Melanesische Langflügelfledermaus
Art der Gattung Langflügelfledermäuse (Miniopterus)
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Die Melanesische Langflügelfledermaus (Miniopterus macrocneme) ist ein in Ozeanien und in der Region Australis verbreitetes Fledertier in der Gattung der Langflügelfledermäuse. Das Typusexemplar stammt von den Loyalitätsinseln, jedoch ist die exakte Insel nicht übermittelt. Die Populationen wurden längere Zeit als Unterart der Kleinen Asiatischen Langflügelfledermaus (Miniopterus pusillus) gelistet.[1]
| Melanesische Langflügelfledermaus | ||||||||||||
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Zeichnung der oberen Schädelhälfte aus der Erstbeschreibung durch P. Revilliod | ||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Miniopterus macrocneme | ||||||||||||
| Revilliod, 1914 |
Merkmale
Dieser kleine Gattungsvertreter erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge von 41,5 bis 48 mm, eine Schwanzlänge von 40,5 bis 54 mm und eine Gewicht von 7,5 bis 11 g. Er hat 39,5 bis 45 mm lange Unterarme und Ohren von 10 bis 11 mm Länge. Der ganze Körper ist mit schwarzem Fell bedeckt. Auf der Oberseite der Schwanzflughaut fehlen Haare fast gänzlich. Der Tragus im Ohr ist bis auf den obersten Abschnitt gerade und dann leicht gebogen. Er hat verglichen mit der Kleinen Asiatischen Langflügelfledermaus glatte Außenkanten. Im Gegensatz zu dieser Art und zur Neukaledonischen Langflügelfledermaus (Miniopterus robustior) sind Schwanz und Schienbeine im Verhältnis zum Körper länger.[2]
Verbreitung und Lebensweise
Das Verbreitungsgebiet reicht über Neuguinea, den Bismarck-Archipel, die Salomon-Inseln, Neukaledonien und Vanuatu. Das Tier lebt im Flach- und Bergland bis 3200 Meter Höhe. Als Habitat dienen tropische Wälder, Bergwälder, Buschflächen, Bergwiesen und felsige Landschaften.[3]
Diese Fledermaus ruht in Felsspalten und in Höhlen, wo sich große Kolonien mit bis zu 1500 Mitgliedern bilden können. In tieferen Lagen wird die nächtliche Kälte überwunden, indem auch gemischte Kolonien mit der Kleinen Asiatischen Langflügelfledermaus, der Neukaledonischen Langflügelfledermaus oder der Malaiischen Langflügelfledermaus (Miniopterus magnater) entstehen. In höheren Lagen fallen die Tiere in einen torpiden Zustand.[3] Manchmal werden Straßendurchlässe als Versteck genutzt.[2]
Die Nahrungssuche findet überwiegend nachts statt. Vermutlich werden dabei, wie bei anderen Langflügelfledermäusen, Insekten ohne harte Schale gejagt. Während der Rufe zur Echoortung nimmt die Frequenz ab. Die stärkste Intensität wird zwischen 45 und 42 kHz erreicht. Allgemein sind sich die Rufe der Gattungsmitglieder sehr ähnlich. Intensivere Forschung könnte hier zu einer sicheren Artbestimmung führen.[2][3]
Auf Neukaledonien wird jährlich ein Nachkomme geboren. Bis 2019 war keine verzögerte Entwicklung des Eis oder des Embryos bekannt. Auf dieser Inselgruppe wurden trächtige Weibchen im November und Dezember registriert. Einzelne Weibchen hatten im Dezember und die meisten Weibchen im Januar aktive Zitzen.[2]
Gefährdung
Wie bei anderen Langflügelfledermäusen wirken sich Störungen an den Ruheplätzen negativ aus. Das gilt vor allem, wenn in der Nähe Bergbau stattfindet. Die auf Neuguinea einheimischen Völker Telefol und Tifal fangen Exemplare als Fleischquelle. Auf kleineren Inseln können Vulkanausbrüche, Tsunamis oder Taifune schnell die ganze Population auslöschen. Die Gesamtpopulation und die Verbreitung sind weiterhin groß. Die IUCN listet die Melanesische Langflügelfledermaus als nicht gefährdet (least concern).[3]
Weblinks
- Farbtafel mit Fledermäusen, unter Figures, Melanesische Langflügelfledermaus mit Nr. 12