, Gustavo Costa y Mauricio Rumboll.
- Las cuatro estaciones de la Patagonia. Fotografías: Jasmine Rossi; Textos: Mauricio Rumboll; Ed. Lariviere.
- Guía de huellas, rastros y señales de los mamíferos de los Parques Nacionales. Editorial APN. ISBN 978-987-1363-19-3
Literatur
- Claudio Bertonotti: Mauricio Rumboll (1940–2021) Maestro de la Naturaleza In: El Hornero 36(1), S. 101–104, 2021 (spanisch)
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Rumboll, Mauricio |
| ALTERNATIVNAMEN | Rumboll, Mauricio Arturo Ernesto (vollständiger Name) |
| KURZBESCHREIBUNG | argentinischer Ornithologe |
| GEBURTSDATUM | 14. Januar 1940 |
| GEBURTSORT | Buenos Aires, Argentinien |
| STERBEDATUM | 16. Februar 2021 |
| STERBEORT | Trenque Lauquen, Argentinien |