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McLaren MP4/4

Formel-1-Rennwagen des Teams McLaren From Wikipedia, the free encyclopedia

Der McLaren MP4/4 ist ein Formel-1-Rennwagen des Teams McLaren, der in der WM-Saison 1988 eingesetzt wurde. Mit dem von Steve Nichols entwickelten Auto gewannen Alain Prost und Ayrton Senna 15 der 16 Saisonrennen und fuhren 15 Pole-Positions sowie zehn Schnellste Rennrunden ein.

Schnelle Fakten Technische Spezifikationen, Statistik ...
McLaren MP4/4

Konstrukteur: Vereinigtes Konigreich McLaren
Designer: Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Steve Nichols
Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Bob Bell
Sudafrika Gordon Murray
Vorgänger: McLaren MP4/3
Nachfolger: McLaren MP4/5
Technische Spezifikationen
Chassis: Monocoque
Motor: Honda RA168E, 80° V6-Motor, 1,5 Liter
Länge: 4450 mm
Breite: 2150 mm
Höhe: 940 mm
Radstand: 2875 mm
Gewicht: 540 kg
Reifen: Goodyear
Benzin: Shell
Statistik
Fahrer: Frankreich Alain Prost
Brasilien Ayrton Senna
Erster Start: Großer Preis von Brasilien 1988
Letzter Start: Großer Preis von Australien 1988
Starts Siege Poles SR
16 15 15 10
WM-Punkte: 199
Podestplätze: 25
Führungsrunden: k.A. / tba
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Vorlage:Infobox Rennwagen/Wartung/Alte Parameter

Technik

Angetrieben wurde der MP4/4 von einem V6-Motor von Honda mit 80° Zylinderbankwinkel und der Typenbezeichnung RA168E. Der längs eingebaute Doppelturbo-Mittelmotor hatte 1500 cm³ Hubraum. Die Kraftübertragung übernahm ein Weismann-6-Gang-Getriebe aus McLaren-Eigenfertigung. Das Monocoque bestand aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff.

Der von McLaren 1988 mit großem Erfolg eingesetzte McLaren MP4/4 wird gelegentlich als Abkömmling des BT55 betrachtet und auch Gordon Murray selber wurde mit den Worten zitiert, er sei Ende 1986 zu McLaren gewechselt, um das Konzept des BT55 „zum Funktionieren zu bringen“. Daneben seien auch Detaillösungen wie z. B. das auf eine niedrige Positionierung des Motors zugeschnittene Weismann-Getriebe direkt übernommen worden. Allerdings widersprechen Jo Ramírez, damaliger Koordinator des McLaren-Teams, und Steve Nichols, der Chefdesigner des MP4/4, dieser Darstellung. Insbesondere Nichols betont, das Design des MP4/4 sei eine Weiterentwicklung des Vorjahresfahrzeugs MP4/3, und die augenfälligen Änderungen gingen im Wesentlichen darauf zurück, dass der in der Saison 1988 verwendete kleinere Honda-Turbomotor sowie die in dieser Saison herabgesetzte Treibstoffmenge für Turbo-Fahrzeuge eine sehr viel flachere Bauform ermöglicht hätten als beim MP4/3 mit dem darin verbauten Porsche-TAG-Motor.[1][2]

Die Saison 1988 war bis zur Reglementänderung 2014 die letzte, in der mit den Turbomotoren gefahren werden durfte. Während die meisten anderen Teams bereits Teile ihrer Entwicklungskapazitäten auf die Konstruktion der Saugmotorwagen für die folgende Saison verlagert hatten, baute McLaren einen kompromisslos auf die kompakteren Turbos ausgelegten Wagen, der zusammen mit dem damals stärksten Motor im Feld Basis für die Dominanz des Teams war.

