Kloster Helenenberg

ehemaliges Kloster in Sinzig (1648-1802) From Wikipedia, the free encyclopedia

Das ehemalige Minoritenkloster Helenenberg auch Kloster Helenaberg oder St.-Helena-Kloster Sinzig in Sinzig Rheinland-Pfalz bestand von 1648 bis ins Jahr 1802. Das heutige Arial Helenenberg 2 ist als Denkmalzone ausgewiesen.

Pesthaus des ehemaligen Minoritenklosters

Geschichte

Kloster Helenenberg (Sinzig, Rheinland-Pfalz)
Standort des ehemaligen Klosters Helenenberg Sinzig Rheinland-Pfalz (Karte © OpenStreetMap-Beitragende)

Vorgeschichte

Auf einer Anhöhe in östlicher Richtung außerhalb der Stadtmauern von Sinzig befand sich vormals eine fränkische Begräbnisstätte. In diesem Bereich wurde später eine Mauritiuskapelle von Kapuzinermönchen errichtet, wo der Heilige Mauritius und die Thebäischen Märtyrer verehrt wurden.[1]

Der Name des Klosters

Helenenberg und Kloster Helenaberg gehen auf die als Heilige verehrte Helena, die Mutter von Kaiser Konstantin des Großen zurück.

Die Minoriten

Im Jahr 1648 überließ Wolfgang Wilhelm von Pfalz-Neuburg den Minoriten das Gelände und sie errichteten in den Jahren 1649 bis 1651 eine Kirche und ihr Klostergebäude. Im Jahr 1655 kam ein Schulhaus dazu, das als Lateinschule bis ins Jahr 1802 Bestand hatte. Nach 147 Jahren der Bewirtschaftung des Klosters durch die Minoriten wurde mit der teilweisen staatlichen Aufhebung kirchlicher Institutionen begonnen, auch als Säkularisation bezeichnet und das Anwesen verkauft. Im Jahr 1806 fiel auch ihre Kirche in diesem Prozess dem Abriss zum Opfer.

Für eine kurze Zeit im Jahr 1804 wurde eine Gaststätte in den ehemaligen Gebäuden des Klosters betrieben und dann als Wohnsitz verkauft. Die aus Köln-Mülheim stammenden Familien Rhodius und Andreae gehörten zu den Besitzern der Villa Helenaberg. Der bekannte Maler Karl Christian Andreae (1823–1904) ist hier besonders zu nennen, der das Anwesen meist als seine Sommerresidenz bewohnte. Im ehemaligen umgebauten Pesthaus des Grundstücks befand sich sein Atelier. Er war der Sohn von Johanna Theresa Rhodius (1800–1881) und Karl Christian Andreae (1783–1868).

Anfangs des Ersten Weltkrieges betrieb Marie Rhodius geb. Andreae, in der Villa Helenaberg mit Verwandten und Helfern 13 Monate lang ein Lazarett.[2] Ab den 1920er Jahren nutzte ein bäuerlicher Betrieb der Familien Meurer und Schade das Grundstück. Das landwirtschaftliches Gut existierte bis Ende der 1980er Jahre.[3] Das Gebäude nutzte man dann wieder zu Wohnzwecken und aktuell steht das Anwesen seit 2024 zum Verkauf.

Vom Kloster erhalten geblieben ist nur das ehemalige Konventsgebäude (Versammlungsgebäude) aus der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts. Es ist ein Massivbau mit zwei Stockwerken und quadratischem Grundriss, der einen kleinen viereckigen Innenhof umschließt. Das Walmdach ist mit Schiefer eingedeckt und die Fenster und Türen sind mit Basaltgestein eingefasst. Im Südosten und Osten sind Wirtschaftsgebäude an das Versammlungsgebäude angebaut und umgeben wird der Gebäudekomplex von einer Bruchsteinmauer.[3]

Denkmalzone

Im Jahr 1991 wurde der Komplex unter Denkmalschutz gestellt und bildet eine Denkmalzone.[4] Das Klostergebäude selbst steht als eigenständiges Kulturdenkmal unter besonderem Schutz.

Heutige Nutzung

Im Jahr 2004 erwarb ein Ehepaar das Anwesen und ab August 2024 wird die Villa vom Bonner Immobilienunternehmen Mainka Real Estate zum Kauf angeboten.

Einzelnachweise

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