Michael Scammell
britischer Literaturwissenschaftler, Übersetzer und Biograf
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Michael Scammell (geboren 1935 in Lyndhurst, Hampshire) ist ein britischer Literaturwissenschaftler, Übersetzer und Biograf.

Leben
Michael Scammell lernte das journalistische Handwerk bei der Regionalzeitung Southern Daily Echo in Southampton und wurde zur British Army eingezogen, wo er zum Russisch-Übersetzer ausgebildet wurde. Er studierte Slavistik an der University of Nottingham und machte 1958 einen B.A. Danach war er für ein Jahr Englischlehrer an der Universität Ljubljana im kommunistischen Jugoslawien. Sein Studium setzte er an der Columbia University fort, an der er später auch promoviert wurde. Er unterrichtete Russische Literatur am Hunter College.
Zurück in England arbeitete er für die BBC und engagierte sich in der 1972 gegründeten Menschenrechtsorganisation Index on Censorship. Beim PEN International kümmerte er sich um das Committee Writers-in-prison. Von 1986 bis 1994 war er Professor für Russische Literatur an der Cornell University und danach bis zur Emeritierung 2011 Literaturprofessor an der Columbia University. 1993 erhielt er ein Guggenheim-Fellowship. 2011 wurde Scammell zum Mitglied der American Academy of Arts and Sciences gewählt.
Scammels erste literarische Übersetzung aus dem Russischen ins Englische war der Roman Cities and Years von Konstantin Fedin. Er übersetzte 1961 unter der Aufsicht des Autors Vladimir Nabokov dessen Roman The Gift und 1964 The Defence. Er nahm 1963 eine Neuübersetzung von Crime and Punishment von Fjodor Dostojewski vor und übersetzte Werke von Julian Semjonow, Juli Daniel, Anatoli Marchenko, Wladimir Bukowski und anderen. Scammel verfasste zwei groß angelegte Biografien von Alexander Solschenizyn, für die er einen Los Angeles Times Book Prize erhielt, und von Arthur Koestler. Er verfolgte, nachdem eine Originalfassung gefunden worden war, mit Engagement die deutsche Neuherausgabe von Koestlers Roman Sonnenfinsternis und dessen Übersetzung in Englische durch Philip Boehm. Scammel förderte die Übersetzung und Herausgabe von Samisdatliteratur im Englischen.
Scammel ist mit der Politikwissenschaftlerin Rosemary Nossiff verheiratet, aus der ersten Ehe mit Erika Roettges hat er vier Kinder.
Schriften (Auswahl)
- (Hrsg.): Russia’s Other Writers, an Anthology of Samizdat. Longman, 1970
- Other Writers. Praeger, 1971
- Igor Golomshtok, Alexander Glezer, Michael Scammell (Hrsg.): Unofficial Art from the Soviet Union. Secker and Warburg, 1977
- Solzhenitsyn. A Biography. London: Paladin, 1986
- (Hrsg.): The Solzhenitsyn Files: Secret Soviet Documents Reveal One Man’s Fight Against the Monolith. Übersetzung Catherine A. Fitzpatrick. edition q, 1995
- Koestler: The Literary and Political Odyssey of a Twentieth-Century Skeptic. New York: Random House, 2009
- Übersetzungen
- Vladimir Nabokov: The Gift. Putnam, 1963
- Vladimir Nabokov: The Luzhin Defense. Penguin, 1964
- Juli Daniel: “This is Moscow Speaking”, and Other Stories. London: Collins, 1968
- Fjodor Dostojewski: Crime and Punishment. New York: Washington Square Press, 1970
- Edvard Kocbek: Nothing is Lost: Selected Poems. 2004
Weblinks
- Literatur von und über Michael Scammell im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Michael Scammell, bei Prabook
- Michael Scammell, Website
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Scammell, Michael |
| KURZBESCHREIBUNG | britischer Literaturwissenschaftler, Übersetzer und Biograf |
| GEBURTSDATUM | 1935 |
| GEBURTSORT | Lyndhurst, Hampshire |