Moustiers-Sainte-Marie
französische Gemeinde im Département Alpes-de-Haute-Provence
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Moustiers-Sainte-Marie (provenzalisch Mostiers Santa Maria, auch Moustié-Santo-Mario geschrieben) ist eine französische Gemeinde mit 683 Einwohnern (Stand 1. Januar 2023) im Département Alpes-de-Haute-Provence in der Region Provence-Alpes-Côte d’Azur. Der Fremdenverkehrsort ist eines der schönsten Dörfer Frankreichs.
| Moustiers-Sainte-Marie | ||
|---|---|---|
| Staat | ||
| Region | Provence-Alpes-Côte d’Azur | |
| Département (Nr.) | Alpes-de-Haute-Provence (04) | |
| Arrondissement | Digne-les-Bains | |
| Kanton | Riez | |
| Gemeindeverband | Provence-Alpes-Agglomération | |
| Koordinaten | 43° 51′ N, 6° 13′ O | |
| Höhe | 474–1729 m | |
| Fläche | 87,97 km² | |
| Einwohner | 683 (1. Januar 2023) | |
| Bevölkerungsdichte | 8 Einw./km² | |
| Postleitzahl | 04360 | |
| INSEE-Code | 04135 | |
| Website | Moustiers-Sainte-Marie | |
Ansicht von Moustiers-Sainte-Marie | ||

Lage und Klima
Die Gemeinde Moustiers-Sainte-Marie ist Teil des Regionalen Naturparks Verdon, hier befindet sich auch die Parkverwaltung (Maison du parc). Sie liegt in den Provenzalischen Alpen an der Grenze zum Département Var. Das ungefähr 635 m hoch gelegene Bergdorf liegt im Quellgebiet mehrerer Bergbäche, die sich etwa zwei Kilometer südlich des Dorfes zum Flüsschen Vaïre vereinen, das nach kurzem Lauf in den vom Verdon durchflossenen Lac de Sainte-Croix mündet. Die Großstadt Marseille ist etwa 165 Kilometer (Fahrtstrecke) in südwestlicher Richtung entfernt; Nizza liegt ca. 145 Kilometerm östlich; bis zur Verdonschlucht sind es etwa 30 Kilometer. Nachbargemeinden von Moustiers-Sainte-Marie sind Saint-Jurs im Norden, Majastres im Nordosten, La Palud-sur-Verdon im Osten, Aiguines und Les Salles-sur-Verdon im Süden, Sainte-Croix-du-Verdon im Südwesten, Roumoules im Westen sowie Puimoisson im Nordwesten.
Das Klima ist wechselhaft; Regen (ca. 700–900 mm/Jahr) fällt überwiegend im Winterhalbjahr.
Bevölkerungsentwicklung
| Jahr | 1962 | 1968 | 1975 | 1982 | 1990 | 1999 | 2006 | 2012 | 2023 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Einwohner | 489 | 535 | 602 | 575 | 580 | 625 | 696 | 691 | 683 |
| Quellen: Cassini und INSEE | |||||||||
Die Reblauskrise und die zunehmende Mechanisierung der Landwirtschaft führten in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts zu einem Mangel an Arbeitsplätzen und in der Folge zu einem deutlichen Bevölkerungsrückgang. Seit der Mitte des 20. Jahrhunderts kam es infolge des Tourismus zu einem gemäßigten Bevölkerungswachstum.
Wirtschaft
Ackerbau (v. a. die Anpflanzung von Olivenbäumen) und Viehzucht (v. a. Schafe und Ziegen) bilden seit Jahrhunderten die Lebensgrundlage der Bevölkerung; im Ort selbst haben sich Händler und Handwerker angesiedelt. Im 17. und 18. Jahrhundert hat sich eine bedeutende Fayence-Herstellung etabliert.
Fayence de Moustiers
Seit dem Mittelalter gibt es in Moustiers Keramikhandwerk. Im 17. Jahrhundert ging man dazu über, die Technik der Fayence anzuwenden, und so wurde der Ort ein Zentrum der Fayence-Herstellung, die bis ins 19. Jahrhundert andauerte. Wegen sinkender Nachfrage aufgrund gefallener Preise für Porzellan endete die Produktion in Moustiers. Im 20. Jahrhundert wurde das Handwerk aber wieder belebt, so dass man heute im Ort einige Betriebe und Geschäfte findet, wo diese spezielle Keramik hergestellt und angeboten wird. Ein Museum zeigt die Technik der Fayence und stellt einige schöne Beispiele aus.
Geschichte
In der Umgebung des Ortes finden sich steinzeitliche Siedlungsspuren; antike Überreste wurden bislang nicht entdeckt. Die eigentliche Gründung des Ortes geht jedoch auf die Ansiedlung einer Mönchsgemeinde im 5. Jahrhundert zurück. Das Kloster gehörte bis ins 12. Jahrhundert zur Abtei Lérins; danach kam es in den Besitz der Grafen der Provence.
Sehenswürdigkeiten
- Die katholische Pfarrkirche Notre-Dame-de-l’Assomption, ein romanischer Bau im lombardischen Stil aus dem 12./14. Jahrhundert, steht seit dem Jahr 1913 als Monument historique unter Denkmalschutz.
- Auf einem Felsplateau oberhalb des Dorfes liegt die Kapelle Notre-Dame de Beauvoir aus dem 16. Jahrhundert, die seit 1921 als Monument historique anerkannt ist.
- Über dem Ort hängt ein metallener Stern an einer 135 m langen Kette, die die Talenge überspannt. Seine Errichtung geht auf das Gelübde eines Kreuzritters an die Jungfrau Maria zurück, wurde aber wiederholt erneuert.
- Eine mittelalterliche Brücke quert den Bergbach Adou.
- Das Fayence-Museum wurde im Jahr 1930 eröffnet.
- Kirche Notre-Dame-de-l’Assomption
- Kirche Notre-Dame de Beauvoir
- Brücke
- Fayence-Museum
- Fayenceschale aus Moustiers, 18. Jh.
- Ein Weltraumbild der Felsen und Schluchten
Gemeindepartnerschaft
Partnergemeinde von Moustiers ist die italienische Gemeinde Montelupo Fiorentino in der Toskana.
Sonstiges
- Zwei leichte Erdbeben (séismes) wurden in den Jahren 1887 und 1951 registriert.
