Molkenberg (Fürstenwalde/Spree)
Ortsteil der Stadt Fürstenwalde/Spree im brandenburgischen Landkreis Oder-Spree
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Molkenberg ist ein Ortsteil der Stadt Fürstenwalde/Spree im brandenburgischen Landkreis Oder-Spree.
Molkenberg Stadt Fürstenwalde/Spree | |
|---|---|
| Koordinaten: | 52° 24′ N, 14° 4′ O |
| Höhe: | 72 m ü. NHN |
| Einwohner: | 214 (2018)[Ohne Beleg] |
| Eingemeindung: | 1. Oktober 1928 |
| Postleitzahl: | 15517 |
| Vorwahl: | 03361 |
Geographie
Das Dorf befindet sich circa fünf Kilometer nördlich des Fürstenwalder Stadtzentrums und ist ringerherum mit Feldern und Wald umgeben. Umgebende Ortschaften sind Beerfelde im Norden, Buchholz im Nordosten, Neuendorf im Sande im Südosten, Fürstenwalde/Spree im Süden und dem Fürstenwalder Ortsteil Trebus im Westen.
Nordwestlich der Ortschaft liegt der langgezogene Trebuser See, welcher trotz seines Namensbezuges auf den Nachbarort Trebus stets zu Fürstenwalde gehörte.
Orts- und Gutsgeschichte
Die Namengebung vom heutigen Molkenberg geht nach alter preußischer Statistik[1] auf Mulkenberc zurück.[2] Am Ort entstand aus einem gutsherrlichen Vorwerk nachstehend ein konventionelles Gut. Dieses Landgut hatte nicht den Status eines konventionellen Rittergutes, blieb also ohne Berechtigung eines Sitzes im Kreistag. Molkenberg war immer nach Fürstenwalde eingekircht.[3] Von 1841 bis 1857 besaß es Wilhelm von Schönfeldt-Werben, dessen Hauptgut sich im Spreewald befand.[4] Danach ist aus Rostock kommend Familie Hinrichs nachweisbar.[5] Mitte der 1870er Jahre heißt der Gutsbesitzer Leutnant Ritsch,[6] der auch Amtsvorsteher-Stellvertreter wurde.[7] Mitte der 1880er Jahre betrieb die aus Beuthen/Schlesien stammende Familie Ritsch, hier Carl Heinrich Ritsch, vor Ort eine Branntweinbrennerei.[8]
Nach anderen Quellenbelegen gehörte die Gemarkung noch als Vorwerk betitelt als gesonderter Einzelbesitz um 1900 zum Rittergut in Beerfelde.[9] Damals war der Gesamtbesitzer Paul von Ciecierski. 1914 sind für das Gut Molkenberg, Gesamtgröße 480 ha,[10] zwei Eigentümer gleichberechtigt aufgeführt. Ein Gutsherr war Curt (Kurt) von Rosenberg,[11] Bruder des Frederic von Rosenberg, der auch häufiger in Molkenberg weilte. Kurt von Rosenberg fiel als Offizier[12] im Krieg 1917 und vermachte sein Teilerbe an seine beiden Söhne Richard und Kurt Jürgen. Der zweite Molkenberger Besitzer war damals der Schwiegervater Siegfried von Bonin, kgl. preuß. Kammerherr zu Bottschow. Bald anschließend gelangte Das Gut in Molkenberg in bürgerliche Hände. 1928 erfolgte wie in allen preußischen Provinzen die Eingemeindung der Gutsbezirke in die jeweiligen Landgemeinden, ohne das sich etwas an den Besitzverhältnissen Details änderten. Die Gutsbezirke waren ab da juristisch keine eigenständigen Orte mehr. Grundlage war eine Gesetz mit Veröffentlichung im Dezember 1927. Der damalige Molkenberger Gutsherr favorisierte von der Entfernung her die Eingemeindung nach Trebus, die Behörden dagegen, wie folgend umgesetzt, nach Fürstenwalde.[13] Schon vor 1930 hieß der Gutsbesitzer G. Cyliax. Die Gutsgröße blieb mit 480 ha, davon waren 50 ha Forstbestand.[14] Weitere historische Quellen benennen um 1923 Hedwig Cyliax als Gutsherrin.[15] 1932 wurde das Gut Molkenberg des Gustav Cyliax-Berlin an die „Bauernsiedlungsgesellschaft der Vereinigung der deutschen christlichen Bauernvereine mbH“ veräußert, deren Sitz war in Berlin. Die Aufteilung des Areala von 480 ha wurde u. a. in 40 Siedlerstellen umgewandelt, zu 30 bis 50 Morgen, teilweise erhielten die Diedler sogar neue Gebäude. In der NS-Zeit war im Gutshaus seit 1934 ein Reichsarbeitslager für Frauen eingerichtet.
Von 1816 bis 1952 gehörte der Ort zum Landkreis Lebus, Regierungsbezirk Frankfurt/Oder, Provinz Brandenburg-bis 1947; von 1947 bis 1952 zum damals noch bestehenden Land Brandenburg. Von 1952 bis 1990 war es Teil des Kreises Fürstenwalde-DDR-Bezirk Frankfurt (Oder). Seit 1977 ist Molkenberg ein Ortsteil von Fürstenwalde.
In Molkenberg befand sich später eine Aufnahmeeinrichtung für DDR-Rückkehrer.[16]

Ortsbeirat Molkenberg
Der Ortsbeirat Molkenberg der Stadt Fürstenwalde besteht aus 3 Mitgliedern. Die Beiratsvorsitzende Marion Rothe (Parteilos) ist zugleich Ortsvorsteherin. Die Wahl zum Molkenberger Ortsbeirat 2019 ergab folgende Sitzverteilung:
- Wahlvorschlag „Marion Rothe“: 1 Sitz (Ortsvorsteherin)
- Wahlvorschlag „Stephan Bartsch“: 1 Sitz
- Wahlvorschlag „Christin Bödewig“: 1 Sitz

Persönlichkeiten
Literatur
- Historisches Ortslexikon. Band (Teil) VII: Lebus. Auflage-Online-Ressource (Biblio-Scout-PDF), Hrsg. Klaus Neitmann, Begründet von Friedrich Beck, In: Veröffentlichungen des Brandenburgischen Landeshauptarchivs (BLHA) / Staatsarchiv Potsdam, Band 18, Hermann Böhlau Nachfolger, Weimar 1981, S. 296.
Weblinks
- Stadt-Wiki Fürstenwalde (Hrsg.): Geschichte Molkenberg., Stand 26. Juni 2019.
- EKBO/Ev. Kirchengemeinde Region Fürstenwalde/Spree: Molkenberg, Stand 19. April 2026.
- Alle Burgen: Herrenhaus Molkenberg in Fürstenwalde (Spree)-Molkenberg., Stand 19. April 2026.
- United-Archives.de: Molkenberg Fürstenwalde