Ergebnisse

Vom McLaren MP4/4 wurden insgesamt 6 Chassis gebaut.[3] Der Typ wurde in allen 16 Rennen der Saison 1988 eingesetzt, von denen 15 gewonnen wurden: sieben Siege durch Alain Prost, und acht Siege für Ayrton Senna, der sich in dieser Saison den ersten seiner drei WM-Titel sicherte. In zehn Rennen wurden Doppel-Siege erzielt. Dadurch holte sich McLaren Racing den vierten Konstrukteurstitel. Außerdem startete der MP4/4 15× von Startplatz 1(13× Senna und 2× Prost) und erzielte zehnmal die schnellste Rennrunde (7× Prost / 3× Senna). In der gesamten Saison 1988 gab es mit dem MP4/4 nur drei Ausfälle (2× Technik u. ein Unfall).

Weitere Informationen Fahrer, Nr. ...
Fahrer Nr. 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 Punkte Rang
Formel-1-Saison 1988 199 1.
Frankreich A. Prost 11 1 2 1 1 2 2 1 DNF 2 (2) (2) DNF 1 1 (2) 1
Brasilien A. Senna 12 DSQ 1 DNF 2 1 1 2 1 1 1 1 10* (6) (4) 1 2
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Weitere Informationen Legende, Farbe ...
Legende
FarbeAbkürzungBedeutung
Gold–Sieg
Silber–2. Platz
Bronze–3. Platz
Grün–Platzierung in den Punkten
Blau–Klassifiziert außerhalb der Punkteränge
ViolettDNFRennen nicht beendet (did not finish)
NCnicht klassifiziert (not classified)
RotDNQnicht qualifiziert (did not qualify)
DNPQin Vorqualifikation gescheitert (did not pre-qualify)
SchwarzDSQdisqualifiziert (disqualified)
WeißDNSnicht am Start (did not start)
WDzurückgezogen (withdrawn)
HellblauPOnur am Training teilgenommen (practiced only)
TDFreitags-Testfahrer (test driver)
ohneDNPnicht am Training teilgenommen (did not practice)
INJverletzt oder krank (injured)
EXausgeschlossen (excluded)
DNAnicht erschienen (did not arrive)
CRennen abgesagt (cancelled)
keine WM-Teilnahme
sonstigeP/fettPole-Position
1/2/3/4/5/6/7/8Punktplatzierung im Sprint-/Qualifikationsrennen
SR/kursivSchnellste Rennrunde
*nicht im Ziel, aufgrund der zurückgelegten
Distanz aber gewertet
()Streichresultate
unterstrichenFührender in der Gesamtwertung
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Trivia

  • Der McLaren MP4/4 wird auf Grund seiner Erfolge und Dominanz während der Saison 1988 sogar in der Fachpresse oft als „Das beste Formel-1-Auto aller Zeiten“,[4] „Iconic Car“[5] und „Greatest of all times“[6] bezeichnet. Solche Aussagen sind aber aus technischer Sicht mit einer gewissen Skepsis zu betrachten.
  • Der McLaren MP4/4 ist in mehreren Videospielen und Rennsimulationen vertreten: erstmals bereits 1988 im Spiel Grand Prix Circuit, später in Gran Turismo (Version 3 und 7) und als Downloadable Content in Forza Motorsport 6 (2015). 2017 ist er als Bestandteil des Rennspiels Real Racing 3 wählbar. Ebenfalls seit 2017 ist der MP4/4 im Spiel F1 2017 als klassischer Formel-1-Wagen in der „Special Edition“ des Spiels oder als herunterladbarer Inhalt verfügbar. In den nachfolgenden Versionen F1 2018, F1 2019 und F1 2020 ist er kostenlos erhältlich.
  • Vom McLaren MP4/4 ist 2024 ein Bausatz des dänischen Herstellers Lego in der Serie "Icons" (vormals Lego Creator) erschienen. Das Set enthält auch eine kleine Ayrton Senna Fahrerfigur.[7][8]

Literatur

  • Peter Higham: Formula 1: Car by Car 1980–89. Evro Publishing, Sherborne 2018, ISBN 978-1-91050-523-6 (englisch).
Commons: McLaren MP4/4 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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