Morella Muñoz

venezolanische Sängerin From Wikipedia, the free encyclopedia

Morella Muñoz (* 29. Juli 1935 in Caracas; † 15. Juli 1995 in Caracas) war eine venezolanische Sängerin (Mezzosopran).

Leben

Muñoz besuchte ab 1946 das Liceo Andrés Bello und wurde dort Mitglied des von Lorenzo Figallo Espinal geleiteten Chores. Durch diesen, der auch Mitglied des Universitätschores war, kam sie in den Orfeón Universitario der Universidad Central de Venezuela unter Leitung von Antonio Estévez. Während eines Auswahlverfahrens wurde sie von der Gesangslehrerin Lidia Butturini de Panaro entdeckt, die sie fortan förderte. Unter dem Pseudonym Morella Kenton sang sie 1948 bei Radiodifusora Venezuela, und später trat sie in der Fernsehshow von Víctor Saume auf.

Auf Veranlassung von Panora nahm sie ab 1953 Gesangsunterricht an der Escuela Superior de Música in Santa Capilla und studierte dort Musiktheorie und Solfège bei Inocente Carreño und Raimundo Pereira, Harmonielehre bei Vicente Emilio Sojo und bei Juan Bautista Plaza Musikgeschichte und -ästhetik. Mit dem Orfeón Lamas unter Leitung von Sojo gab sie in dieser Zeit ihr erstes klassisches Konzert.

Nach dem Abschluss der Schule nahm sie 1957 am Sommerkurs des Berkshire Music Center in Tanglewood teil. Im Folgejahr reiste sie nach Italien, um an der Accademia Nazionale di Santa Cecilia Kammermusik bei Giorgio Favaretto zu studieren und Italienisch am Instituto Dante Alighieri zu lernen. Darauf vervollkommnete sie ihre Gesangsausbildung an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien und nahm in den Niederlanden Gesangs- und Schauspielunterricht bei Noemí Perugia. Eine Auswahl von Spirituals und Kompositionen, die sie im März 1957 beim Panamerikanischen Musikkonzert am Museo de Bellas Artes in Caracas gesungen hatte, erschien auf zwei Schallplatten.

1961 trat sie unter der Schirmherrschaft der Academia de Cultura Musical im Palazzo Forte in Verona auf und war Preisträgerin beim Musikfestival Prager Frühling. In Caracas schloss sie sich dem Quinteto Contrapunto an, mit dem sie 1962 das erste von fünf Alben aufnahm. Im Rahmen eines Kurses zur Verbesserung ihrer Gesangstechnik nahm sie darauf Privatunterricht bei Vera Rozna in London. Ende der 1960er Jahre entstanden zwei Alben mit venezolanischen Weihnachtsliedern.

Neben Soloauftritten und Auftritten mit Künstlern wie Ignacio Figueredo und Fredy Reyna in Venezuela nahm Muñoz an mehreren Tourneen durch Amerika und Europa teil. Im folkloristischen Bereich umfasste ihr Repertoire indigene und populäre religiöse Lieder, Kindermelodien, Arbeitslieder, afro-venezolanische Weisen sowie zeitgenössische urbane Kompositionen. Im klassischen Bereich trat sie in Messen, Oratorien, Requiems und Opern sowie mit Kunstliedern auf und galt insbesondere als herausragende lateinamerikanische Interpretin der Werke von Brahms. Mit venezolanischen Orchestern (u. a. mit dem Orquesta Sinfónica de la Juventud Venezolana Simón Bolívar) trat sie u. a. in Mozarts Requiem, Händels Messiah, Vivaldis Gloria und Beethovens Neuner Sinfonie auf.

1982 erschien eine Anthologie mit zwölf CDs und einem Begleitheft von Carlos González Vegas. Von 1989 bis 1992 war Muñoz Beraterin des Staatsministers für Kultur. 1992 wurde sie mit dem Premio Nacional de Música ausgezeichnet. 1994 ehrte man sie mit der Herausgabe des Albums Morella Muñoz, nuestra voz.

Diskographie

  • 6 canciones venezolanas de Antonio Estévez, 1957
  • Canciones de América, 1957
  • Canciones infantiles venezolanas, 1967
  • Alirio y Morella (mit Alirio Díaz), 1967
  • Morella Muñoz canta aguinaldos venezolanos (mit Giomar Narváez, Klavier und Fredy Reyna, Cuatro), 1967

Quellen

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