Sandhoff-Krankheit
From Wikipedia, the free encyclopedia
Die Sandhoff-Krankheit (auch Morbus Sandhoff, nach Konrad Sandhoff oder Sandhoff-Jatzkewitz-Krankheit) ist eine sehr seltene autosomal-rezessiv vererbte lysosomale Speicherkrankheit aus der Gruppe der Sphingolipidosen. Es handelt sich um eine progredient verlaufende neurodegenerative Erkrankung, bei der es zu einer Anreicherung von GM2-Gangliosiden speziell in den Nervenzellen kommt.[1]
| Klassifikation nach ICD-10 | |
|---|---|
| E75.0 | GM2-Gangliosidose Sandhoff-Krankheit |
| ICD-10 online (WHO-Version 2019) | |
Ätiologie und Prävalenz
Die Sandhoff-Krankheit wird durch eine Mutation des HEXB-Gens auf Chromosom 5 Genlocus verursacht. Dieses Gen codiert für die β-Untereinheit der Enzyme Hexosaminidase A und B. Folglich sind bei einer Mutation beide Enzyme betroffen. Die Hexosaminidasen katalysieren in den Zellen den Abbau der GM2-Gangliosiden. Durch die eingeschränkte Enzymaktivität kommt es zu einer Anreicherung der GM2-Gangliosiden. Davon sind speziell die Nervenzellen betroffen.
Die Sandhoff-Krankheit wird autosomal-rezessiv vererbt. Im Unterschied zum Tay-Sachs-Syndrom sind beide Hexosaminidasen A und B betroffen; beim Tay-Sachs-Syndrom nur die Hexosaminidase A.[2]
Symptome und Diagnose
Klinisch ist die Krankheit in ihren Symptomen fast nicht vom Tay-Sachs-Syndrom zu unterscheiden, außer dass die Ethnie nur eine sehr untergeordnete Rolle spielt. In den ersten drei bis sechs Lebensmonaten entwickeln sich die betroffenen Kinder zunächst normal. Danach zeigen sie – wie beim Tay-Sachs-Syndrom – Schreckreaktionen auf Schallreize, einen kirschroten Fleck auf der Makula und einen überdurchschnittlich großen Schädel (Makrozephalie), als Folge einer Gliose. Im weiteren Verlauf der Krankheit kommt es zur Erblindung. Der geistige und motorische Verfall sind progressiv.
Die reduzierte Aktivität der Hexosaminidasen A und B kann in Fibroblasten und Leukozyten sowie im Serum nachgewiesen werden. Eine DNA-Analyse ist möglich, aber meist nicht notwendig. Im Urin ist der Gehalt an Oligosacchariden stark erhöht.
Therapie und Prognose
Erstbeschreibung
Die Sandhoff-Krankheit wurde erstmals 1968 von dem deutschen Biochemiker Konrad Sandhoff beschrieben, der so zum Namensgeber dieser Krankheit wurde.[6][7]