Mausoleum von Schröder
Grabmal auf dem Hauptfriedhof Ohlsdorf in Hamburg
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Das Mausoleum von Schröder ist ein Grabmal auf dem Hauptfriedhof Ohlsdorf in Hamburg. Der Architekt Edmund Gevert errichtete es im Jahr 1906. Es gilt als eines der größten Mausoleen Nordeuropas.

Familiärer Hintergrund
Die Familie von Schröder gehörte im 19. Jahrhundert zu den einflussreichsten Familien Hamburgs. Bereits Johann Heinrich Schröder, der Vater des Mausoleum-Erbauers Carl Heinrich „Charles“ von Schröder, war als erfolgreicher Kaufmann und Mitinhaber des Bankhauses J. Henry Schröder & Co. tätig. Seine Erhebung in den Adelsstand im Jahr 1868 unterstrich den gesellschaftlichen Aufstieg der Familie. Carl Heinrich „Charles“ von Schröder erwarb das Gut Berne, entwickelte es zu einem Mustergut weiter und ließ das Herrenhaus Berne repräsentativ im klassizistischen Stil ausbauen.[1] Das monumentale Grabmal diente somit nicht nur als Ruhestätte, sondern auch als sichtbares Zeichen für den hohen sozialen Status der Familie.
Geschichte des Mausoleums

Mit dem Entwurf eines Mausoleums beauftragte Carl Heinrich „Charles“ von Schröder (1826–1909) zunächst den Architekten Martin Haller. Dessen Vorschlag, der dann als Mausoleum Riedemann realisiert wurde, sagte der Familie jedoch nicht zu, woraufhin Edmund Gevert mit einem Entwurf beauftragt wurde, der 1906 ausgeführt wurde. Die Kosten betrugen 111.000 Reichsmark.[2]
Bestattet wurden dort zunächst die drei bereits als Kinder im Alter von einem bis vier Jahren verstorbenen Brüder des Erbauers. Ihre Gebeine wurden dafür vom St.-Petri-Begräbnisplatz ins Mausoleum überführt. Die letzte Beisetzung im Grabmal fand 1958 [andere Quellen nennen 1953][2] statt.
Im Jahr 2009 übernahm Klausmartin Kretschmer für die folgenden 100 Jahre die Patenschaft über das Gebäude und kündigte umfangreiche Sanierungsarbeiten an.[3] 2014 führte Kretschmer nach ersten Sanierungsarbeiten im Mausoleum eine Autorenlesung und Buchpräsentation durch.[4] Ein Jahr später wurden die Arbeiten gestoppt und der Verfall setzte sich fort.[5] Das Amtsgericht Harburg hatte ein Insolvenzverfahren über Kretschmer eröffnet.[6] Das Mausoleum ist unter der Nummer 43996 als Hamburger Baudenkmal gelistet.[7]
Baubeschreibung
Die Gesamtfläche des Mausoleums beträgt etwa 649 m², nutzbar sind davon 222 m². Der Zentralbau hat einen achteckigen Grundriss mit einem Durchmesser von etwa 17,6 Metern und einer Höhe von 15 Metern.[8] Das Gebäude wurde auf einem Sockel aus Basaltlava aus Quadern von rötlichem Mainsandstein im Stil der Neoromanik errichtet und fasst 24 Gruftzellen, die in die rückwärtige Wand eingelassen wurden. Die Kuppel ist aus Eisenbeton gefertigt und hatte ursprünglich eine Eindeckung aus Kupfer. Die Innenseite der Kuppel trägt christliche Symbole. Unterhalb der Kuppel befindet sich ein Tambour. Dieser enthält eine umlaufende, bunt verglaste Fensterreihe, mit der das Gebäudeinnere beleuchtet wird. Diese Fenster zeigen Szenen aus dem Leben Jesu sowie Aposteldarstellungen. Das Glas wurde von der Werkstatt Gerstner & Werner aus Görlitz angefertigt. Der Tambour wird von sechs Säulen und zwei Pilastern getragen. Das nach Südwesten ausgerichtete Portal hat zwei reich verzierte Türflügel und trägt im Tympanon das Wappen der Familie von Schröder mit dem Wahlspruch „Vincet veritas“. Der Fußboden des Gebäudes ist mit farbigem Marmor ausgelegt.[9] Eine ursprünglich für das Innere geplante Figurengruppe mit den Personifikationen für Glaube, Liebe und Hoffnung wurde nicht ausgeführt. Nur das Postament dafür ist vorhanden.
- Tauben (symbolisieren Eintracht)
- Wappen der Familie von Schröder
- Adler und Schlangen (symbolisieren Zwietracht)
- Kuppel mit Regenschutzplane und beschädigten Fenstern
Zustand 2026
Durch die beschädigte Außenhaut dringt Feuchtigkeit in die Kuppel und das Mauerwerk ein. Im Inneren blättern Farb- und Putzschichten ab. Viele der Glasfenster sind beschädigt oder fehlen ganz. Der Kuppelbau darf wegen Einsturzgefahr nicht betreten werden. Die sieben Verstorbenen, die im Mausoleum beigesetzt wurden, befinden sich mittlerweile nicht mehr in der Gruft.[10]
Umgebung

Wenige Meter westlich des Mausoleums steht die Skulptur Das Schicksal von Hugo Lederer. Die Statue stand ursprünglich im Garten des Architekten Gustav Zinnow am Harvestehuder Weg 107. Das Haus wurde 1943 bei einem Bombenangriff zerstört. Die Statue wurde 1956 aus dem inzwischen geteilten Gartengelände entfernt und auf dem Ohlsdorfer Friedhof aufgestellt. Ein Bezug zum Mausoleum Schröder bestand dabei nicht.[11]
Literatur
- Barbara Leisner, Heiko K. L. Schulze, Ellen Thormann: Der Hamburger Hauptfriedhof Ohlsdorf. Geschichte und Grabmäler. Band 2 (Hamburg-Inventar / Themenreihe) Hans Christians Verlag, Hamburg 1990, Seite 71
Weblinks
- gottesacker.wordpress.com: Fotos aus dem Inneren des Mausoleums, abgerufen am 22. April 2026