Methylisonitril

chemische Verbindung From Wikipedia, the free encyclopedia

Methylisonitril (auch Methylisocyanid oder Isocyanomethan) ist eine organische Verbindung und das einfachste Isonitril.

Schnelle Fakten Strukturformel, Allgemeines ...
Strukturformel
Strukturformel von Methylisonitril
Allgemeines
Name Methylisonitril
Summenformel C2H3N
Kurzbeschreibung

ölige Flüssigkeit mit starkem Geruch[1]

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer 593-75-9
PubChem 11646
ChemSpider 11156
DrugBank DB04337
Wikidata Q2435355
Eigenschaften
Molare Masse 41,05 g·mol−1
Aggregatzustand

flüssig[1]

Dichte

0,756 g·cm−3 (4 °C)[2]

Schmelzpunkt

-45 °C[2]

Siedepunkt

~60 °C (Explosion)[2]

Löslichkeit
  • schwer löslich in Wasser[1]
  • löslich in den meisten organischen Lösungsmitteln[3]
Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung
keine Einstufung verfügbar[4]
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0°C, 1000 hPa).
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Geschichte

Die Synthese und einige Eigenschaften von Methylisonitril wurden schon in den 1860er-Jahren publiziert.[1]

Vorkommen

Methylisonitril kommt im Weltall vor, jedoch in deutlich geringerer Menge als Acetonitril.[5]

Herstellung

Methylisonitril kann durch Erhitzen von Methyliodid (pur oder in wasserfreiem Diethylether) mit trockenem Silbercyanid erhalten werden.[1] Eine neuere Synthesemethode ist die Dehydratisierung von N-Methylformamid, beispielsweise mit Tosylchlorid in Gegenwart von Chinolin.[6]

Eigenschaften

Methylisonitril ist eine ölige Flüssigkeit, hat einen starken, unangenehmen Geruch und ist hochgiftig. Es ist sehr empfindlich gegenüber Säuren und hydrolysiert leicht zu Ameisensäure und Methylamin.[1] In Wasser ist es kaum löslich,[1] in den meisten organischen Lösungsmitteln hingegen schon, beispielsweise in Methanol, Ethanol, Diethylether, Toluol und Dichlormethan.[3] Methylisonitril kann zu Acetonitril isomerisieren, was auch zu einer Explosion führen kann.[7]

Methylisonitril ist ein Baustein für Heterocyclen, beispielsweise in einer Passerini-Reaktion.[3] Durch Addition von Methylisocyanid an einen Aldehyd entsteht ein Nitriliumion. Dieses kann Phosphatgruppen aktivieren und es wird postuliert, dass solche Reaktionen eine Rolle in der chemischen Evolution gespielt haben könnten.[8]

Einzelnachweise

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