Mittelmeer-Günsel

Art der Gattung Günsel (Ajuga) From Wikipedia, the free encyclopedia

Der Mittelmeer-Günsel oder Moschus-Günsel (Ajuga iva) ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Günsel (Ajuga) innerhalb der Familie der Lippenblütler (Lamiaceae).

Schnelle Fakten Systematik, Wissenschaftlicher Name ...
Mittelmeer-Günsel

Ajuga iva var. iva

Systematik
Euasteriden I
Ordnung: Lippenblütlerartige (Lamiales)
Familie: Lippenblütler (Lamiaceae)
Unterfamilie: Ajugoideae
Gattung: Günsel (Ajuga)
Art: Mittelmeer-Günsel
Wissenschaftlicher Name
Ajuga iva
(L.) Schreb.
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Beschreibung

Illustration aus Flore coloriée de poche du littoral méditerranéen de Gênes à Barcelone y compris la Corse

Vegetative Merkmale

Der Mittelmeer-Günsel ist eine ausdauernde krautige Pflanze. Sie bildet mit mehreren Stängeln Rasen. Die Sprossachsen sind 5 bis 20 Zentimeter hoch, meist stark verzweigt und am Grund verholzt.[1] Die Pflanzenteile sind zottig oder zottig-wollig behaart.

Die sitzenden, flaumig behaarten Laubblätter sind bei einer Länge von 14 bis 35, selten bis zu 40 Millimetern[1] sowie einer Breite von meist 3 bis 6 (1,5 bis 8) Millimetern[1] linealisch bis linealisch-länglich und ganzrandig oder mit zwei bis sechs kurzen Lappen versehen.

Generative Merkmale

Die Blütezeit reicht auf der Iberischen Halbinsel von April bis Oktober.[1] Die Tragblätter ähneln den Laubblättern und ragen über die Blüten hinaus.[1] Pro Knoten befinden sich ein oder zwei,[1] selten bis zu vier Blüten.

Die zwittrigen Blüten sind zygomorph und fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Der radiärsymmetrische, flaumig behaarte Kelch ist 3,5 bis 4,5, selten bis zu 7 Millimeter lang[1] und die Kelchzähne sind mit einer Länge von 1,5 bis 2 Millimetern[1] genauso lang oder kürzer als die Kelchröhre und dreieckig oder lanzettlich.[1] Die weiße, purpur-, rosa-, cremefarbene oder gelbe Krone ist 12 bis 24 Millimeter lang.[1] Die Kronröhre steht über den Kelch hinaus, die Oberlippe ist nicht geteilt. Die purpurfarbenen Staubbeutel ragen über die Krone hinaus, die Staubfäden sind behaart.[1]

Die Klausen sind 2,5 bis 3 Millimeter lang.[1]

Chromosomensatz

Der Mittelmeer-Günsel ist dekaploid mit einer Chromosomenzahl von 2n = 80[2] oder etwa 86.[1]

Vorkommen

Der Mittelmeer-Günsel ist in Makaronesien und im Mittelmeerraum verbreitet.[3] Er kommt in Südwesteuropa in Portugal, Spanien, Balearische Inseln, Frankreich, Korsika und Sardinien, in Südosteuropa in Italien, Sizilien, im ehemaligen Jugoslawien, Griechenland und Kreta, in Makaronesien auf den Kapverdischen Inseln Santo Antão, São Vicente, São Nicolau, Sal und Santiago[4], auf allen[4] Kanarischen Inseln sowie auf der Insel Porto Santo[4] im Madeira-Archipel, in Nordafrika in der West-Sahara, in Marokko, Algerien, Tunesien, Libyen und Ägypten und in Westasien auf den ostägäischen Inseln, Anatolien, Zypern, in der Region Palästina und auf der Sinai-Halbinsel vor.[5][3] Verschleppte Vorkommen gibt es in Südaustralien.[3]

Systematik

Ajuga iva var. iva
Ajuga iva var. pseudoiva

Der Mittelmeer-Günsel oder Bisamgamander wurde im Mittelalter lateinisch Iva muscata und Iva moschata genannt.[6]

Die Erstveröffentlichung erfolgte 1753 unter dem Basionym Teucrium iva L. durch Carl von Linné in Species Plantarum, Tomus II, Seite 563.[7] Die Neukombination zu Ajuga iva (L.) Schreb. wurde 1773 durch Johann Christian Daniel von Schreber in Plantarum Verticillatarum Unilabiatarum Genera et Species, Seite 25 veröffentlicht.[8]

Je nach Autor gibt es etwa zwei[1] oder keine[1] Varietäten:

  • Ajuga iva (L.) Schreb. var. iva: Diese Varietät hat rote oder rosafarbene Blüten und eine lockere Behaarung.[1] Sie kommt fast im ganzen Mittelmeerraum vor.
  • Ajuga iva var. pseudoiva (Labill. & Castagne ex DC.) Steud., Syn.: Ajuga pseudoiva DC., Ajuga iva subsp. pseudoiva (Labill. & Castagne ex DC.) Briq.: Diese Varietät hat gelbe Blüten und eine dichtere Behaarung.[1] Sie kommt in Makaronesien,[4] im westlichen Mittelmeerraum und auf Zypern[5] vor.

Literatur

  • P. W. Ball: Ajuga. In: T. G. Tutin, V. H. Heywood, N. A. Burges, D. M. Moore, D. H. Valentine, S. M. Walters, D. A. Webb (Hrsg.): Flora Europaea. Volume 3: Diapensiaceae to Myoporaceae. Cambridge University Press, Cambridge 1972, ISBN 0-521-08489-X, S. 129 (englisch, eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).

Einzelnachweise

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