Moselblümchen
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Ein Gemälde als Inspirationsquelle
Ausgangspunkt hierfür ist wahrscheinlich das Gemälde "Moselblümchen" des Malers Josef Lieck aus dem Jahre 1886.[1] Mit dem „Aufblühen des Moselweines“ im Übergang vom 19. zum 20. Jahrhundert wurden Bilder „von Mädchen in Moselblümchentracht, kombiniert mit großem Weinpokal, Rebstock oder Weinflasche“ immer häufiger auf Ansichtskarten abgebildet.[2]

Die Dame auf dem Gemälde trägt ein weißes Hemd mit langen Ärmeln und darüber ein vorne geknöpftes, schwarzes Mieder. Ein Brusttuch in rot und grün mit floralem Muster und kurzen Fransen bedeckt Hals und Ausschnitt und steckt mit den Enden vorne im Mieder. Das lange Haar ist in der Mitte gescheitelt und vermutlich hinten zusammengebunden. Als Kopfschmuck dient eine belaubte Weinranke. In der linken Hand hält sie ein gefülltes Weinglas.
Die Schöpfer der Frauentracht "Moselblümchen" wurden von diesem Gemälde inspiriert und der Titel des Gemäldes wurde als Name für die Tracht übernommen.
Frauentracht
Ein grüner Rock und ein schwarzes, meist samtenes Oberteil mit vorne geschnürtem Mieder. Dazu trägt die Frau stets eine weiße Bluse mit rotem Halstuch, welches mit Weintrauben nebst und Weinlaub der Weinrebe bestickt ist. Dazu wird stets eine weiße Schürze getragen, welche etwa 10 cm vor dem knöchellangen Rock endet.
Männertracht
Traditionell wird über dem weißen Hemd und einer Weste als Schutz- oder Ausgehkleidung ein blauer Leinenkittel getragen. Dieser war in Mitteleuropa allgemein verbreitet und wird an der Mosel "Winzerkittel" genannt, weil er der typischen Arbeitskleidung der Moselwinzer entspricht. Dazu trägt der Mann meist ein rotes Halstuch, eine schwarze Kniebundhose aus Tuch, weiße Kniestrümpfe und schwarze Schnür- oder Schnallenschuhe.

Geschichte
Obwohl die Region Mosel bereits seit gut 2000 Jahren über eine organisierte und eng strukturierte Landwirtschaft verfügt, entwickelte sich diese Tracht erst nach einer sanften Entbindung durch die ebenso lange Bindung an die verschiedenen Besitztümer. Der an der Mosel produzierte Wein und der damit verbundene Weinbau, ist nicht vergleichbar mit einer gewachsenen ländlichen Kultur, wie sie z. B. in Süddeutschland entstehen konnte. Anders als bei den Männern, deren Tracht eine tatsächliche Reminiszenz an die traditionelle Arbeitskleidung des Winzers darstellt, wurde die Tracht der „Moselblümchen“ neu geschaffen, unabhängig von den historisch gewachsenen Trachten in der Moselregion. Dennoch ist diese Tracht, wenngleich sehr jung, eine regionaltypische Tracht der Moselgegend.

Situation heute
Nach einer allgemeinen Neuorientierung in den vergangenen Jahren ist das Moselblümchen heute wieder sehr gefragt. Präsentiert wird die Tracht meist von lokalen Tanzgruppen und Vereinen, welche sich der Tradition verpflichtet haben und diese stets im Sinne des Moselweins transportieren. So sind die meisten Träger dieser Tracht entweder selbst Winzer oder der Weinkultur der Mosel in hohem Maße verbunden.
Weblinks
- Die Moselblümchen blühen wieder. Bei der Weinfesteröffnung in Bernkastel-Kues erhalten Frauen in Tracht eine besondere Belohnung am 2. September 2014 auf volksfreund.de
- Die Moselblümchen sollen wieder blühen. In Ürzig formiert sich eine Gruppe, die die Tradition neu beleben wollen - Trachten werden selbst genäht am 1. April 2015 auf volksfreund.de
- Wettbewerb: Blüht das Moselblümchen auch im Winter? am 8. Dezember 2016 auf die-woch.de
- Trachtenfußgruppe im Moselblümchen, Bernkastel-Kues auf tripsbytips.de